Sie begründete eine Szene

Endlich habe ich es geschafft, die ultimativ und restlos korrekten Übersetzungen von vier Songs fertigzustellen. Vielleicht erkennt sie ja noch jemand.

Song1: Sie war eher wie eine Schönheitskönigin aus einer Kinoszene. Ich sagte: “Ich geistige nicht, aber was meinst du, ich bin der eine, der tanzen wird auf dem Boden in dem Rund!” Sie sagte mir, ihr Name sei Wilhelm Hans – und sie begründete eine Szene. Jeder Kopf drehte sich mit Augen, die davon träumten, der eine zu sein, der wird tanzen auf dem Boden in dem Rund.

Song 2: Wir liessen das Licht der Fangopackung aus und drehten Karren-Räder über den Boden. Ich fühlte mich irgendwie Seekrank; die Menge schrie aus für mehr. Der Raum summte härter, als die Decke wegflog. Wir riefen aus für ein anderes Getränk, der Wärter brachte ein Tablett. Und so war es, dass später – als der Müller sein Märchen erzählte -, dass also ihr Gesicht zuerst einfach geistlich drehte eine weissere Art von bleich.

Song 3: Die Unterstadt wurde gepackt von der Hysterie. Leute schreien und schreien – eine Generation ist auf der Bewegung. Wenn sich die Scheibo wie eine Bakterie vermehrt, sind diese einsamen Tage richtig. Willkommen zu der Leidensgeschichte der Grube, die goldenen Jahre, die silbernen Tränen. Du trugst eine Krawatte wie dr Richu Gerä vo Bärn. Ich will herunter kommen, du spinnst mich herum, ich stehe auf der Grenzlinie – Schreien in der Scheibothek!

Song 4: Eins zwei drei von Uhr vier von Uhr Fels, fünf sechs sieben von Uhr acht von Uhr Fels, neun zehn elf von Uhr zwölf von Uhr Fels, wir sind gehend zu felsen rund um die Uhr heut Nacht. Lege deine glücklichen Lumpen an und verbinde mich, Honig! Wir werden etwas Spass haben, wenn die Uhr eins schlägt. Wir werden rund um die Uhr felsen heut Nacht, wir werden felsen, felsen, felsen bis zu dem breiten Tageslicht.

12 Kommentare

  1. hi hi hi…
    song1: billie jean (king of pop)
    song2: ein weisserer schatten der blassheit (procol harum)
    song3: crying @ thediscothek.alcazar.music
    song4: der rock rund um die uhr (bill haley und seine kometen— ja, von dem stammt der halleysche)

  2. song2: naja…als gag mit bablefish übersetzen und an sebastian sick schicken, ok. aber fandango ist ein tanz den sie auslassen und miller (müller) ist ein synonym für drugs 😉

  3. Scho klar 🙂 Die Regeln meiner andologischen Übersetzungen © sind:

    – Möglichst wörtlich übersetzen; vor allem Redewendungen und feste Begriffe. (Beispiel: “I’m going to do this” = “Ich bin gehend zu tun dies”)

    – Wenn ein Wort zwei Bedeutungen hat, sicher die nehmen, wie dem Ur-Sinn des Textes am meisten widerspricht (cry = schreien).

    – Wenn ein Wort ähnlich wie ein möglichst unbekanntes deutsches Wort tönt, am besten gleich dieses nehmen (Fandango = Fango).

    – Fremdwörter (z.B. mit lateinischen / griechischen Elementen) möglichst unelegant eindeutschen (Scheibothek).

    Was ich aber nicht wusste: Miller = Drugs… wieso denn das? Wegen der Konsistenz und des Aussehens von Mehl und der Ähnlichkeit mit bestimmten Substanzen? Oder bin ich einfach zu jung, um das zu begreifen?

  4. naja, eine eindeutige erklärung gibt es scheinbar nicht. ich habe mein halbwissen aus einem kürsli vor x-jahren. jetzt hab ich mal ein wenig dazu gesurvt und bei chefkoch.de eine meldung gefunden, die meine interpretation stützt:

    This song is obviously about death from an overdose of drugs. The drug referred to in the song is coke, but it could be any drug overdose. The miller is obvious. A miller is any type of moth that has white, powdery wings. Look it up. The first verse of the song obviously describes the trip the author is on. Ever been on one? This is exactly it. Could have written this verse if I’d known the words. And who said there was not readily-available coke in the late 60s? You apparently didn’t live in the 60s.

