Ich will keine x-te Debatte darüber vom Zaun reissen, wie böse oder nett Google ist. Diese Diskussionen werden – berechtigterweise – intensiv andernorts zur Genüge geführt. Aber das Beispiel, von dem hier hier die Rede sein soll, ist garantiert der falsche Ansatz: Offenbar hat ein Praktikant (oder so) beim Newsnetz den Auftrag erhalten, “etwas zu Google” zu machen.
Die an sich gute Idee: Alternativen zu Google finden. Das ist dabei herausgekommen.
Cuil leide “noch an Kinderkrankheiten”, habe “aber Potenzial”. – Wer regelmässig mit Suchmaschinen arbeitet, weiss: Man kehrt am Schluss fast immer wieder zu Google zurück. Und dass Cuil vollkommen unbrauchbar ist, hat sich längst herumgesprochen.
Wer reist und Unterkünfte oder bestimmte Firmen sucht, schätzt Google Maps oder Google Earth immens – Datensammelwut sei Dank! Klick, klick… Distanz 5.7 Kilometer, Fahrzeit 18 Minuten, der nächste Bus fährt in 7 Minuten. Aha, so sieht das da aus – super. Open Street Map dagegen? Nett und unterstützenswert, aber noch mehr als in den Kinderschuhen. map.search.ch als gute Alternative für die Schweiz hingegen schon mal gehört?
Hotmail und Bluewin als Alternative zu GMail empfehlen? Uff.
Tipp: Für wenig Geld können sich alle eine eigene Domain reservieren und bei einem Hosting Provider unterbringen. Je nach Qualität kostet das total zwischen 40 und 150 Franken pro Jahr – nebst Mail und Website hat man auch noch einen schier unbegrenzten und überall verfügbaren Datenspeicher. Aber das weiss der Praktikant wohl nicht.
Mit Google kritisch umgehen ist völlig in Ordnung. Wie sich aber derzeit viele Medien in die ach so böse Firma verbeissen, ist oftmals irritierend; das hilft niemandem. Zentral ist imho: Google ist zunächst mal einfach verdammt gut und schnell in vielen Dingen. Die Dienste weisen eine hohe Qualität, Verfügbarkeit und Usability auf; Sicherheitslücken hat nicht nur Chrome, sondern schlicht jede webbasierte Anwendung. Wieviele Daten wer auswertet, muss diskutiert werden – das geschieht auch; wenn auch hier in den USA beispielsweise viel zu zahm.
Aber: Wer sonst könnte zum Beispiel ein für Recherchen extrem wertvolles und zeitsparendes Archiv aufbauen und Millionen von Zeitungsseiten scannen? Wer sorgt dafür, dass ich das seltene Buch aus der Bibliothek X online angucken kann?
Offenbar pennt die Konkurrenz – weshalb? Dem könnte man zum Beispiel auf den Grund gehen. Aber dann auch noch Hotmail als “Browser” bezeichnen – mit Verlaub, uns allen passieren Fehler… aber “geits no?” Mehrfach qualitativ minderwertige Dienste als Alternative empfehlen? Gelächter im Saal.
Und kann jemand sagen, was dieses Video (eine Ansammlung von ungeschnittenem Rohmaterial) genau soll? Können SchweizerInnen nun alle Japanisch?
“Die japanischen Behörden erklärten, das Beben der Stärke 7,0 habe sein Zentrum am Morgen vor der Ostküste der Insel Hokkaido gehabt.” – Und dann ist es nach Westen gezogen? Schurnalismus oder wie?
Newsnetz: Nachsitzen.
Find’ ich gut.