Gähn, ein Artikel mehr zum Thema – ja, aber man kanns nicht oft genug sagen.
Soeben kam die November-Rechnung von Sunrise.
Da denkt man als abzockebewusster Roamer in Berlin an alles: Internationale Option abonniert, nur im Notfall ins Netz, alle Updates abgeschaltet… nun – fast alles.
Pannen-Fall Nummer 8791: Dass man das Mailsystem von POP auf IMAP umstellen sollte im Ausland, ging vergessen. In der Ferienwohnung gabs kein offenes WLAN. Ich ging via UMTS online, beantwortete kurz ein Mail, liess das Mailprogramm offen und ging in die Küche, um mir ein Glas Fassbrause einzuschenken. Kundin R. schickte um 22.50 Uhr eine knapp 8 MB grosse Photoshopdatei zur Aufbereitung – innert einer läppischen Minute war ich um fast 30 Franken ärmer:
Am nächsten Morgen nochmals dasselbe – gut, da kann man sagen “sälbergschuld”. Zweimal darf einem der kapitale Fehler im Zeitalter der Globalisierung natürlich nicht passieren, als Kunde der Antiglobalfirma Sunrise weiss man schliesslich, dass man ennet der Grenze zur Milchkuh mutiert.
Muuuuuh!
Aber alleine die Tatsache, dass man von Sunrise im Ausland telekomtechnisch völlig eingeschüchert wird und sich (selbst mit Option) kaum ins Netz getraut, und dass man selbst als telekonproblemsensibler Mensch versehentlich husch-di-husch über 60 Franken in zwei Minuten verlieren kann, passt irgendwie nicht zu den ach so sonnigen Werbespots mit den coolen Musik.
All I need is a Sunrise?
Sunrise needs some f…ing help to get those roaming prices down, damn!
Schlimm? Es ginge noch besser: Hätte ich im Vorreisestress auch noch vergessen, die Option “Roaming” zu abonnieren, hätten zwei simple Unachtsamkeiten fast 260 Franken gekostet. Kanns irgendwie schon nicht sein, oder?
Zudem: Wird eine EDGE- oder 3G-Verbindung unterbrochen, was öfters vorkommt, werden sowieso 40 Rappen für alle angebrochenen 100KB-Schritte verrechnet; egal, ob nach der erneut zustande gekommenen Verbindung nur noch 4KB übertragen werden.
So kann ein simpler IMAP-Mailcheck schon mal 1.60 kosten (4×40 Rappen für 4x abgebrochene Verbindung), obschon die tatsächlich verursachten Datenpakete von 123 KB an sich bloss 49.2 Rappen wert sind.
Diese Rechnung beweist es einmal mehr: Wenn man sonst scheinbar nirgends mehr Geld verdienen kann, zockt man umso tüchtiger ab, wo man noch kann.
Und damit das möglichst niemand merkt, versteckt man die Tarife auch weiterhin in kryptischen und für Laien unverständlichen Bezeichnungen: “Datenkommunikation: 0.30/20kB ohne Option, 0.40/100kB mit Option”.
Heisst soviel wie:
- Gigantische 15 Franken pro Megabyte ohne Option
- Immer noch stattliche 4 Franken mit Option
Das nervt, das wurmt – wäre an sich langsam ein Wechselgrund. Denn ich sage es nur ungern, aber die alte Tante Swisscom macht das viel, viel besser.
Wer Fotos von dieser Seite verwenden will, fragt vorher fairerweise. Danke!
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Dieser Text wurde von Andi Jacomet geschrieben und gehört zu den Kategorien
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