    über den song könnte man eine doktorarbeit schreiben (wurde sicher auch schon 😉 ) und kommt auf keinen grünen zweig. die textzeile wurde auch schon mit arthur miller und irgendwelchen sagen in verbindung gebracht:

    http://de.wikipedia.org/wiki/A_Whiter_Shade_Of_Pale

    http://news.bbc.co.uk/1/hi/magazine/6146618.stm

    http://www.procolharum.com/awsoplyrics.htm

    naja… schön, haben wir darüber geredet 😉
    es bleibt einer der schönstens songs überhaupt…dank johann sebastian bach…

    aber das ist ein anderes thema 😉

  5. Interessante Links, danke! Spannend…

    Ich denke, mit dem Song ists dasselbe wie mit vielen anderen: “Lass es rückwärts laufen, dann hörst Du satanische Botschaften!” – “Lucy in The Sky With Diamonds – LSD, ganz klar!” … da wissen immer alle alles besser, und die Autoren lachen sich ins Füüschtli und denken sich “ha, macht das Spass, sich diese Käse-Interpretationen anzuhören”.

    Zumindest ich höre definitiv “mirror” statt “miller”. Und nerve mich seit Jahr und Tag immer über den brutalen, zackigen Fade Out der Single-Version mitten im Refrain (bei 3:52)… oder hab ich einfach eine “falsche” Fassung?

    Aber…

    Einer der schönsten überhaupt: Definitiv. Zumal ich nur noch für Taufen und Beerdigungen meinen Fuss in eine Kirche setze, und an Trauergottesdiensten eben meistens das Bach-Original zu hören ist, habe ich mir angewöhnt, stets im Geiste den Text von Procol Harum vor mich hin zu denken und die Lyrics zu analysieren – das macht dann alles etwas einfacher

    A propos Bach: Das war schon ein cooler Siech. Nie mehr im Leben vergesse ich den Augenblick, als ich vor einem Jahr und einer Woche nach dem einstündigen Trauergottesdienst für meinen Grossvater einigermassen zuversichtlich dachte, ok, das wars, seufz, geschafft… und dann die Toccata und Fuge in D-Moll auf mich niederprasselte… und mich im Nu umwarf.

    In solchen Momenten wird einem bewusst, wie so ein imposantes Stück Musik auf die noch weitaus gottesfürchtigeren Menschen vor dreihundert Jahren gewirkt haben muss. Die im Stück zwischendurch aufkeimende Hoffnung wird am Schluss immer wieder in brutalen Moll-Akkorden zermalmt.

    Und du denkst nur noch, wovor du dich tagelang erholt hattest: “Er ist tot, tot, tot, Scheisse – es ist wirklich so”. Bach lässt dir nicht den Hauch einer Chance. Wie eine Gewitterwolke drückt er dich zu Boden, nein, in die Erde hinein gar, und du kommst so schnell nicht wieder raus.

    Brillant.

  6. “mirror” würde im Zusammenhang auch auf Drugs hinweisen=Koks.

    was dir da mit Bach passiert ist, war vom Komponisten beabsichtigt. Er hat für Gott geschrieben und sah es als seine Pflicht, mit seiner Kunst die Menschen ihm (Gott) näher zu bringen. Das war wohl sowas wie ein “Flash” jener Zeit, wenn man tief von dieser Musik durchdrungen war. Er hat natürlich alle anderen Seelenzustände auch beschriebenen (Hoffnung, Seeligkeit, Glück, Trauer, Verzweiflung).

    Es gibt nicht nur sochle musikalischen AHA-Erlebnisse:
    Mir ging es mal so mit der Droge Tauchen. Wir waren 30 Meter unter dem Mittelmeer bei der Insel Monte Cristo in einem Hählensysthem. Hä?? 30 Meter tief und es gibt Höhlen und Stropfsteine? Da wurde mir bewusst, dass die Höhlen mit Stalaktiten und Stalakmiten vor dem Meer da waren. Das hat ja ein paar Jaare gedauert bis die Tropfsteine ihre Grösse erreicht haben….und das ist auch schon eine Weile her. Mein Zeitbegriff kam völlig durcheinander.

