SBB: Schikanen bei Mitfahr-GA

An sich eine nette Geste: Für 30 Franken spendiert die SBB allen GA-BesitzerInnen ein so genanntes “Mitfahr-GA” für einen Tag, eine Art billige Tageskarte (Normalpreis 56 Franken). Ideal für eine Rundreise durch die Schweiz, einen Tagesausflug an den Markt nach Domodossola, zum Znacht in Pontarlier oder an sonst eine entlegene Station, zu der die Reise ein halbes Vemögen kosten würde.

Beim Abholen des Mitfahr-GA werden einem aber seit neustem Steine in den Weg gelegt: War es letztes Jahr problemlos möglich, auch ohne das dazugehörige GA am Schalter den Gutschein einzulösen, muss nun das Generalabonnement vorgewiesen werden – obschon die Adresse des Besitzers auf dem Gutschein deutlich aufgedruckt ist.

Besonders angenehm, wenn man von der neuen Praxis nichts weiss, von der GA-Besitzerin den Gutschein bekommen hat und am Morgen des Tagesausflugs das Mitfahr-GA beziehen will – sowie die einfache Fahrt zum Treffpunkt mit der GA-Besitzerin. Etwas Flexibilität zeigen? Dieses Wort schien der Schalterbeamte nicht zu kennen. Kundendienst einmal mehr: Null.

Die Mitfahr-GAs haben zudem komplett kundenunfreundliche Ablaufdaten – nichts ist mit einem Frühlingsausflug mit dem Gutschein, den man im Herbst zugeschickt bekommt: Der Wisch ist innert drei Monaten einzulösen und die Mitfahr-Tageskarte innert eines weiteren Monats zu benützen.

Tipps an die SBB:

a) Gutschein gratis abgeben – immerhin sind wir GA-FahrerInnen eure besten Stammgäste; mit den Aktionstageskarten für 39 Franken beträgt die Verbilligung gerade mal 9 Franken.

b) Die Gültigkeitsdauer auf mindestens ein Jahr ausdehnen – so können alle selbst entscheiden, zu welcher Jahreszeit sie ihren Ausflug zu zweit machen.

18 Kommentare

  1. Mmh… Das Vorgehen der SBB verwundert mich da jetzt auch ein wenig… Schliesslich kann man ja auch Billette zum halben Preis kaufen, ohne das Halbtax am Schalter vorzuweisen. Weshalb das bei diesen Gutscheinen nicht möglich ist? Keine Ahnung! Schon mal dem Kundendienst geschrieben deswegen? Die Antwort würde mich auch interessieren.

  2. @Andreas: Ich hab den Link zum Blog der SBB geschickt. Mal schauen, ob etwas kommt. Normalerweise bekomme ich ein Mail – dass man sich aktiv in Blogs beteiligen könnte, darauf ist noch kaum eine Firma gekommen… für mich ist klar: Unternehmen, die aktiv bloggen oder sich in anderen Blogs einbrigen, haben gleich viel mehr Kredit als solche, die auf veraltete Person-to-Person-Kommunikation setzen.

  3. Ich finde auch, dass die SBB hier die Mitfahr-GA’s ruhig ein wenig länger ausdehnen dürften…
    An einem Samstag um 15.00 sah ich, dass mein Gutschein noch diesem Samstag ablaufen wird – glücklicherweise konnte ich ihn noch einlösen 😉

  4. Dieser Gutschein hat immer den Wert von CHF 10.-

    Zurzeit kostet ein Billett ab Bern via Solothurn CHF 22.60, mit Gutschein also noch CHF 12.60. Bei Fahrplanwechsel könnten sich die Preise verändern, so dass der neue Preis vielleicht nicht mehr 12.60 ist.

    Der Gutschein behält jedoch seine Gültigkeit und hat weiterhin einen Wert von zehn Franken.

  5. Nee, sicher nicht. Passt aber ins Bild, das ich von der SBB punkto Usability habe – überlegt und getestet wird da scheinbar nicht viel, sondern einfach ein frühlich drauf los gebastelt… das finde ich “High-End-Kunden” gegenüber etwas frech.

  6. Hallo Zusammen! Ich arbeite bei der Sbb am Schalter! Eins will ich mal klarstellen, wir sind keine Schalterbeamte, es gibt bei der Bahn keine Beamten mehr.

