Neue Festplatte in Notebook einbauen – so gehts bei einem Sony Vaio SZ

Vielleicht erinnert sich jemand an den renitenten Sony-VAIO-Support, der sich zuerst weigerte, mir Tipps für das Replacement meiner Harddisk zu geben. Leider sind die in den Schlepptops eingebauten Festplatten nach wie vor sehr klein; jedenfalls zu klein für meine Digifoto- und Videosammlung. Keine Ahnung, weshalb man in High-End-Geräten so kleine Harddisks verbaut – bei mir warens damals 100GB, obwohl bereits 160er erhältlich waren.

Disclaimer: Selbstredend erfolgen diese Hinweise ohne Garantie und ich übernehme keine Verantwortung für allfällige Probleme und Schäden. Vor diesen Aufgaben am besten alle Daten auf einem externen Laufwerk sichern!

Nun – es war höchste Zeit, meine 100-GB-S-SATA-HD durch eine 320er zu ersetzen. Bebilderte Anleitungen dazu gibts im Netz; es ist bei einem VAIO eine ziemliche Plackerei, die nicht ganz ungefährlich ist. Ich füge hier noch einige Hinweise für Leute ein, die sowas noch nie gemacht haben.

Kurz gesagt: Wer das System nicht neu installieren will, muss eine 1:1-Kopie seiner Harddisk auf eine neue Platte ziehen. Das geht nur mit speziellen Programmen (Stichworte: Ghost, Image, Clone). Natürlich hat eine Neuinstallation viele Vorteile – das System wird wieder mal “geputzt”, was bei meinem Desktop kürzlich Wunder gewirkt hat. Beim Notebook wollte ich das aber nicht.

Also – Schritt für Schritt!

Beim Versandhändler seiner Wahl eine akkurate Hartscheibe bestellen (ich blieb bei 5400rpm, auch wenn im Web zu lesen ist, dass die Hitzeentwicklung auch mit einer schnelleren 7200er nicht gravierend ist) und dazu gleich ein 2.5″-Case, falls nicht vorhanden (bei mir musste es S-ATA-kompatibel sein; zuerst also checken, ob eine IDE- oder eine Serial-ATA-Platte im Gerät steckt). Anschliessend muss noch eine Software wie z.B. “HD Clone” her (ab der Version “Standard” für rund 33 Euro ist ein vernünftiger Speed möglich).

Mittels dieser Software kann nun ein bootfähiger Datenträger (in der Regel eine CD) erstellt werden. Natürlich muss man im BIOS (das man beim Starten eines VAIO via F2-Taste erreicht) die Boot-Device-Reihenfolge so ändern, dass sich das optische Laufwerk (sprich der CD-/DVD-Brenner) zuerst meldet – Grund: Sobald Windows läuft, können bestimmte Daten nicht kopiert werden, die gerade in Gebrauch sind. Fazit: “HD Clone” kann also nicht einfach gestartet werden, und dann gehts los – nein, zuerst muss ein Datenträger erzeugt werden!

Die neue Harddisk kommt ins 2.5″-S-ATA-Case und wird mit USB oder FireWire ans Notebook gehängt; sie muss weder partitioniert noch formatiert sein. “HD Clone” wird später alle vorhandenen Partitionen (z.B. Laufwerke C, D, E, F) 1:1 übertragen und den restlichen Platz einfach frei lassen.

Am besten lädt man sich zuerst mal die Gratisfassung von “HD Clone” runter, erstellt eine Start-CD und guckt, ob die Software die angehängte Platte erkennt. Wenn ja – abbrechen und die gewünschte Bezahlversion von “HD Clone” erstehen. Bei Bezahlung z.B. via Paypal kommt nach rund 20 Minuten ein Mail mit dem Lizenzschlüssel. Bei mir genügte die “Standard Edition” – also von vorn beginnen, ab der neuerlich erstellen CD booten und gemäss den Anweisungen loslegen. 100 GB waren so (im Langsammodus!) in rund zwei Stunden auf der 320GB-Platte.

Nach dem Kopieren einfach kurz checken, ob alles drüben ist, indem man sie an einen anderen Rechner anschliesst – wenn die Partitionen als Laufwerke aufploppen, ist die Aktion gelungen. Die neue Disk kann nun wieder aus dem Case ausgebaut werden.

Jetzt beginnt die eigentliche Handarbeit. Tipp: Unbegingt guten Schraubenzieher (mit rotem Griff) bereithalten – die kleinen dünnen Dinger genügen nicht! Zudem ist ein starker Luftspray praktisch – da sammelt sich doch einiges an Staub an, der bei dieser Gelegenheit grad weggeblasen werden kann.

Hier ist wunderbar beschrieben, wie man einen VAIO SZ dergestalt auseinandernehmen kann, dass man an die Festplatte kommt. Dieser Anleitung ist fast nichts hinzuzufügen, ausser dass der Kleber zwischen eingebauter HD und dem Kabel (zwei Pfeile rechts) verdammt gut hält – Achtung, alles ist extrem empfindlich da unten…

Achtung bei diesem Schritt...

Es brauchte grosses Fingerspitzengefühl, die HD (ohne das Kabel zu beschädigen- Pfeil oben links) rauszuziehen, mit dem Schraubenzieher unter die HD zu kommen und den Kleber mit einem Japanmesser zu durchtrennen. Ohne diese Aktion hat man fast keine Chance; zudem war auf der vorhandenen HD unten ein schwarzer Kleber, den man zuerst ablösen musste. Also dreifach aufgepasst bei diesem Schritt!

Schwarzer Kleber unter der Harddisk; Kleberresten beim Anschluss

Schliesslich erstrahlt vor dem Bastler der harddiskfreie VAIO:

Geschafft: Die Platte ist draussen!

Wenn die beiden Seiten-Metall-Leisten an die neue Festplatte geschraubt sind, ists ein Leichtes, sie einzubauen. Die alte kommt natürlich ins Case und dient fortan als neue externe Platte, z.B. für Backups.

Wenn beim Klonen alles normal lief, startet der PC mit dem neuen Superspeicher wie bisher auf – die Partitionen sind aber natürlich gleich klein wie vorher. Nun gehts folglich noch darum, den nicht verwendeten Platz auf die bestehenden Partitionen zu verteilen; ich habe das mit der Acronis Disc Director Suite gemacht.

Die Software bietet einen hervorragenden Komfort: Einfach den noch nicht verwendeten Platz der letzten Partition anhängen und anschliessend und “Increase Free Space” wählen – zuerst sagen, welche Partition vergrössert werden soll und dann, woher der Speicher dafür kommen soll (natürlich von der nun vergrösserten hintersten Partition, z.B. F). Nach dem Ausführbefehl startet der Rechner neu…

Disc Director am Werk!

… und die ganze Chose dauert dann durchaus nochmals 1-2 Stunden. So hat man insgesamt fast einen Arbeitstag mit dieser Aktion vollbracht. Die Anzeige “Frei: 92.8 GB” bei meiner Haupt-Datenpartition macht aber extrem Freude!

Nach einem neuen LCD, einem neuen Akku und einem GB zusätzlichem RAM ziert nun also auch eine neue Festplatte meinen SZ1XP. Es lebe die Compiastelei!

11 Kommentare

  1. Eben in der aktuellen c’t gelesen (13/08 s.124), sollen diese Notebook-Platten viel empfindlicher gegen Stösse sein. Da die Stossempfindlichkeit mit der Kapazität der Platte zunimmt (filigranere Mechanik) müssen solche Platten wie rohe Eier behandelt werden. Die c’t gibt an, dass bereits ein umkippende 3.5″ HD einer Beschleunigung von 300g ausgesetzt ist. Bei einer 2.5″ Platte dürfte das umso höher sein. Also: Plastik anfassen und regelmässig Sichern!

  2. Hallo,

    super Beschreibung des Umbaus, werde es auch bald wagen :)! Kannst du mir vielleicht sagen, welche Höhe die ausgebaute Festplatte aus dem Sony SZ hatte? Wäre super!

    Liebe Grüße Sascha

  3. Hallo,

    leider sind nicht alle gleich von der Höhe her, der Bereich liegt zwischen 9 und 12 mm.
    Weißt du eventuell noch die genaue Bezeichnung der neuen Platte?

    Liebe Grüße Sascha

  4. Hi, sehr gute Beschreibung, leider ist die Seite, wo beschrieben ist, wie man an die HDD kommt, nicht mehr verfügbar. Kann mir jemand beschreiben, wie ich an die HDD komme??

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