Wen interessieren eigentlich die Börsendaten?

“… und hier noch die Börsendaten von Reuters, der Down Jones liegt bei 12’507 Punkten, der Swiss Market Index bei 9025 Punkten, ein Euro kostet einen Franken einundsechzig.”

Das hört man mehrmals täglich am Radio oder siehts in TV-Sendungen.

Doch wen interessiert das eigentlich, und welchen Nutzen sollen wir als geneigte Hörerinnen und Hörer daraus ziehen können? Sendeminuten sind kostbar, unsere Aufmerksamkeit auch. Also: Der Euro kostet immer gleich viel – und wenns mal nicht so wäre, erst dann würde es uns wirklich interessieren. Und selbst wenns eine Schwankung von einigen Rappen gibt: Wer verschiebt deswegen die Ferien?

Klassischer Fall von “Wer das fürs Leben braucht, findet das zur Genüge andernorst”. Ich zweifle nicht daran, dass Menschen existieren, die sich für den Tagesgang der Börsenindizes interessieren. Ich kenne Leute mit allerlei Interessen, doch von denen weiss vermutlich praktisch niemand, was diese kryptischen Zahlen überhaupt für eine Grundbedeutung haben. Dow und SMI scheinen ständig zu steigen – und das ist vermutlich irgendwie gut. Oder so.

Also, liebe Sendelayouter – verschont uns doch einfach mit solcherlei Nullinformation. Ein kleines Machtwort der Chefredaktorin oder des Chefredaktors sollte genügen. Bringt doch stattdessen nebst dem Wetter- auch den Pistenbericht fürs Wochenende, das Lawinenbulletin oder die die Voraussage der wichtigsten Wassertemperaturen und Gewitterwahrscheinlichkeit für den Feierabend.

Das wäre garantiert für mehr Menschen nützlich als ein paar Zahlen, die nach dem System Göschenen-Airolo nach einer Sekunde nicht mal eine Bremsspur im Hirn hinterlassen.

11 Kommentare

  1. hä? also wenn der blöker tatsächlich so ein news-junkie ist, wie er es vorgibt zu sein, dann sollten ihn diese simplen börsendaten schon interessieren. es ist nun mal eine tatsache, dass geld diese welt bewegt und politik oft auch mit ökonomischen interessen gemacht wird.
    watschelt der schorsch doppel-ju nun im iran ein, so kann auch der blöker ganz beruhigt sein, dass sich all die genannten indizes nach unten bewegen werden (ebenso wie andere, ihn direkt betreffenden indizes).
    abgesehen davon: mich als spiessiger kleinbesitzer von einigen fonds interessierts halt auch, ob ich nun meine fonds abstossen soll, oder ob die rally noch ein wenig weitergeht. für mich sind das halt news wie alle anderen auch.

  2. Fast noch schlimmer als die Börsenzahlen finde ich inzwischen das Verlesen von Web-Adressen tagein, tagaus auf dem Sender – und glaube auch nicht daran, dass ich jemals die kurzlebigen Morgen-Nachrichten möchte "als Podcast aabelade für Ihre Empeedreipleier".
    Aber Hauptsache, – wer hätte das gedacht? – CH-Radio DRS findet man im Fall im WWW unter http://www.drs.ch!

  3. @sultan: Ich hab keine solchen Fonds und all das Gekraute – ich brauch mein Geld für neue Skis und so 🙂 Ich lach mir dann immer ins Füüschtli, wenn diese Fonds an Wert verloren haben und denke, tja, damit hätte die Inhaberin oder der Inhaber nette Ferien machen können.

    Geld mag ja die Welt bewegen, aber daran muss ich ja nicht durch nutzlose Zahlen erinnert werden, die – nochmals – den allerwenigsten was sagen. Wenn der Schorsch W was tut, interessierts mich dann vielleicht schon (doch dann anderes, nicht die Börsendaten). Ausserhalb grösserer Krisen zu vermelden, wo die Indizes stehen, ist etwa wie zu vermelden, dass es am Morgen hell wird und abends wieder dunkel.

    Wenn du deine Fonds abstossen solltest, sagt dir das hoffentlich deine Beraterin oder dein Berater, sonst würd ich vielleicht mal die Bank wechseln…?

    Also Hand aufs Herz: Einige mögen ja ihr Geld irgendwie angelegt haben, dass es einen Zusammenhang mit diesen komischen Swiss Dow Market Jones Zeugsundsachen haben könnte. Aber welchen Zusammenhang, und was sie aus einem langsamen oder schnellen Zuwachs dieser Zahlen schliessen sollten, das weiss fast kein Mensch.