    Da fühlte ich mich als absoluter Mückenschiss im Universum und gleichzeitig als bestehendes Rad des Systhems. Verloren und geborgen! Schwierig wieder zu geben.
    Auf alle Fälle waren nach dem Auftauchen alle irgendwie ändächtig und haben nicht viel geredet-…wir wahren ehrfürchtig ab dieser Dimensions-Erkenntnis.

    Ein solches Erleben (um wieder zum Song zu kommen) muss irgendwie kryptisch herauskommen.

    Was wäre, wenn du Bobby Brown zur Übersetzung frei gibst?
    ;-)))

  7. tschuldigung, wenn ich Jaare, anstatt Jahre und suven, anstatt surfen schreibe…ich schreibe es mal dem Müller zu 😉

  8. Schade, dass der Blöker nur an Beerdigungen oder Taufen (Hochzeiten?) eine Kirche betritt. Der Besuch in einer Kirche, einfach so und ohne äusseren Anlass, kann ein eindrücklicher Moment sein, der eine Ahnung aufkommen lässt, dass da vielleicht doch etwas Grösseres, Umfassenderes sein könnte. Ralu hat das schön und für mich sehr nachvollziehbar beschrieben, diesen Funken Göttlichkeit in uns, der in Kirchen aber auch genauso gut in der Natur entzündet werden kann.
    Ich bin soeben von ein paar Tagen Ferien im Oberengadin nach Hause gekommen. In Pontresina besuchte ich die Kirche Sta. Maria mit ihren mittelalterlichen Fresken. Vorne im Schiff, oben rechts, war der Schöpfergott übrigens als Frau dargestellt… Diese feministische Sicht aus dem 15.Jahrhundert hat mich doch sehr beeindruckt.
    Uebrigens hat gerade Bach es meisterhaft verstanden, die Menschen in ihren tiefsten Gefühlen zu erreichen mit seiner Musik. Weshalb hätte der Blöker sonst ein so tiefgreifendes Erlebnis an der Beerdigung seines Grossvaters gehabt bei der Toccata und Fuge in d-moll? Irgendjemand soll einmal einmal den Satz gesagt haben:’Nicht alle Musiker glauben an Gott. Aber alle glauben an Bach’.
    Von Bach zu Procol Harums ‘A whiter shade of pale’: So ein toller Song mit wunderbaren Erinnerungen an die Sechzigerjahre, an Skilager und erste schüchterne Versuche von ‘Anhängen’ beim Tanzen! Dass der Song mit Bachs Air Aehnlichkeiten haben sollte, habe ich allerdings nie gemerkt.
    Den muss ich mir jetzt wieder einmal anhören!

  9. @Ralu: Bobby Brown willst Du? Aber gern doch, das ist ein Projekt, das ich seit langem hatte!

    @Esther: Natürlich setze ich aus kulturhistorioschen Gründen auch sehr gerne meinen Fuss in eine Kirche – manchmal sogar in die des grossen Chefs (dank dem Besuch beim Bene weiss ich, dass auch Fuji ein Katholik war).

    Ich finde das dann meist recht faszinierend, was Menschen so alles konstruieren können, und imposant – bin aber recht besorgt darüber, dass da eben nichts “Grösseres, Umfassenderes” ist, sondern dass diese Gebäude leider für ein Gedankengut stehen, dass in vielen Facetten menschenverachtend und irr ist.

    “Dieses Gefühl” hab ich wenn schon eher beim Gedanken, dass mein Grosspapa irgendwo als was-auch-immer-Wesen rumfliegt (eine katholische Erziehung kann man halt nicht einfach so abstreifen…) – oder auf einem Berg mit fantastischer Rundsicht. Bei letzterem Danke ich aber ausschliesslich Mutter Natur – die bringt all dies zum Glück perfekt alleine fertig und braucht dazu keine Hilfe von Göttern und anderen (zugegebenermassen durchaus faszinierenden) geisterlichen Erfindungen.

    Ich ertappe mich allerdings auch immer wieder dabei, dass ich Wendungen wie “leider Gottes”, “weiss Gott” oder “der Pulverschnee ist göttlich” gebrauche – auch hier gilt, dass man gewissen Konstanten wohl auch als Atheist nicht entfliehen kann.

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