    Nun zu Euren Problemen. Auf der einen Seite verstehe ich Eure Probleme, auf der anderen Seite muss ich mich wirklich fragen, habt Ihr nichts besseres zu tun als über Gutscheine (was ja ein Geschenk an Euch ist) zu reklamieren, und sogar noch ein Forumeintrag zu erstellen.

    Klar jetzt kommt Eure Gegenfrage, wieso nimmst du dir die Zeit in so einem Forum eine Nachricht mit einer anderen Meinung zu erstellen.

    Meine Antwort: Weil ich jetzt um 3.22 in der Früh für dieses Unternehme arbeite und mich köstlich über eure Einträge amüsiere.

    Eine Frage, habt Ihr keine anderen Probleme als Geschenke auf Fehler zu untersuchen? Ihr seit nicht verpflichtet diese Gutscheine zu gebrauchen, geschweige den mit dem öffentlichen Verkehr zu reisen, oder ein HTX (sorry für alle Laien) Halbtaxabonnement zu kaufen!!!!

    Ja die SBB ist so schlecht. Zeigt mir eine andere Bahn in der Welt, die pünktlicher ist als wir, bei denen Sie anrufen können, wenn Sie einen I-Pod im Zug vergessen haben und diesen wieder erhalten. Zeigt mir eine andere Bahn die so ein dichtes Netz hat wie die SBB, sei das in der Zeit oder im Streckennetz.

    Nur ein kleines Beispiel das gerade aktuell ist: Bahnstreik in Frankreich und in Deutschland. Ich möchte Euch alle mal sehen, wie Ihr schreien, heulen, fluchen und toben würdet wenn mal 3 Tage kein Zug fährt.

    So, das einfach so als kleine Anregung, damit Ihr euch mal ein bisschen ablenken könnt, und nicht die ganze Zeit wegen einem Gutscheins schlaflose Nächte habt.

    Klar, ich muss auch zugeben, dass nicht alles gut ist, und es gibt überall behinderte Leute auch bei Uns, aber ich denke viele Mitarbeiter geben Sich wirklich mühe.

    So viel Spass noch, ich freue mich auf Eure bösen Mails!!!!

    Freundliche Grüsse

    M.B aus B.

  7. ich denke, solche probleme (und mit dem problem meine ich dich als offensichtlich nicht geeigneten mitarbeiter) werden in wenigen jahren ohnehin gelöst sein – dann wird man dich vermutlich mangels kundendiensttauglichkeit entlassen haben oder leute wie dich schon gar nicht mehr anstellen. es ist schon amüsant, mit was für einer heute nicht mehr akzeptablen einstellung angestellte heute sogar noch öffentlich hausieren gehen. ich würde mich sowas von schämen. der kunde als lästiges übel – und wenn er sich noch beschwert, dann macht man ihn runter. und zwischen den zeilen noch durchschimmern lassen, was man für ein armer ist, wenn man nachts arbeiten muss. für solche attitüden bezahle ich also 3000 stutz im jahr. super. nun… wie gesagt: in der schweiz ist sowas vielleicht noch möglich. aber wohl bald nicht mehr. such dir doch einen anderen job oder hinterfrage deine einstellung dazu. ich hätte längst pleite gemacht mit so einem flaschenarbeitsethos.

  8. Ich (also auch ein Bähnler) bin vom vorletzten Kommentar massiv enttäuscht. Dass sich ein Mitarbeiter der SBB öffentlich so über die Kundschaft auslässt, erstaunt mich doch sehr, ja enttäuscht mich sogar. Überleg Dir mal, woher unser Lohn kommt. Nicht vom Herrgott, oh nein, von unseren Kunden.

    Klar, auch ich kritisiere unsere Kunden manchmal, sei dies nun auf meinem Blog oder in Kommentaren anderer Blogs. Jedoch versuche ich, dies möglichst fair und in einem anständigen Ton zu tun.

    Meine Gedanken zum vorletzten Kommentar:

    “Eins will ich mal klarstellen, wir sind keine Schalterbeamte, es gibt bei der Bahn keine Beamten mehr.”

    Dann solltest Du Dich im Kommentar aber auch nicht “SBB-Schalterbeamter” nennen. Oder war dies ironisch gemeint? Dass es bei der SBB keine Beamten mehr gibt, ist den meisten bestimmt klar. Umgangssprachlich spricht man halt teilweise immer noch von Beamten. Finde ich jetzt nicht weiter schlimm.

    “habt Ihr nichts besseres zu tun als über Gutscheine (was ja ein Geschenk an Euch ist) zu reklamieren, und sogar noch ein Forumeintrag zu erstellen.”

    Siehe die Kundenreaktionen als Verbesserungsvorschläge. Das hilft allen am meisten. Auch ich ärgere mich manchmal über gewisse Kunden, versuche dann aber doch meine Lehren daraus zu ziehen um solche Reaktionen in Zukunft zu vermeiden.

    Übrigens: Konsultiere doch bitte rasch wikipedia.ch, um den Unterschied zwischen “Internetforum” und “Blog” herauszufinden…

    “Ja die SBB ist so schlecht.”

    Ich denke nicht, dass Andi Jacomet dieser Meinung ist. Er ist Stammkunde unseres Unternehmens, nutzt den öffentlichen Verkehr und auch die SBB regelmässig und ist grösstenteils bestimmt auch zufrieden mit dem gebotenen Service. Allerdings schreibt er auch, wenn ihm etwas nicht in den Kram passt. Genau so, wie es viele von uns, mit anderen Unternehmen, auch tun.

    “Zeigt mir eine andere Bahn in der Welt, die pünktlicher ist als wir, bei denen Sie anrufen können, wenn Sie einen I-Pod im Zug vergessen haben und diesen wieder erhalten. Zeigt mir eine andere Bahn die so ein dichtes Netz hat wie die SBB, sei das in der Zeit oder im Streckennetz.”

    Da kann ich ganz klar zustimmen! Wir sind gut, in manchen Dingen sogar sehr gut! Und wir sind ein Vorbild für viele andere Bahnen. Hoffen wir, dass wir auch in Zukunft mindestens ebenso gute Leistungen erbringen können und dass manche von uns (Bähnlern) mit unseren Kunden ein wenig netter umgehen. 🙂

    “und es gibt überall behinderte Leute auch bei Uns”

    Das hätte man jetzt auch geschickter ausdrucken können…

  9. Andreas, Du sprichst mir aus der Seele. Dein Blog drückt eben genau aus, wie ich mir einen Bähnler vorstelle: Motiviert, manchmal etwas spitzfindig, korrekt, wenns sein muss streng, hilfsbereit, mit einem grossen Fachwissen ausgestattet.

    Sesselfurzer wie M.B. aus B. hingegen, die lieber anonym bleiben (ob die angegebene Mailadresse gefälscht ist, weiss ich nicht – an sich sollte man den Typen grad beim Kundendienst verpetzen), erlebe ich zum Glück sehr selten bei der Bahn – drum bin ich mir nicht sicher, ob das ganze nicht ohnehin ein Fake ist. Auch seine spärlichen Deutsch-Stilkenntnisse deuten eher darauf hin, dass er bei der SBB kaum angestellt worden wäre (oder nehmen die auch Analphabeten?).

    Noch etwas detaillierter als vorher – ich hab den Comment ganz schnell während des Boardings nach Nizza geschrieben… ja, der Blöker fliegt manchmal – hier runter mit dem Zug zu fahren ist ja immer etwas Kamikaze; man weiss nie, ob ein paar Wildgewordene für irgendwelche mittelalterlichen Privilegen kämpfen… heute zum Beispiel wäre ich nie angekommen.

    (Andreas) Siehe die Kundenreaktionen als Verbesserungsvorschläge. Das hilft allen am meisten. Auch ich ärgere mich manchmal über gewisse Kunden, versuche dann aber doch meine Lehren daraus zu ziehen um solche Reaktionen in Zukunft zu vermeiden.

    Ich kann ja selbst ein Lied singen von mühsamen bis seltsamen Bürger- und Kundenanfragen. Die Maxime ist: Nett und höflich bleiben, helfen wo’s geht. Der Kunde ist König und soll sich auch so fühlen. Leider gibts in der Schweiz viele lethargische Faulpelze à la M.B. – wie in der Kategorie “Konsum” nachzulesen ist. Schon manche Verbesserung meiner Angebote geschah aufgrund einer Kundenreaktion, die ich zunächst als birnenweich empfunden hatte. Manchmal muss man eben über seinen Schatten springen.

