Zehn Dinge, die ich jemandem 1972 sagen möchte

In unserer Alltagssprache wimmelts von Wörtern, die es vor wenigen Jahren noch gar nicht gegeben hat – jedenfalls nicht im heutigen Zusammenhang. In meinem Brockhaus von 1994 fehlt zum Beispiel das Wort “Internet”…

So würde ich gerne mal in mein Geburtsjahr zurückreisen, dort wahllos Leute ansprechen und ihnen zum Beispiel sagen:

– Diese Freeware funktioniert nicht korrekt, installiere sie neu.
– Kannst Du mich um 18 Uhr aufs Handy anrufen?
– Starte doch bitte Deinen ADSL-Router neu.
– Meine Festplatte ist voll.
– Ich hab ein Mail von Christina bekommen!
– Meine Maus hat drei Tasten und ein Scrollrad.
– Ist Deine Website schon in Google?
– Was denn, Dein Telefon hat weder UMTS noch Touchscreen?!
– Nein, ich fliege mit EasyJet; die haben e-Tickets.
– ICE oder TGV? Egal – beide haben jetzt Free WLAN.

Zumal mir die Theorie, dass es niemals Zeitmaschinen geben wird – da wir heute nicht von Besuchern aus der Zukunft überschwemmt werden -, plausibel erscheint, werde ich das leider nicht versuchen können; die verdutzten Gesichter würde ich nur zu gerne sehen. Und mir ins Fäustchen lachen: “Wenn ihr wüsstet!”

Ebenso hätte man “Klaatu barada nikto” sagen können (musste ja kommen) – Wörter wie “Google” hätten nur schon vor 10 Jahren schlicht keinen Sinn ergeben.

Doch was wären wohl Sätze, die für uns heute so tönen wie für Menschen von 1972 die obigen Sätze geklungen hätten?

– Mein Fluxkompensator ist dahin, Mist.
    (OK – der ist natürlich geklaut, Asche auf mein Haupt.)
– Diese Flauke liefert zu wenig Menten!
– Das Orfon ist zu laut eingestellt.
– Dieser Computer erlaubt noch keinen Zugriff auf die Plexiphanne.
– Schau doch das einfach in Phaabu nach, Mann!
– Betreibst Du schon einen eigenen Axozooli?
– Microsoft wurde heute von HöriHöri Industries übernommen.

5 Kommentare

  1. Stimmt, hab ich schon ewig nicht mehr gehört – das war recht visionär.

    Eine der schönsten Vertonungen von Zukunftsblicken (vergangener Zeiten – jener Zeiten, als “Klaatu barada nikto” aktuell war) ist natürlich auch Donald Fagens “IGY”, eine Vertonung des “International Geophysical Year” von 1957/58. Ich seh mich immer zu dem “Wheel in space” fliegen… What a beautiful world this will be – what a glorious time to be free!

    Die LP “The Nightfly” ist ohnehin ein Highlight der Popgeschichte – “New Frontier” & Co. könnt ich stundenlang hören, auch wenn man den Text lieber nicht allzu sehr analysieren sollte.

    Lustigerweise hat Fagen 1993 mit “Tomorrow’s Girls“, das hierzulande leider nur ein kleiner Airplay-Hit war, wieder Blicke in die Zukunft geworfen. Diesmal gings aber weniger um Geophysik, sondern eher um die physischen Eigenschaften der Damen, die den an den Jersey Beaches gelandeten UFOs entstiegen…

    Und bevor mir jetzt jemand einen Strick draus drehen will, dass der Donald auf dem Cover von “The Nightfly” mit einer Zigi da hockt… der darf das, eindeutig, ebenso wie Helmut Schmidt überall schloten darf. So hab ich mir vor 20-25 Jahren Radiomachen vorgestellt. Mit genau so einem Mik. Wunderbar.

  2. Sag doch mal einem echten Beat-Rock’n’roll-Hippie von 1972, dass die Rolling stones in 36 Jahren immer noch um die Welt-Touren und Millionen von Platten verkaufen und Mit einem neuen Kinofilm in den Kinos sind… Und dass Mick Jagger von der Queen zum Ritter geschlagen wurde. Ich glaube der Hippie würde sich halb kaputt lachen und Dich in die Klappsmühle stecken…

    Es lebe die Vergangenheit!

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