Tramfahren in Zürich: Steinzeit

Bernbashing ist bekanntlich “in”, vor allem seitens in Däüntäün Schwizzerland wohnhaften Personenkreisen. Dann wollen wir doch mal zurückrufen.

Verlässt man einen Bahnhof, erwartet den öV-Reisenden in fast allen Schweizer Städten ein vorbildliches Nahverkehrssystem mit elektronischen Abfahrtstafeln. So weiss die halbwegs ortskundige Besucherin stets, ob sie einen auf gesund machen (und eine Station weit laufen) oder doch lieber warten soll. Das klappt selbst in kleinen Städten wie Biel/Bienne.

Nicht so in Zürich – dort ist man (wie leider auch in der unteren Berner Altstadt) weiterhin genötigt, zuerst mal auf die Uhr zu schauen und dann die nächste Abfahrtszeit auf einer nur in spärlicher Anzahl vorhandenen Tabelle abzulesen, vor der meistens Menschenmassen stehen; kein Monitor mit “Line 14, 3 Minuten” gibt einem das volle Verwöhngefühl:

Wo bitte ist die elektronische Abfahrtstafel? (Züri HB, März 2008)

Immerhin: Zumindest in den neuen Trams ist die Fahrgastinformation vorbildlich gelöst; Bildschirme informieren laufend über die verbleibende Fahrzeit sowie Anschlüsse.

Immerhin vorbildliche Infos in den neuen Trams (Zürich, März 2008)

7 Kommentare

  1. Hier muss auch erwähnt werden, dass in Zürich noch sehr viele Steinzeit-Trams unterwegs sind. Unmöglich für Kinderwägen (ich schreibe hier von normalen Einlingswägen – mit dem Drillingswagen käme ich nie auf die Idee nach Zürich zu fahren…).

  2. hier muss ich als zürcher eingreifen. 😉

    ja, die alten trams sind eine katastrope. wir haben einen doppelkinderwagen und bei den alten trams wird das einsteigen zur kraftprobe. zum glück fahren auf “unserer” linie immer mehr der modernen cobras, in die frau/man den kinderwagen ebenerdig reinschieben kann.

    zu den abfahrtszeiten. es wurde eine zeitlang ein anzeigesystem mit den aktuellen abfahrtszeiten getestet. jetzt sind sie wieder abmontiert. im 2. halbjahr 2008 sollen jedoch laut vbz an den 50 wichtigsten haltestellen 160 neue elektronische anzeiger mit ist-abfahrtszeiten aufgestellt werden. es tut sich also etwas. 😉

  3. @Patrick: Ich erinnere daran, dass Bernmobil beispielsweise schon seit Beginn der 90er-Jahre mit Niederflurtram unterwegs ist und schon fast den ganzen Fuhrpark entsprechend ausgerüstet hat. Da sind die paar Cobras (es sollen einmal 68 sein) nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Erwähnenswert sind auch die behindertenfreundlich ausgerüsteten Fahrzeuge von Bernmobil, welche – sofern Niederflur – alle rollstuhlgängig sind.

  4. Auf den Papier-Fahrplan kann man sich nicht wirklich verlassen, denn die Zürcher Trams sind ebenso chronisch neben dem Fahrplan wie die Zürcher S-Bahnen. Kaum regnet es mal und ein Laubblatt liegt auf der Schiene, kommt gleich der ganze Fahrplan ins Rutschen. Die Cobras haben im Vergleich zu den älteren Modellen zuwenig Sitzplätze und sind eine ähnliche Fehlkonstruktion wie die Berner Schüttel-Combinos. Insgesamt aber ein klarer Punktesieg für Bern.

  5. Nicht vergessen sollte man die Bemühungen der SVB, äh, BernMobil im Bereich des Erdgasantriebs. Ok, das ist zwar nicht zum Thema und die (langen) Kisten klappern ganz schauerlich… aber trotzdäm 😉

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