Tellerstapel aus Kalk im Aven Armand

“Grottes” sind Höhlen mit einem horizontalen Eingang, “Avens” solche mit einem vertikalen Schacht.

Der Aven Armand auf der Causse Méjean verfügte bis 1927 über den Originaleinstieg via Erdloch – dann bohrte man einen etwas einfacheren Zugangsschacht. Für die Touristen wäre das Abseilen über fast 40 Meter doch etwas zuviel gewesen.

Als Louis Armand, Edouard Alfred Martel und Armand Viré im September 1897 erstmals in die Halle kamen, in welcher die Notre Dame problemlos Platz fände, trauten sie ihren Augen nicht – da unten befand sich ein veritabler Urwald aus Stalagmiten. Martel sagte, dass die Rückkehr an die Oberfläche nach diesem Erlebnis sei, wie aus einem Traum zu erwachen.

Im rechten Bild ist oben der natürliche Zugansschacht zu erkennen:

Aven Armand, 17. Mai 2010

“Märchenhaft” kommt dem Erlebnis, durch den Tellerstapelstalagmitenwald zu wandeln, wohl am nächsten. Es ist einer dieser Augenblicke, in dem man ziemlich demütig vor Mutter Natur wird. Hier unten finden regelmässig Konzerte statt – im vermutlich allerschönsten Musiksaal der Erde.

Aven Armand, 17. Mai 2010

Für Seilbahnfreunde gibts übrigens einen fulminanten Einstieg in die Höhle – mit einer Standseilbahn aus dem Jahre 1963 à la Marzili. Mehr Bilder hier.

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