Wie rettet man Ferien-Vibes in den Alltag?

Bei Baseli im Stall, Januar 2006Hier in den Bergen ist die Welt halt schon noch in Ordnung. Nach dem Einkauf am Abend und diverses Schwätzchen im Dorf noch schnell zu Baseli in den Stall, um sich von den kleinen salzhungrigen Kälbern die Hand abschlecken zu lassen und zu schauen, woher die Milch denn genau kommt, die man soeben in der Käserei erstanden hat. Im Heustock duftets fein, bei den Kühen weniger, aber das gehört dazu. Draussen ist es eisig kalt, die Dächer liegen unter einem dicken weissen Mantel, der Schnee knirscht unter den Schuhen wie Maizena. Es schneit noch leicht, aber der Mond scheint schon verschwommen durch die Wolken. Enspannung, Zuversicht, Ausgeglichenheit – daheim den Ofen einheizen, stets leichter Rauchduft in der Küche, Vorfreude auf den gleissenden Sonnenschein am Morgen, die Katzen schnurren. Und obschon man bisweilen auch arbeitet: Keine Stresszeichen, nichts Nerviges am Horizont.

Ich frag mich seit Jahren: Wie rettet man dieses Wohlgefühl, diesen positiven Grundflow, in den Alltag rüber? Ich weiss genau: Am Montag Abend bin ich wieder soweit, dass ich mit Kopfweh im Bett liege und mir einrede, dass ich eigentlich in meine Bergheimat gehöre und was zum Henker ich hier in der Stadt mache, wo es mir aber spätestens nach einigen Tagen wieder ganz nett gefällt. Ich liebe zwar das Hin- und Herhoppen zwischen diesen Welten, auch wenns nicht die Berge sind. Und doch fiel der Abschied von meinem kleinen Alpenrefugium schon seit ich denken kann schwerer als umgekehrt; wünsche ich mir schon lange, mehr Energie von hier oben ins Unterland zu transferieren. Die Sedruner Gelassenheit auch in Bern zu leben. Beim Einschlafen nicht an die doofe Sitzung vom nächsten Tag zu denken, sondern an das Nebelmeer über der Surselva vom Calmut aus. Die Porta Alpina allein wirds nicht richten.

Ja, das wäre dann wohl sowas wie ein Vorsatz.

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