Offenbar ist die Matterhorn Gotthard Bahn tatsächlich nicht in der Lage, den Fahrplan einzuhalten. Langsam werden die Zustände cisalpinomässig. Auf die MGB ist kein Verlass – am besten plant man für die Reise mindestens eine Stunde zusätzlich ein oder verbringt seine Ferien dort, wo man nicht auf die MGB angewiesen ist.
Wir haben im Dezember schon berichtet, was Reisende besonders im Winter längst als Dauer-Übel kennen: Die MGB-Züge sind auch bei gutem Wetter notorisch verspätet, der Kundendienst ist teils grottenschlecht.
Auch gestern Sonntag wieder: Der 12.31-Zug Sedrun-Andermatt hatte bereits 12 Minuten Abgangsverspätung. In Andermatt angekommen, war der Zug nach Brig weg… das heisst dann über 5 Stunden Reise anstatt 4 Stunden und 19 Minuten. Und auch hier wieder – keine Infos im Bahnhof Andermatt, keine Entschuldigung.
Wie wäre es langsam aber sicher mit Sorry-Gutscheinen nach Anschlussbrüchen? Vermutlich tut die MGB das nicht, da sie sonst schnell pleite wäre. Das kann aber nicht der einzige Grund sein; offenbar gab es nicht einmal nach dem Lawinenunfall vom Dezember am Oberalppass irgendwelche Gutscheine (hoffentlich wenigstens im Nachhinein).
Warum gibts in den Stosszeiten (Weihnachtstage, Februar) kein Zusatzpersonal an den Bahnhöfen, das die zugegebenermassen auch manchmal etwas lahmen Leute etwas schneller ein- und aussteigen lässt? Ein paar höfliche, aber bestimmte Rufe “bitte beeilen Sie sich, wir verpassen sonst den Anschluss” wären motivierend. Aber eben, wenn man’s lieber gemütlich nimmt…
Offensichtlich hat sich die MGB mit dem aktuellen Fahplan übernommen; er ist insbesondere in der Hochsaison schlicht nicht einzuhalten. “Normalsterblichen” wäre schon gedient, wenn das Unternehmen in der Hochsaison ein paar “Glacier-Express”-Züge weniger fahren lassen würde, sodass etwas weniger oft gekreuzt werden muss. So entgehen der MGB zwar womöglich ein paar vermögende Gäste von irgendwo, aber wenigstens hat die Stammkundschaft endlich etwas weniger Ärger beim Reisen.
Ich kann die hier mitlesenden Journalistinnen und Journalisten nur bitten, das Thema nächstens einmal aufzunehmen – denn wenn die MGB so weiter vor sich hin bastelt, suchen sich manche auf einen funktionierenden öV angewiesene Feriengäste bald einmal andere Feriengegenden, wo die Züge pünktlich fahren.
Autor: Blöker (Andi Jacomet)
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