    Wenn der Gutschein fürs Mitfahr-GA das nächste Mal ein Jahr gültig ist, hat meine Kritik schon was gebracht – für alle!

    (Andreas) Ich denke nicht, dass Andi Jacomet dieser Meinung ist. Er ist Stammkunde unseres Unternehmens, nutzt den öffentlichen Verkehr und auch die SBB regelmässig und ist grösstenteils bestimmt auch zufrieden mit dem gebotenen Service.

    Korrekt. Und als Stammkunde erwarte ich eben nicht Zückerchen, die nur halbherzig dargeboten werden – in Form von Gutscheinen, die bald mal ablaufen zum Beispiel. Sondern das volle Wohlfühlprogramm.

    (M.B.) Zeigt mir eine andere Bahn in der Welt, die pünktlicher ist als wir, bei denen Sie anrufen können, wenn Sie einen I-Pod im Zug vergessen haben und diesen wieder erhalten. Zeigt mir eine andere Bahn die so ein dichtes Netz hat wie die SBB, sei das in der Zeit oder im Streckennetz.”

    Ja… und? Natürlich bin ich froh drum – aber sorry, dafür, dass das möglich ist, bekommen Leute wie Du euren Lohn. Wenn alle so motiviert wie Du wären, würde es allerdings sicher schlimmer um den öV in der Schweiz stehen.

    (M.B.) und es gibt überall behinderte Leute auch bei Uns

    Dieser Stil sagt alles…

    Wenn Du wirklich ein Bähnler bist (was ich je länger je weniger glaube – mal schauen, ob das Mail an Deine SBB-Adresse ankommt), wünsche ich Dir etwas mehr Sensibilität für die Dinge, welche die Kunden bewegen, auch wenn sie Dir nicht passen. Oder einen Jobwechsel – vermutlich machst Du das schon recht lange und bist etwas betriebsblind geworden. Das kann passieren. Ich hoffe einfach, dass man Dich zumindest irgendwo hin versetzt, wo Du keinen Kundenkontakt hast.

    Also nochmals von vorne, M.B. – wir sind nicht so, jeder bekommt ne zweite Chance; hier eine kleine Übung im Kundendienst für Dich: Was spricht dagegen, die Gültigkeitsdauer der Gutscheine für Mitfahr-TKs zu verlängern? Warum muss man beim Bezug das GA vorweisen, wenn doch die Adresse des GA-Besitzers aufgedruckt ist? Nenne mir doch ein paar gute Gründe, weshalb man das nicht ändern sollte. Dann schauen wir weiter.

  10. M.B. hat offenbar kalte Füsse bekommen und will sich hier lieber nicht mehr äussern – ist vielleicht besser. Das Mail an seine SBB-Adresse wurde ohne Fehlermeldung zugestellt – es ist also leider davon auszugehen, dass bei der SBB tatsächlich solche Leute arbeiten.

  11. Ich habe gestern mein “eigenes” Mitfahr-GA eingelöst und musste mein GA nicht vorweisen. Ich wurde nicht einmal danach gefragt. Scheint also eine kleine persönliche Schikane eines Flaschenmitarbeiters gewesen zu sein, der sich aufspielen wollte oder so.

  12. Mein Vater bekam auch so einen Gutschein und lud mich samstags kurzerhand für einen Ausflug am Sonntag ein. Wie es auf dem Gutschein sinngemäss stand. Nur: Weder am Samstag noch am Sonntag ist in unserer Stadt der Schalter geöffnet. Am Automaten lässt sich der Gutschein nicht einlösen. Da versuchten wir es in Zürich beim Umsteigen: Auf dem Perron darf der Kondukteur zwar ein Billett verkaufen – kulanterweise auch ohne Perronzuschlag, aber den Gutschein nicht in Zahlung nehmen oder wir müssen am einzigen geöffneten Schalter Schlange stehen und dann eine Stunde später weiterfahren. Ich habe es vorgezogen 42 Fr. zu bezahlen.

    Im Anbetracht der zunehmenden Automatisierung: Weshalb nicht einen Code aufdrucken, den man am Automaten (oder im Internet) eintippen kann?

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