Mal andere Pisten: Disentis und Corviglia

Auch als Liebhaber kleiner, feiner Skigebiete mit Tageskartenpreisen um oder unter 50 Franken und möglichst alten Bügelliften besucht man doch ab und zu mal gern einen Ort, wo pistenmässig einfach voll die Post abgeht. Wo man den ganzen Tag die selbe Strecke nicht zweimal fährt. Wo die Hänge überperfekt präpariert sind.

So kommt auch die Corviglia im Oberengadin neu auf die JacoBlök-Skigebietstippliste: Der Ausflug mit drei eingefleischten Sedruner Skifreaks nach St. Moritz am letzten Donnerstag war formidabel, und ich bin Baseli extrem dankbar, dass er mich dazu überredet hat, die Arbeit ruhen zu lassen. Die Kulisse mit den Bündner Viertausendern und den Seen im Talgrund war ebenso umwerfend wie die Pisten:

Corviglia, 27. Januar 2011 - Klicken für mehr Fotos

Mehr Fotos in diesem Album.

Tagsdarauf bequemte ich mich erstmals ins Disentiser Skigebiet. Eigentlich eine Schande – ich fuhr schon in Neuseeland auf einem aktiven Vulkan Ski, aber im Nachbarskigebiet Sedruns noch nie.

Das Skigebiet oberhalb Caischavedra war bisher sowas wie der Onkel, den man zwar kennt, aber nie besucht… weil man irgendwie das Bedürfnis dazu nicht hat, weil man keinen Bezug zu ihm hat, weil einem Sedrun als Dorf und Tujetsch als Talschaft besser gefällt. Disentis war bisher bestenfalls Durchgangsort, Umsteigeort, Arztbesuchsort, Verwandtenbeerdigungsort. Sowas sollte man nie tun, wie sich auch am Freitag zeigte.

Meine Verschlossenheit gegenüber meinem amtlichen Heimatort bereue ich jedenfalls nach diesem Skitag – das ist wirklich ein feines Skigebiet, vor allem landschaftlich immens reizvoll. Die Felszacken beim Péz Ault sind atemberaubend…

Disentis, 28. Januar 2011 - Klicken für mehr Fotos

… und auf der anderen Seite sieht man hinter der weiten Surselva die Gipfel Österreichs, des Engadins und Italiens am Horizont.

Disentis, 28. Januar 2011 - Klicken für mehr Fotos

“Disentis 3000” ist zwar geflunkert; der letzte Lift endet auf knapp über 2800m. Von da aus ist man aber zu Fuss bzw. auf Fellen schnell mal am Tor zum Val Strem (das nach Sedrun führt) oder auf dem Brunnifirn (und schliesslich auf dem 3328 Meter hohen Oberalpstock, den ich – auch Schande! – mit 13 letztmals erklomm).

Und vor allem sieht man schön auf den Herkunftsort meines Grossvaters runter, der in Mompé Medel (am oberen Bildrand) gross geworden ist…

Sicht auf Segnas und Mompé Medel

… oder bekommt einmal ganz neue Eindrücke des Tujetschs:

Val Tujetsch von Parlet aus gesehen - Klicken für mehr Fotos

Seufz. Bald gehts nach 10 Nach-Hausumbau-Arbeitspendenzen-Aufhol-Tagen in den Bergen zurück in die Nebelsuppe. Heute haben wir die Sedruner Pisten, die Sonne und das Mittagsmenu bei Regula im Alpsu nochmals umso mehr genossen.

Oberalppass, 1. Februar 2011 - Klicken für mehr Fotos

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