13.11.2007

iPhone: First Contact – auf dem Netz von Sunrise…

Auch der Blöker ist durchaus lernfähig. Nachdem ich mich heute morgen wieder über die unsäglich tiefe Usability von iTunes genervt hatte und etwa eine Stunde damit verbrachte, via CD-Brenner aus den ollen m4a- und m4p-Dateien normale mp3 zu machen, kam mir heute zufällig ein iPhone in die Finger.

JacoBlök auf dem iPhone: Ein erstaunlich gutes Gefühl! (13.11.2007)

Ich war ja bis anhin ein Oberskeptiker. Aber was mir der Apple-Mitarbeiter da zum Spielen anerbot, war cool – und vor allem punkto Haptik Liebe auf den ersten Griff.

Wie kams dazu? – Ich hatte mich zufällig entschieden, im Starbucks am Waisenhausplatz noch kurz eine Premium Hot Chocolate reinzuziehen und den „Bund“ zu lesen, bevor ich daheim auf den Schnee warten und Kundenwebsites fertigstellen würde. Die Platzwahl erwies sich als Glücksgriff: Plötzlich erspähte ich auf dem Tisch vor mir Zeitungsinserate-Entwürfe von Swisscom, auf denen es hiess „Das iPhone, ab Frühling 2008 exklusiv bei Swisscom“.

Die auf Standby schlummernden Schurni-Instinkte witterten einen Primeur, selbst das Herz eines Windöwslers schlug da schneller – doch was ist das? Auf dem zweiten Blatt steht „Das iPhone, jetzt bei Orange“… und was bitte hält der junge Mann da in seinen Händen? Einen „iPod Touch“? Nee, da steht was von „Telefon“!

Des Rätsels Lösung: Der freundliche Herr war ein Apfel-Mitarbeiter, ein sichtlich stolzer. Die Providerwahl sei – und das sind alles nicht nachgeprüfte Aussagen – noch unbekannt. Chefsache. Steve werde das gelegentlich entscheiden (dass Carsten Schloter kürzlich einige Tage an der Westcoast verbracht hat, dürfte ein interessantes Indiz sein). Und die Inserate? – Man bereite sich bei Apple einfach auf alle möglichen Varianten vor. Sein iPhone sei ein legal freigeschaltetes Testgerät für Apple-MitarbeiterInnen, er habe extrem Freude daran, ob ich auch mal wolle…

Und ob!

Mein erster Kontakt mit einem Apple iPhone, 13. November 2007 in Bern

So kam der First Contact heraus wie der erste Flug ins All für einen frischgebackenen Astronauten – für einen Gadgetfreak wars wie der erste Video-2000-Recorder, die erste Digicam, die erste selbstgebrutzelte CD, das erste Handy mit Farbbildschirm: Ein grosser Moment, selbst für einen iPhone-Kritiker und Nicht-Apfelbeisser.

Nee, UMTS, MMS und Videoaufnahmen gibts noch immer nicht, der Speicher ist mit 8MB mickrig – doch mich interessierte vor allem Surfen im Internet via WLAN. Und siehe da – die Zoom-Fingerbewegungen kennt man ja aus zahlreichen YouTube-Videos, das klappt vom ersten Griff an perfekt. Scrollen: Easy. Google Maps: Whow.

Das Gerät fühlt sich sehr gut an. Schick! Der Monitor dreht sich (meistens) brav um 90 Grad, wenn man das iPhone anders positioniert. Die Bildschirmtastatur ist etwas klein geraten, aber gerade noch OK, ich vertippe mich nur selten.

Fazit: Auch wenn mir (wie anderen auch schon) während des Tests frech „sunrise“ aus dem Display entgegen blinzelte… zumal Swisscom wohl den Zuschlag erhalten wird – alles andere wäre ein Wunder -, kommt das iPhone für mich ohnehin aus ideologischen Gründen nicht in Frage. Allenfalls unlocked? Oder vielleicht ein „iPod Touch“?

Kaum – das Suchtpotential ist schlicht zu gross. Mir reicht die Handy-Abhängigkeit schon vollkommen. Und für ein schönes (ja, schön ist es!) überteuertes Spielzeug bin ich grad zu knapp bei Kasse: Der Spätherbst ist die Zeit der Ski-Saisonabos und des GA.

