Unser erster Video-Spielfilm “Der Ausgestossene” von 1984 wurde hier ausgiebig behandelt. Das war die Initialzündung – wir fühlten uns nun mit knapp 13 ein wenig wie “Hollywood im Oberbaselbiet”, und schon ein Jahr später waren wir schon wieder beim Schweizer Fernsehen zu Gast, diesmal mit “Die Schatzsuche”.
Spielte beim ersten Streifen noch unsere halbe Primarschulklasse mit, war es diesmal eher ein Familien- und Quartierprojekt. Die Geschichte: Waisenkinder finden beim Spielen einen Plan, der sie zu einem Schatz führt.
Und ja, wir wollten einen echten Western drehen!
Der Film entstand ziemlich improvisiert in den Herbstferien 1985. Das Wetter war gut, mein Kumpel Patrick…
… und ich hatten nichts anderes vor – also nahmen wir wieder mal die zum Glück stets verfügbare VHS-Videokamera meines Onkels (eine Panasonic A1 mit separatem Recorder NV-180) und zogen mit seinen jüngeren Geschwistern und Nachbarskindern los.
Fast jede Nebenrolle wurde wegen Ferienabwesenheiten von verschiedenen Kindern bestritten. Wir dachten uns: “Das merkt ja eh niemand”. Ebenso machte es uns nichts aus, dass in einem Wildwestfilm zahlreiche Autos zu hören und die Sissacher Autobahnbrücken zu sehen waren.
Der Streifen entstand in und um Itingen, z.B. an der Lindenstrasse, beim freistehenden Ruinenhaus auf der Wiese oben zwischen Sissach und Itingen (inzwischen saniert, hier aufgenommen im Herbst 2025)…
…, im Tal (Wolfgraben), an der Dorfstrasse, in der elterlichen Küche oder – auf die Szene, in der das Boot kippt, waren wir besonders stolz – an der Ergolz, beinahe schon auf Lausner Gemeindegebiet.
Bei 2:28 hört man meine Grossmutter (die erste Szene entstand im Garten meiner Grosseltern), die uns nach Patricks Schrei ermahnt, doch bitte ruhiger zu sein. Als Kameramann musste ich mein Lachen verkneifen (bzw. schaffte das eben nicht), als das Gummiboot kippte.
Die meisten Darstellerinnen und Darsteller sind natürlich inzwischen selbst Familienväter- und Mütter.
Unsere Filme wurden unter dem Label “Metro Goldwyn Hansi” veröffentlicht, mit unserem Wellensittich statt dem brüllenden Löwen als Maskottchen.
Zum 40-Jahre-Jubiläum habe ich “Die Schatzsuche” mit TopazVideo upscaled und geschärft. Zudem habe ich den teils schlechten Weissabgleich farblich möglichst korrigiert und die vielen Blaustiche auszugleichen versucht:
Dani Bodmer vom Schweizer Fernsehen hat uns ermuntert, den Film bei den Schweizerischen Jugendfilmtagen 1986 einzureichen. Tatsächlich erreichten wir den 3. Platz unserer Kategorie und konnten “Die Schatzsuche” ein Jahr nach unserem ersten TV-Auftritt ebenfalls wieder im Schweizer Fernsehen zeigen.
Auch das “Sälber gmacht” vom Juni 1986 habe ich soeben in einer verbesserten Fassung aufbereitet:
Die Jugendfilmtage gibt es noch heute, inzwischen haben mein Göttimeitschi und ihre Schwester dort schon zwei Filme eingereicht. Dass man dereinst in wahnsinnigen Auflösungen auf kleinen Geräten filmen und am Computer schneiden könnte, konnten wir uns 1985 nicht ansatzweise vorstellen.
Lustige Randnotiz aus der Kategorie “Zufälle gibt’s”: “Brainsdorm” gewann an den Filmtagen den “Goldenen Panther” als Bester Film der Kategorie B und wurde ebenfalls in der Sendung vorgestellt, in der Patrick und ich mitmachten. Benedicta Aregger, die am Film mitgewirkt hatte, begegnete ich Jahrzehnte später in Bern wieder über eine gemeinsame Studienbekanntschaft.
Einer der Macher von “Brainsdorm” (der Heliflug mit Alan Parsons im Hintergrund faszinierte mich damals immens) hat übrigens in seiner Playlist noch eine weitere Folge von “Sälber gmacht” aufgeschaltet. Und auch bei SRF sind einige Folgen abrufbar. Good old times – es war die Äre von echtem Filmmaterial und frühen Videocams.
29 Jahre nach den Dreharbeiten – im Mai 2014 – besuchten Patrick und ich die “Schatzsuche”-Drehorte wieder:







