Montag, 2. Februar 2026 – Göttimeitschi Sophie, inzwischen (ja, die Zeit rast) in ihrem letzten Gymer-Jahr, geniesst eine Woche Winterferien. Spontan entschliessen wir uns, endlich wieder einmal Kleinskigebiete zusammen zu besuchen. Sie war schon bei so mancher dieser Touren dabei.
Diesmal führte die Reise in die Grenzregion Fribourg-Bern am Jaunpass. Von Bulle und Charmey her kommend…
… trifft man zunächst auf das Dorf Jaun. Vom Ortsteil Schattenhalb her führen hier seit 1966 Aufstiegshilfen in die meist schattigen Hänge der Gastlosen-Kette.
Was sich ungastlich anhört, erweist sich als durchaus cooler Skiberg, auch wenn das Highlight seit 2011 leider fehlt: Ein steiler, ruppiger Städeli-Lift mit Kurven. Diese Kult-Anlage hat Kollege Meier Ende 2007 noch dokumentiert.
Inzwischen führt eine moderne kuppelbare Garaventa-Vierersesselbahn…
… auf verlängerter Strecke zum Musersbergli, auf der Swisstopo-Karte als “Mauzes Bergle” beschriftet.
Das ist mit 1550m der höchste Punkt des Gebietes. Im unteren Teil – auf nur knapp 1000m – stehen weiterhin der WSO-Schlepplift aus den Anfängen, ein Bügellift des nicht so häufig vorkommenden Glarner Herstellers Streiff und am etwas besonnteren Gegenhang ein Übungs-Tellerlift von Garaventa.
Als Nachteil erwies sich, dass an unserem Besuchstag nur die Sesselbahn lief: Die Pisten im oberen Teil kann man sich schenken, wenn wenig Schnee liegt wie jetzt – es sind primär Ziehwege durch den Wald, die auf den Abkürzungen bisweilen etwas breiter sind.
Die richtig guten Pisten – und damit meine ich sensationell gut – befinden sich im unteren Teil.
Im Gegensatz zu den Waldpartien oben, die auch im Februar fast durchgehend im Schatten liegen, scheint unten meistens die Sonne. Und diese Pisten haben es wirklich in sich, doch schauet selbst…
Wären die WSO- und Streiff-Lifte gelaufen: wir wären nur noch dort unten gefahren. Zumal aber selbst am Mittag erst 26 Autos auf dem Parkplatz standen, war es verständlich, dass die Betreiber so entschieden haben. Die ideal geneigten, breiten, teils beschneiten und schön coupierten Carvingpisten sind der Hammer. Wären diese durchgehend besonnt, pfuuuh, wären das absolute Voralpen-Pistenhighlights.
Hätte, könnte, wäre…
Am Mittag fuhren wir weiter auf den nahen Jaunpass, der bereits im Kanton Bern liegt. Franjo von Allmen hat hier Skifahren gelernt – angesichts der flachen Hänge grenzt es an ein Wunder, dass er fünf Tage später Olympiasieger werden sollte 🙂
Äusserst nett sind hier die Aussichten an die Lenk und die Plaine Morte:
Zuerst genehmigten wir uns in der “Taverne” beim riesigen Campingplatz ein herzhaftes, frisch gemachtes Cordon Bleu – es ist stets ein gutes Zeichen, wenn man kurz nach der Bestellung in der Küche jemanden deftig auf ein Stück Fleisch schlagen hört. Sehr zu empfehlen!
Nach dem bitterkalten Morgen in Jaun Dorf herrschte hier Sulzschnee-Frühlings-Feeling: Die beiden von Garaventa sanierten Habegger-Klassiker sind unspektakulär gut.
Solide Sache, günstiges Kleinskigebiet für Familien seit den 1950er-Jahren. Schade, dass der Skilift Hüttlistalden (ein N-Masten-Habegger) vor zehn Jahren abgebrochen wurde. Auf dem alten Plan in der “Taverne” ist er unten noch zu sehen:
Fazit dieses Tages: Unspektakuläre, aber nette Voralpenskifahrerei für Leute, die es gerne günstig, einfach und gut haben. Landschaftlich reizvoll – die Gastlosen werden auch als “Freiburger Dolomiten” bezeichnet.
Gefallen hat uns nebst der allgemein gemütlich-unaufgeregten Stimmung (man würde kaum glauben, dass die grossen und teils mondänen Skigebiete von Adelboden-Lenk und Gstaad-Zweisimmen gleich nebenan liegen) diese urchige Pistenhütte, wo wir uns am Ende noch einen süssen Snack gegönnt haben:
Für mich war der Tag dank MagicPass quasi gratis. Einmal mehr: Ein grandioses Projekt, dieser Tarifverbund!
Die bisherigen Teile dieser Serie
Eggiwil / Marbach und Bumbach / Les Breuleux und Tramelan / Nachtskifahren Linden / Selital (Gantrisch) / Hohe Winde / Grandval / Engstligenalp / Langenbruck / Prés-d’Orvin / Faltschen / Aeschiallmend / Gantrisch-Gurnigel / Les Bugnenets-Savagnières / La Corbatière / Rüschegg-Eywald / Dent de Vaulion / L’Audibergue (F) / Gréolières-les-neiges (F) / La Berra / Habkern / Heiligkreuz / Vallée de Joux / Elsigenalp / Eriz / Eischoll-Unterbäch / Le Pâquier Crêt du Puy / Chuderhüsi und Linden / Grenchenberg / Ottenleuebad / Homberg / Lauchernalp / Rastello-Turra (Piemont) / Col de Rousset (Drôme, Frankreich) / Mont Gibloux (Fribourg) / Heimenschwand / Ste-Croix Les Rasses / Blumenstein / Fischenthal / Schwanden-Sigriswil / Rothwald / Gspon / Jeizinen-Feselalp / Balmberg / Les Mosses, La Lécherette, Leysin / Visperterminen / Hohwald (Beatenberg) / Arolla / La Chia / Vichères-Liddes
Nach Regionen
Aus Bern innert einer Stunde zu erreichen: Eggiwil / Marbach und Bumbach / Les Breuleux und Tramelan / Nachtskifahren Linden / Selital (Gantrisch) / Engstligenalp / Prés-d’Orvin / Faltschen / Aeschiallmend / Gantrisch-Gurnigel / Les Bugnenets-Savagnières / Rüschegg-Eywald / La Berra / Heiligkreuz / Elsigenalp / Eriz / Chuderhüsi und Linden / Ottenleuebad / Homberg / Mont Gibloux (Fribourg) / Heimenschwand / Blumenstein / Schwanden-Sigriswil / Hohwald (Beatenberg) / La Chia
Wallis: Eischoll-Unterbäch / Lauchernalp / Rothwald / Gspon / Jeizinen-Feselalp / Visperterminen / Arolla / Vichères-Liddes
Westschweiz und Jura: Les Breuleux und Tramelan / Grandval / Langenbruck / Prés-d’Orvin / Les Bugnenets-Savagnières / La Corbatière / Dent de Vaulion / La Berra / Vallée de Joux / Le Pâquier Crêt du Puy / Grenchenberg / Mont Gibloux (Fribourg) / Ste-Croix Les Rasses / Balmberg / Les Mosses, La Lécherette, Leysin / La Chia


















