Gastfreundschaft und Eurokurs – man hat’s nicht nötig

Ich war heute auf der First – das Carvingparadies auf dem Sonnenhügel Grindelwalds präsentierte sich von der allerbesten Seite, und Schnee liegt immer noch mehr als genug. Wer kann, soll sich das unbedingt noch antun diese Woche:

First, 26. März 2012

First, 26. März 2012

Hellhörig wurde ich aber an der Kasse, und damit ist’s vorbei mit der wohlwollenden, puren Werbung für die Jungfrauregion, die ich gerne gemacht hätte: Eine Deutsche wollte bei der Firstbahn-Talstation ihren Skipass in Euro bezahlen. Eigentlich hätte ich erwartet, dass der Angestelle nun sagt “klar, kein Problem, wir haben ja auch diesen für Sie äusserst vorteilhaften Wechselkurs eingeführt.”

Seine tatsächliche Aussage war: “Das kostet dann noch 4 Euro extra für die Umrechnungspauschale.”

Ich will von solchen Touristikern kein Sterbenswörtchen der Klage mehr hören, es gehe ihnen schlecht, die Umsätze gingen zurück und der Eurokurs gebe noch grad eins obendrauf. Aber wirklich GAR kein Wörtchen mehr. Schikanierer, Abzocker und Schtürmicheibe!

Zurück zum Positiven: Mehr Bilder des wunderbaren Skitages hier.

(Anmerkung vom 27. März 2012: Im Prospekt ist von 4 Franken die Rede, nicht von 4 Euro. Macht dieses Gebahren aber auch nicht besser.)

10 Kommentare

  1. Ich war gerade eine Woche in Israel. Auf touristischen Pfaden natürlich und überall konnte man auch in Euro zahlen. Ein Bier für 2 Euro oder 10 Scheckel – dem offiziellen Kurs.

  2. Das zeigt wieder einmal, dass Bahnen und Hotellerie nicht am selben Strick ziehen. Ich hab den Link zu Deinem Artikel an unseren Volkswirtschaftsdirektor weitergeleitet. Immerhin ist gerade eine saftige Erhöhung der Beherbergungsabgabe in Vernehmlassung, welche für zusätzliche Werbung verwendet werden soll. Angesichts des von Dir beschriebenen Gebarens frage ich mich allerdings, ob das was bringt.

  3. Ich danke euch fürs Teilen und Weiterleiten. Falls Herr Rickenbacher übrigens seinen Ohren nicht traut, wenn er das hört, und für alle anderen: Diese kundenunfreundliche Praxis ist hochoffiziell im Prospekt drin – allerdings ist von “4 Franken” die Rede und nicht von “4 Euro”, da muss ich mich entweder verhört haben oder der Angestellte hat einen Versprecher gemacht. Sorry.

    Allerdings ist das Hans was Heiri – so etwas gehört sich dem zahlenden Gast gegenüber einfach nicht in Krisenzeiten, punkt.

    Sämtliche Euro-Preise in Prospekten sind unverbindliche Richtpreise und veranschaulichen lediglich Preisbeispiele. Basis für die Preisberechnung 1 EUR entspricht CHF 1.25. Beim Kauf gilt der jeweils aktuelle Tageswechselkurs. Bei Barzahlung in Fremdwährungen (z.B. Euro) wird zusätzlich eine Wechselgebühr von CHF 4.00 pro Transaktion erhoben.

    Quelle: http://www.interlaken.ch/fileadmin/user_upload/flyer_diverse/flyer_winter/Sportpasspreise.pdf

  4. Ich habe heute von Andreas Rickenbacher erfahren, dass der CEO der Jungfraubahnen anscheinend gestern entschieden hat, den Zuschlag abzuschaffen. Ist doch ein schöner Erfolg für einen Blogartikel.

  5. Kleine Frage am Rande, wie war denn die touristische Reaktion auf die 4 Euro? Davon abgesehen kommt das auch ungefähr der Gebühr gleich, wenn man mit der Kreditkarte Geld vom Automaten abhebt, glaube ich. Auch nicht schön.

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