    Ich hab das Gefühl, all das Zahlenbeigereizeugs (auch die neuen Wirtschafts-Flashes vor der Tagesschau und auf DRS3) sind reine Hofknickse gegenüber der Wirtschaft, die bahauptet, dass das immens wichtig sei.

  4. @db: vielleicht bin ich da altmodisch, aber das mit den podcasts ist famos und nutze ich relativ oft. ohne diese ansagen wäre ich nicht auf die idee gekommen ‘EDZ’ jeweils ‘ab’ 20 uhr zu hören. (man beachte das ‘ab’).

    @blöker: grins.. ja das sind wohl schon hofknickse vor der ‘wirtschaft’. oder vielleicht gar vor dem ‘casion-kapitalismus’? wer weiss, dass schon so genau? ich wittere auch jeweils eine kleine verschwörung wenn ich die wetterprognosen höre (so warme winter? ich glaube da profitiert nur die schneekanonen-wirtschaft davon) 🙂

  5. "Der Euro kostet immer gleich viel" – hallo??? Welch weltfremde Ignoranz! Ihnen würde das Lesen und/oder Hören von Wirtschaftsinformationen aber definitiv gut tun, werter Herr Jakoblök!

  6. Ich mag ja weltfremd und ignorant sein, zum Glück haben wir aber in der Person von Herrn Jaschke die Rettung dieses Planeten – ein richtig kreativer, konstruktiver Mensch, wie seine geistreichen und sinnvollen Kommentare in diesem und diesem Posting beweisen. Anhand seiner IP-Adresse lässt sich ihm auch der Fäkalkommentar in diesem Beitrag zuordnen – da getraute er sich noch nicht, mit seinem vollen Namen zu posten.

    Herr Jaschke erinnert mich in seinem Kommentarverhalten an einen Hund: Hauptsache, Markieren – was und wieviel, ist Wurst.

    Das haben viele Wirtschaftsheinis oder ihre Anhänger wohl so an sich: Zahlenbeiger ohne Sprachgefühl und das Gespür für die sinnvollen Worte am richtigen Ort. Nun gut, falls es sich um den selben Jaschke handelt, der hier mitdiskutiert oder hier markiert, dann ist ja eigentlich alles klar. Wir können uns – wir scheinen ja beide etwas pingelig zu sein – gern auch einmal über die korrekte Schreibweise von “JacoBlök” unterhalten.

    Zum Eurokurs: Vielleicht kann mir Herr Jaschke mal sagen, was denn so wahnwitzig dran ist, ob der Euro 1.61 oder 1.57 Franken kostet – das mag für Leute, die mit Millionen hantieren, ja eine Rolle spielen, aber I don’t give a damn… und viele andere Otto Normalverbraucher auch nicht (darum gehts übrigens in diesem Beitrag). Wenn der Euro mal gegen zwei Franken kostet, dann müsste ich mir vielleicht langsam mal was überlegen – und dann wäre der Nachrichtenwert auch hoch.

  7. Wen interessiert das Geplauder auf den Sendern überhaupt? Ständig wird irgendwelcher Käse erzählt.

    Und am allermeisten stören mich die Vorsagen: Kommt irgendsone interessante Apetizer Story, zwanzig Sekunden blabla und "Mehr darüber heute Nachmittag um 20 vor drei!" Wie wenn jemand extra wegen so einer Ankündigung einen Sender einstellt.

  8. Hmmm… da muss ich dir als Ex-Radiomensch aber widersprechen: Solche "Coming Ups" dienen der HörerInnenbindung… wenn natürlich eine Nullmeldung angekündigt wird, bringt das nichts. Aber wenn mir DRS3 um 10.10 Uhr sagt, dass um 10.20 Uhr ein Beitrag zum Thema "Mietzinssenkung" kommt, dann hör ich zu, wenn ich kann – weil mich das als Mieter natürlich interessiert. Es ist also nicht das Ziel, einen Sender einzustellen, sondern den Sender eingestellt zu lassen, auf dem du schon bist.

  9. Ja ok 10 Minuten vor dem Beitrag meinetwegen. Aber wenn ich am Morgen auf dem Weg zur Arbeit höre, dass nachmittags um zwanzig vor drei ein Beitrag über Thema X kommt, bringt das nichts. Weder höre ich in der Arbeit Radio, noch würde ich in dieser kurzlebigen Zeit jemals wegen einer Radioreportage einschalten. Sowas nervt mich. Zuviel Blabla.

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