Bitte rauchfreie Perrons und Aussenplätze

Die SBB hatten die Idee des Jahrhunderts, als sie alle Züge rauchfrei machten – seither ist Bahnfahren fast bedingungslos angenehm geworden. Und alle haben das Gefühl, es sei nie anders gewesen.

Bis auf das Ein-, Aus- oder Umsteigen: Am Perron wird man vollgeschlotet, teils sogar vom Bahnpersonal selbst. Zur vollen und halben Stunde ist vorab in grossen Bahnhöfen an normales Atmen kaum zu denken. Dasselbe gilt in vermeintlich rauchfreien Restaurants, die das Rauchen draussen erlauben – in der Annahme, dass es da nicht stört.

Stimmt aber nicht: Wenn keine eine steife Brise bläst (und dann sitzt man in der Regel auch nicht draussen), stört Rauch dort genau so. Oder noch mehr, da die Glimmstängeler denken, sie könnten ihrer Sucht da ungehemmt frönen. Und in Bahnhofshallen weht doch reichlich selten starker Wind.

Dass durchaus auch an vermeintlich gut durchlüfteten Plätzen ein Rauchverbot möglich ist, beweist der Kanton Jura – und bei der Deutschen Bahn sind separate RaucherInnen-Plätze auf den Bahnsteigen kein Problem, siehe z.B. Freiburg im Breisgau:

Bahnof Freiburg im Breisgau, März 2007

Ein nachahmenswertes Beispiel! Andreas Meyer, übernehmen Sie.

7 Kommentare

  1. Unverständlich, warum es im Kanton Bern bis 2009 dauern soll, bis das Rauchverbot in öffentlichen Räumen endlich kommt – in Graubünden beschliesst der Grosse Rat etwas, und im September tritt das dann auch in Kraft. Im Kanton Bern beschliesst der Grosse Rat in der Septembersession 2006 etwas, dann wird lange vernehmlasst und überlegt, und bestenfalls schafft mans dann auf 2009… urks?!

    PS: Wie kaum anders zu erwarten war, sind im Tessin alle zufrieden

  2. Die Luftwaffe und die Deutsche Post hatten das Rauchen am Arbeitsplatz bereits 1938 verboten, nun wurde es auch an vielen anderen Arbeitsplätzen, in Amtszimmern, Spitälern und Erho-lungsheimen untersagt. 1939 verbot die NSDAP jeden Nikotin-genuss in ihren Parteigebäuden, Himmler verfügte darüber hin-aus, dass uniformierte Polizei- und SS-Offiziere im Dienst nicht mehr rauchen durften. 1941 folgten Rauchverbote in Straßen-bahnen und Luftschutzkellern (obwohl es dort separate Rau-cherräume gab), 1944 in allen Stadtbahnen und Bussen. Letzte-res geht auf eine Initiative Hitlers zurück, der eine Gefährdung der jungen Schaffnerinnen durch die Folgen des Passivrau-chens fürchtete. Bereits seit Juli 43 durften sich Raucher unter 18 in der Öffentlichkeit nicht mehr erwischen lassen. Soldaten erhielten zwar weiterhin Tabakrationen (6 Zigaretten pro Mann und Tag), aber auf Anordnung Hitlers sollten sie beim Empfang der Zigaretten vor den gesundheitlichen Schäden gewarnt wer-den. Nichtraucher und weibliche Wehrmachtsangehörige erhiel-ten anstelle von Zigaretten Schokolade oder Obst.

    Wirklich tolle Gesellschaft und Tradition!!!!
    Hat Eva Hermann also doch recht mit der Behauptung es sei ja schließlich nicht alles schlecht gewesen!?

  3. Endlich: Das Rauchverbot auf Bahnperrons scheint näher zu rücken. Ab Juli 2008 gilt im Kanton Zürich ein Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden, also auch Bahnperrons und Sportanlagen, wie der Tages-Anzeiger berichtet.

    Leider ist die SBB etwas lethargisch:

    Die SBB wurden von dieser neuen Regelung überrascht. Mediensprecherin Michèle Bamert sagte gestern lediglich: «Wir werden die neuen Bestimmungen und eine allfällige Umsetzung prüfen.» Ob die Bundesbahnen eine generelle Erlaubnis fürs Rauchen auf offenen Perrons anstreben, wollte sie nicht sagen. Bereits heute gilt ein Rauchverbot in geschlossenen und unterirdischen Bahnhöfen.

    Wieso generelle Erlaubnis fürs Rauchen? Jetzt ist es Zeit, endlich ein Rauchverbot auf den Perrons durchzusetzen, wo man seit dem Rauchverbot in den Zügen dauernd vollgepafft wird.

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