Berner Stadtwahlen: Das wird der Politik gut tun

Nach der Foto-Sammlung aus dem Berner Rathaus nun der Stadratswahl-Aufwisch:

– Die Rot-Grün-Mitte-Block wird grüner und weniger rot. Er hält nur noch 42 von 80 Sitzen – eine gewisse rotgrüne (und leider ganz ausgeprägt rote) Arroganz nach 15 Jahren RGM-Mehrheit hat nun hoffentlich ein Ende. Was ich als “kleine Wende” bei den Gemeinderatswahlen oder beim Stadtpräsidium erhofft hatte, fand unerwarteterweise nun beim Stadtrat statt – umso besser. Man muss vermehrt miteinander reden; das wird der Politik in der Stadt gut tun.

– Ich bin nach wie vor überzeugt, dass der Bereich “grünliberal” mit der GFL bestens abgedeckt gewesen wäre – dass die glp gleich vier Sitze macht, überrascht mich. Gut: Zwei von vier neuen Grünliberalen sind Frauen. Bei der GFL bleibt Parteichef MCW leider nach wie vor ohne politisches Amt…

– In ökologischen Fragen sind die Mehrheitsverhältnisse nach wie vor sonnenklar: 46 zu 34 Sitze, wenn man die bisherigen RGM-Parteien plus die glp addiert. Das ist grundsätzlich gut. Wenn man in Zukunft vermutlich auch noch etwas kritischere Fragen rund um Sozialhilfe, Bettelverbot und ähnliche Themen stellen darf, ohne von einem linken Fundi-Clan gleich als extrem Böser verschrien zu werden: Umso besser.

– Die Anfang Woche wärmstens empfohlene Nicola von Greyerz ist (obschon ich ihr keine Website aufschwatzen konnte) neue SP-Stadträtin – ich gratuliere meiner Proseminararbeits-Co-Autorin von 1993 herzlich. Nicola meldete soeben per SMS, dass die vor Aufregung ganz rote Backen habe – verständlich. Einen guten Start in der Politkarriere!

– Website-Kundin Natalie Imboden hat das beste Resultat auf der Liste des Grünen Bündnisses gemacht: Good job – ich wünsche viel Schnee im Wallis an Weihnachten! GB-Gemeinderätin Regula Rytz machte derweil das klar beste Exekutivergebnis des Tages – Bahn frei für Stapi Regula anno 2012?

– Die Mitte holt doch tatsächlich einen Sitz; wieso man diese Gruppierung genau wählen sollte, bleibt schleierhaft; aber besser als FDP ist’s alleweil. Letztere verliert fünf Sitze und kassiert die grosse Klatsche an diesem Wahlsonntag. Dafür holt die BDP auf Anhieb sechs Mandate – aber schlussendlich gilt: BDP oder FDP, Jean que Henri, beides falsch.

Und noch zu den Doofen von links und rechts:

– Randaliererfreund 1 (Zbinden) hat die Wiederwahl leider geschafft, Randaliererfreund 2 (Fashion) hat die Wahl verpasst, immerhin.

– Jimy Hofer und einer seiner Kumpanen ziehen (unter anderem dank vieler Panaschierstimmen bis ganz links?!) in die Legislative ein, da haben einige offenbar völlig die Contenance verloren. Nach Erich Hess ein zweiter notorisch Unanständigkeiten von sich gebender Rechter im Stadtrat, der von wichtigen Debatten ablenkt – das ist die Schattenseite dieses Wahlsonntags.

Die offiziellen Resultate sind auf der Website der Stadt Bern abrufbar. Diskutiert werden kann übrigens im Wahlbistro!

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