Rund um den Eigergletscher: Bewährtes noch besser

Die bange Frage für Stammgäste im Restaurant Eigergletscher lautete heuer: Gibts die Rahmschnitten noch? Und um die wichtigste Antwort gleich vorweg zu nehmen: JA, es gibt sie noch, und sie sind immer noch gleich fein.

Urs und Elsbeth Zumbrunn verabschiedeten sich diesen Herbst als Wirte-Paar vom Jungfraujoch und Eigergletscher und übergaben damit auch die höchstgelegene Confiserie Europas ihrem Nachfolger (Video von “Schweiz Aktuell” anschauen).

Würde der neue Gérant auch die Eigerspitzli noch herstellen? Die feinen Ragusa-Klone? Er tut es – mit dem genau richtigen Gespür, das Bewährte zu behalten oder punktuell aufzubessern und frischen Wind in die Küche zu tragen.

Der erste Besuch am Montag war eine grosse Erleichterung – gepaart mit einer positiven Überraschung: Die Begrüssung der seit Jahren am Eigergletscher tätigen Bedienung war superherzlich, das Lammfilet mit Nüsslisalat “reloaded” köstlich. Neu wird der Klassiker in einem Teigkörbchen und mit einem neuen Dressing serviert.

Lammfilet mit Nüsslisalat reloaded (14.12.2009)

Der Eingangsbereich erstrahlt in neuem Glanz…

Restaurant Eigergletscher, neuer Eingangsbereich

… und eben – ja, die hier gibts immer noch; Urs Zumbrunn hat sein Geheimrezept offenbar an die nächste Generation weitervererbt:

Der Klassiker am Eigergletscher: Die Rahmschnitte

Die rabiaten Teigwaren habens diesmal auf die Haupt-Speisekarte geschafft – und sogar korrekt geschrieben. Fazit: Man merkt, dass der neue Küchenchef vorher im “Victoria Jungrau” tätig war!

Und da haben wir ja auch noch einen neuen Sessellift ganz in der Nähe:

Bergstation der neuen Sesselbahn Eigernordwand (Dritter Betriebstag der Bahn, 14.12.2009) - Klicken für mehr Fotos

Der Abschied vom Skilift Salzegg fiel schwer – nicht nur, weils ein antiker Schlepper war. Nein: Ein Sessellift bedeutet immer “mehr Gerümpel” auf der Piste, das man mit einem Skilift eben nicht hat.

Sprich: Vorab Holländer und Engländer, die des Skifahrens gar nicht bis mässig befähigt sind und die man eigentlich im Tal unten üben lassen müsste, bis eine Skilehrerin sagt: “OK, ihr habt die Scheidegg-Lizenz!”

Zudem hat die neue 6er-Sesselbahn Eigernordwand seltsame orangefarbene Wetterschutzhauben, was zwar die BesucherInnen aus den Niederlanden freuen dürfte, ansonsten aber einfach schlicht – man muss das so klar sagen bzw. schreien – ZUM KOTZEN ist. Wer will die wunderschöne Landschaft zwischen Eiger, Scheidegg und Honegg schon SO betrachten?!

So ein Müll: Wetterschutzhauben in Orange (14.12.2009) - Klicken für mehr Fotos

Irgend ein PR-Sesselfurzer dachte sich wohl, was gaaaanz Luschtiges auszudenken – eine Bitte an die Jungfraubahnen: Montiert den Scheiss möglichst bald ab und bringt normale getönte Hauben an. Das fällt garantiert in die Kategorie der Dinge, von denen wir in 20 Jahren sagen “uuuoooaaaah, wie konnten wir bloss?!”.

Zudem ist der Skitunnel unter der WAB durch (siehe oben) viel zu knapp bemessen – hier gibts an Weekends und in den Weihnachtsferien Stau. Und die Schrottpassage Salzegg-Arvengarten kann man sich auch schenken; der Skilift war da praktischer.

Trotzdem: Wenns keine Leute hat, ist die schnelle Verbindung Arven-Eigergletscher natürlich famos, die Haube lässt man eh in 99% der Fälle offen, der Einstieg in die Piste im oberen Teil ist gelungen.

Die neue Sesselbahn Eigernordwand am 14. Dezember 2009. Ein weiteres Video gibts hier, mehr Fotos der Bahn (auch vom Bau) hier.

Die grosse Frage ist nun: Wann wird die unsäglich lahme Sesselbahn Fallboden ersetzt? Ich habe mich immer gefragt, warum man nach dem tragischen Unfall von 2008 so viel Geld in die Sanierung der Bahn gesteckt hat anstatt den Bau der Sesselbahn Eigenordwand zurückzustellen und am Fallboden eine vernünftige Anlage hinzustellen – die Kapazität der Pisten Richtung Mittelegg, Scheidegg und Salzegg würde das locker zulassen.

Also, liebe Jungfraubahnen:

– Ersatz des Skiliftes Tschuggen zurückstellen; stattdessen spätestens 2012 die Sesselbahn Fallboden ersetzen.

– Orange Bubbles weg – wir wollen eine normale Sicht auf die Gegend!

– “Skigebiets-Lizenz” einführen: Auf dem Männlichen und an der Scheidegg wimmelts von komplett unbedarften SkifahrerInnen, die sich selbst und andere gefährden. So ausgeprägt wie in Wengen / Grindelwand erlebe ich das sonst nirgends.

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