Auch wenn das Knie ziept und schmerzt und alles, was seit dem Einsetzen des Metallgelenks noch natürlich ist, Osteophyten bildet und verkalkt: Skifahren muss sein. Im Winter 2024/25 waren es 32 Skitage, im laufenden Winter bislang 23 Tage.
Und es gibt etwas zu Feiern in diesem Zusammenhang.
Diesen Winter fahre ich genau ein halbes Jahrhundert Ski. Vor 50 Jahren stand ich in Sedrun – zu sehen hier mit meiner Mutter – zum ersten Mal auf den Latten, die mir immer noch die Welt bedeuten:
Zum Saisonbeginn 1975/76 zog ich an Weihnachten ich auf dem “Idiotenhügel” in Valtgeva sowie in Surrein (wo von 1967-2003 ein benzinbetriebener Lift stand) meine ersten Schwünge in den Schnee. Etwas, das ich später als Erwachsener stets während 30-60 Tagen pro Winter tun würde.
Inzwischen habe ich aufgerechnet mehrere Jahre meines Lebens auf der Piste verbracht. Und ich sage heute noch: Es gibt einfach nichts Schöneres!
Mein Grossvater hat zum Glück einen der ersten Skitage auf Super-8-Film gebannt – seit kurzem steht er als restaurierte und optimierte 4K-Fassung zur Verfügung:
Die Originalaufnahmen sind teils so dunkel, dass man fast nichts sieht. Wer sie dennoch sehen will: Voilà!
Mein Vater und ich haben anno 2015 zum Jubiläum “40 Jahre danach” unsere erste gemeinsame auf Film festgehaltene Skiszene nachgestellt:

Zum ersten Ski-Jubiläum kommt noch ein zweites: In meinem vierten Blogbeitrag überhaupt habe ich mich vor 20 Jahren über ein neuartiges Skimodell gefreut, das mir jemand ans Herz gelegt hatte. Der Völkl Racetiger SL 155cm ist seither mein treuer Begleiter auf der Piste, schon in fünf Versionen:
Seit jenem 22. April 2005 lasse ich kaum etwas anderes an meine Füsse.
Aber jetzt zurück in die Jahre 1975 und 1976 – lassen wir die Bilder aus dem Familienfotoalbum noch etwas für sich sprechen. Insbesondere die Skikünste (und die Geduld) meiner damals 23-jährigen Mutter finde ich heute noch beeindruckend. Selbstredend ist sie nach wie vor regelmässig auf den Pisten anzutreffen.




Der Skilift Valtgeva im Hintergrund ist übrigens (nach dem Skilift Alpsu 1960) der zweite Bügellift, der in der Region Tujetsch aufgestellt wurde – im Jahre 1962 von Testa Soliva:

Alles weitere zu diesem Lift auf dieser Seite. Zum letzten erhaltenen Skiliftbügel dieser Anlage schaue ich übrigens seit 1985 bestens und halte ihn in Ehren:

Wer hätte damals gedacht, dass das Ding dereinst an meinem Haus in Bern hängen würde. Oder überhaupt dass ich jemals in Bern leben würde!
1975 sah es bei dessen Talstation so aus – zwischenzeitlich hat man sie in ein Haus gepackt (was 2006 rückgängig gemacht wurde – heute hängt auch eine Webcam am Gebäude):

Meine Grosseltern waren damals gerade mal 45 Jahre alt… unglaublich.

Und ein kleiner Clown bin ich bis heute geblieben.

Offenbar hatte da jemand Spass an diesem Dings mit dem Schnee und dem Gleiten darauf und machte seine Sache gut – das Schrie nach einer Belohnung in einem Bereich, der auch 50 Jahre und etliche Kilos danach noch einen zentralen Bereich im Leben einnimmt: Fein Essen.

Die kommenden Skitage verbringe ich mit meinem Vater. Der macht zwar nicht mehr so coole Sprünge wie 1976 in Surrein…
… aber ist auch mit 78 Jahren noch ein treuer Begleiter auf den Pisten (auf Skis inzwischen fitter als zu Fuss unterwegs) – in und um Sedrun ist natürlich auch Gino immer wieder mit von der Partie. Beide sind von weitem an ihrem charakteristischen Ski-Stil erkennbar.
Und meine Mutter mit 73 Jährchen? Topfit und ebenso erkennbar an ihren Schwüngen:
Auf weitere 50 Jahre… ähhh… ja.

