Drum reicht eigentlich für unterwegs vorerst auch das gute alte Nokia 6233 mit Opera Mini. Das hält den ewigen Surfdrang zumindest etwas im Zaum – und lässt noch etwas Raum für den Zeitungskonsum.

iPhone und Nokia 6233 im Vergleich: Ich sagte ja schon immer, dass sich die Kerlchen gleichen! (13.11.2007, Bern)

Find‘ ich gut. (2 weitere Leute finden diesen Beitrag auch gut.)

Kommentare

Ich bin zwar ein überzeugter Apple-User – und das schon seit 20 Jahren. Ein iPhone kommt mir aber dennoch nicht ins Haus solange die Jungs aus Cupertino das Ding nicht um einiges verbessern. UMT, MMS, Video sind nur ein paar Stichworte. Der Speicher ist nicht ausbaufähig und der Akku kann – wie bei den iPods – nicht einfach ausgewechselt werden. Da setze ich vorerst lieber auf mein SonyEricsson P1i.

ich weiss nicht, ob der apfel-mann eine sonderedition hatte, aber mein iphone hat 8 GB speicher, und die reichen recht weit…

Die 8MB reichen grundzipiell und prinzsätzlich schon weit – aber meine MP3-Sammlung umfasst rund 25 GB, und auf jedes billigere Gerät mit HD-Grössen zwischen 30 und 60 GB bring ich das auch locker drauf, quasi auch noch als Backup… gut, die haben auch ihre Nachteile, aber wenn schon iPod / iPhone, dann richtig.

Jaja da ist man mal nicht am Waisenhausplatz und dann sowas 🙂
@omo: Als langjähriger Apple User kennst Du die Weisheit „Niemals Rev. A“ doch auch 😉

Hast du ein Bild von seinem gesamten Home Screen? Wäre insteressant ob dort ein Installer installiert ist =)

Leider nein, sorry…

Hallo!

Da ich mich sehr für das iPhone von Apple interessiere, hab ich es mir natürlich auch schon zugelegt.
Ich muss sagen der Preis für das iPhone ist sehr gerechtfertigt. Ich bin sehr zufrieden mit dem Gerät und ich denke, dass ich es auch bleiben werde.
Der Preis ist zugegebenermaßen wirklich etwas teuer, aber so ist es doch mit den meisten Marktneuheiten anfangs.
Das Touch-Screen des iPhone ist jedenfalls ein tolles Feature und Spielerei.

Ich kann das Handy nur weiterempfehlen!

Liebe Grüße Klaus

Das Ding wird Usability-Massstäbe setzen, aber sich leider nicht durchsetzen (jedenfalls nicht mit dieser Ausstattung). Hätte das Maschinchen mit dieser Soft- und Hardwareabhängigkeit Microsoft rausgebracht, so hätte die halbe Welt ‚Monopolisierung‘ geschrien. So lange sich das iPhone nicht öffnet, bleibt es mir vom Leib und ich widme mich lieber der nun wahrhlich revolutionären Grundidee von Googles-‚Androide‘.

p.s. Blöker: wenn du wirklich deine M4As umwandeln willst, dann vergiss den Umweg übers brennen und machs so (ich benutze QTFairUse seit längerem und bin damit eigentlich sehr zufrieden).

Hmm… JHymn funzte bei mir einfach bis zu einer bestimmten iTunes-Version wunderbar, und dann nicht mehr – irgendwann hab ichs dann aufgegeben. Das heisst mit anderen Worten, wenn ich mich da nicht durch alle Foren kämpfen will: Es geht jetzt auch mit aktuellen iTunes-Versionen?

Was mich vor allem gestört hat: Apple hatte doch mal bekanntgegeben, fortan auch ganz normale MP3 anzubieten? Das wäre für mich der einzige Grund, vermehrt gegen Bezahlung zu downloaden. Davon sah man da aber grad gar nix…

Ich würde auch nicht JHymn sondern QTFairUse verwenden. Das ist viel einfacher und klappt bei mir jedenfalls prima.
iTunes bietet sehr wohl Musik ohne DRM an. Die heissen nicht MP3 sondern M4P und könnten über die interne iTunes-Funktion ([Erweitert] > [Auswahl in MP3 konvertieren]) umgewandelt werden. Das ist alles keine grosse hexerei. DRM-freie Musik gibt es im iTunes unter iTunes Plus.

Den ganzen Trubel rund ums iPhone kann ich ned verstehen. Das Teil ist sicher nett, schnell, gut benutzbar, aber:

– kein UMTS
– Lock-In
– derb teuer (mal sehen, das iPhone kostet in US 2400 US-$ über 2 Jahre – hier 3500 CHF?)
– Handykamera (mir dreht’s bei den Bildern meist den Magen um – das rauscht dermassen grob, dass mein Schädel nach 5 Wodka-Martinis meist besser drauf ist als das Bild aus so einem Handy), und das nur mit 2 MP. Ich kann in meinem Job keine Kamera-Phones brauchen.
– keine eigene Software (ich lebe des öfteren von Google Earth)
– keine Modemfunktionalität mit meinem MacBook Pro – man braucht ein Extragerät und eine zweite SIM-Karte
– keine eigenen Ringtones (d.h., die sind nicht gratis)

Ich habe mir ein Sony Ericsson W950i gekauft, was beinahe alle Defizienzen ausbügelt und viel günstiger ist. Wenn ich einen Föteler brauche, habe ich immer noch eine PowerShot G6.

Tja, da kann man nix hinzufügen – meine Rede…

@mousseman
Nun da muss ich dir leider in einigen Punkten wiedersprechen:

# – kein UMTS
OK Das einzige wirklich schlechte daran. Aber dafür hast du halt ein Akku der länger reicht.

# – Lock-In
Umgehbar, ein bisschen basteln nötig, aber sonst ohne Probleme benutzbar

# – derb teuer
Das hast du mit anderen Handys ja auch. Und sonst kannst dus immer noch locked ohne Abo kaufen und dann unlocken

# – Handykamera
Ok sie ist sicher nicht die beste, aber ich selber brauche sie nicht. Und wie du sagst, es ist ein Handy und keine Kamera. Für Bilder habe ich meine 1D Mark II

# – keine eigene Software
OK zurzeit nur per 3rd-Party-Software, die du per Jailbreak drauf bekommst. Aber im Februar soll ja die SDK kommen. Und übrigens Google Earth gibts in Form von Google Maps auf dem iPhone?!?

# – keine Modemfunktionalität
Falsch! Gibts auch, halt auch nicht offiziell von Apple unterstützt, aber es funktioniert. Da man halt nur EDGE hat nicht gerade sehr schnell

# – keine eigenen Ringtones
Auch das ist möglich mit jailbraken

Nun du siehst, die meisten deiner Punkte sind leider nicht ganz richtig, oder werden sich bis das iPhone in der Schweiz wirklich erhältlich ist, geändert haben.

Gruess

Michael

@michaelschmid: wenn ich deine kommentare so lese, dann lautet das fazit: „leute kauft das iPhone von Apple, aber dann schaut zu, dass ihr das teil so schnell wie möglich unter wegfall der garantie und mit dem risiko beim nächsten Apple-Update im regen zu stehen, un-locked und jailbraked.“

genau so stelle ich mir ein modernes benutzerfreundliches handy im jahre 2007 eben vor: basteln und dran rumschrauben. eben ganz nach dem Apple-Motto: ‚Think different!‘

[…] im heute über einen Insider, der vom iPhone Start bei Swisscom im Frühling berichtet. Im Weblog JacoBlök will der Blogbetreiber im Starbucks in Bern Entwürfe von Zeitungsinseraten gesehen haben. Und zwar […]

Hilfe… bin ich jetzt Insider oder was…? Oder hats der bö von woanders? So schnell mutiert man vom Apple-Skeptiker zum iPhone-Profi.

[…] Der iPod Touch ist ein wunderbares Spielzeug. Als iPod-Skeptiker (hohe Kosten, wenig Leistung) und iPhone-Nichtkäufer ist es ein mittleres Wunder, dass ich so ein Ding mein eigen nenne. Allerdings sind die Funktionen […]

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