Breakdance an dr Mäss – fast wie früher

Es gibt Bahnen, die vertragen selbst mittelalterliche Mägen bestens: Zwischen 15 und 20 sind wir am liebsten rund um die “Breakdance” abgehängt, damals das Nonplusultra an Spass.

Zahlreiche Attraktionen von damals haben das Zeitliche gesegnet – die gelbe Zentrifuge, die Enterprise, die Achterbahn mit Looping… wir 80er-Kinder vermissen sie alle schmerzlich. Stattdessen stehen auf dem Kasernenareal zahlreiche neue Übelkeitserreger und Magendreher, die Mittdreissiger schon beim Zuschauen arg in Mitleidenschaft ziehen.

Kasernenareal an der Basler Herbstmesse am Samstag, 25. Oktober 2008

Aber hey – die Breakdance gibts immer noch. Manchmal heisst sie “Megadance”, egal – Hauptsache, die Naive-Malerei-mässigen Graffiti sind noch dran, und das Trockeneis riecht gleich wie 1988.

Breakdance - die Bahn der Bahnen (Oktober 2008)

Breakdance - die Bahn der Bahnen (Oktober 2008)

In Horden von drängelnden Teenies für den spottbilligen Chip (nur drei Franken) anstehen, die eine immer noch gleich frustriert wie damals dreinblickende Frau rausrückt, möglichst cool auf die noch drehende Bahn hüpfen und eine Kabine ergattern, dem irrsinnig phantasievollen Speaker im Bumbumsound lauschen, der vermutlich das ganze Leben noch von seinen monotonen Durchsagen in Züritüütsch träumt, die er Abend für Abend macht: “Jetzt nomaal debii sii, iischtige… es gaht los… Abschuss!”

Mehr Mäss-Fotos am Ende dieser Galerie.

PS: Gibts eigentlich die altehrwürdige Wiener-Prater-Geisterbahn noch, die früher in den Muba-Hallen hinten stand, welche auch seit Jahren schon nicht mehr in Betrieb sind? Wo das Variété war, das 3D-Kino, der fliegende Teppich, die Rock’n’Roll…

5 Kommentare

  1. Jaja, die Breakdance – wahrlich ein Klassiker 🙂
    Meinst Du mit der Zentrifuge das Hamsterkäfig? Dies sei dieses Jahr wieder dabei – etwas “aufgemotzt”, jetzt stellt es einen Roulette-Tisch dar, in die Mitte wird ein Ball geworfen, und wer den am Schluss der Fahrt hat, kriegt eine Freifahrt (stand im Baslerstab).
    M
    F
    G
    Sopur

  2. Ja, es gibt sie noch die gute alte Wiener Prater Geisterbahn.

    Seit 1994 wurde sie jedoch nicht mehr aufgebaut, weil sie den veränderten modernen Sicherheitsvorkehrungen nicht mehr genügte. Sie ist momentan immer noch nicht betriebsbereit. Ich habe vor die Wiener Prater Geisterbahn wieder originalgetreu Instand zu stellen. Aus finanziellen Gründen und mangels geeignetem Platz für die Restaurierung kann ich momentan die Restaurierung nur in kleinem Rahmen vorantreiben.

    Ich hoffe jedoch, dass die Bahn einmal wieder all diejenigen erfreuen wird, die das unvermittelte Grauen aus altem Holz und alten Tüchern den klinischen Schock der modernen Videogesellschaft vorziehen. Und alle alten und junggebliebenen Liebhaber dieser einmaligen und ältesten weitgehend original erhaltenen Schweizer Geisterbahn sich wieder auf weitere Fahrten durch die Zwei-Stock-Geisterbahn freuen können.

    Ich habe gestern für den Anfang auch mal eine erste Version einer kleinen Webseite über die Wiener-Prater-Geisterbahn ins Netz gestellt.

  3. Merci, Pascal – wunderbar… genau wegen solcher Überraschungen liebe ich das Internet! Die Bilder bringen viele Kindheitserinnerungen zurück, und ich kann Dir nur viel Glück und Erfolg wünschen.

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