19.08.2013

Windows XP: Microsoft, bitte Support verlängern!

So langsam befürchte ich tatsächlich, dass es Microsoft mit dem irren Gedanken ernst meint, in nicht einmal einem Jahr den Support für Windows XP einzustellen.

In meinem Umfeld setzen viele Leute problemlos und glücklich XP ein. Ich benütze selbst vier Systeme mit Windows XP und ich bin bestens zufrieden – die Geräte sind schnell und gut. Es gibt keinen Grund, sie zu ersetzen oder neue Software zu installieren, nur weil „die Industrie“ das so will.

Abgesehen davon habe ich schlicht kein Geld, diese Geräte zu ersetzen, und die meisten neuen Geräte erfüllen meine Anforderungen an gute Computer nicht: gerade die Unsitte mit dem Trackpad ohne separate Tasten ist ein Klassiker von Mülldesign (hat man zwei Finger drauf – einen zum Klicken und einen zum Fahren – interpretiert das System das meistens als Zweifingergeste und macht damit irgendwas, nur nicht das, was man wollte).

Windows 8 ist Usability-Schrott – das interessiert mich nicht. Und ein Downgrade auf Windows 7, mit dem ich noch halbwegs leben könnte, ist oftmals mit manueller Arbeit und Treibersuche verbunden. Sobald Windows ein Betriebssystem anbietet, das man auf den Look von Windows 2000 zurücksetzen kann und auf dem sämtliche von mir heute eingesetzte Software problemlos läuft, lasse ich allenfalls wieder mit mir reden.

Aber Geld für neue Rechner auszugeben, die perfekt funktionieren – oder ein untaugliches Betriebssystem lizenzieren und installieren (und wohl an mancher Hürde zu scheitern) nur weil Microsoft das so will? Nee.

Das fehlende Geld und die mangelnde Freude an den „innovativen“ Designs dürften für die rund 40% der PC-User, die ebenfalls noch das bewährte und schlanke XP einsetzen, Zwangsargumente sein, auch nach dem 8. April 2014 weiterhin „auf gut Glück“ XP einzusetzen.

Microsoft hat mit Win XP vor über zehn Jahren schlicht ein gutes OS eingeführt – hallo Redmond, viele wollen und brauchen nicht mehr als das. Auch in Zukunft. Verlängert den Support um weitere 5-10 Jahre. Oder ihr seid hauptverantwortlich dafür, dass eine Welle von Botnetzen die Welt überrollen wird.

Nochmals: Knapp 40% benützen Windows XP immer noch – will Microsoft wirklich das Risiko eingehen, Cyberkriminelle zu unterstützen, die ungestopfte Sicherheitslücken ausnützen?

Ihr könnt mir ansonsten auch gerne ein paar 1000 Franken überweisen, weil ich meinen Gerätepark oder meine Software aufgrund eurer Support-Policy angeblich erneuern soll (von der Arbeitszeit ganz zu schweigen) und mich danach auch noch selbst um Plugins bemühen muss, um Windows 8 halbwegs alltagstauglich zu gestalten.

Also: Redet XP nicht schlecht, sondern verlängert den Support!

Find‘ ich gut. (6 weitere Leute finden diesen Beitrag auch gut.)

Kommentare

Windows klassisch Look forever! (aber kann das Win8 nicht mehr?)
Stehe vor dem Ersatz meines Rechners und dachte bisher von den Erfahrungen im Büro, dass Win8 ok sei. Dazu noch Win8 ME auf einem neuen Handy – bin ich auf dem Holzweg?

1. Ist die Behauptung, dass 40% noch XP benutzen totaler Blödsinn. Es sind noch 15%. Siehe dazu: http://www.w3schools.com/browsers/browsers_os.asp
Demnächst werden diese Werte rapide weitersinken, da bald alle grossen Firmen dieses OS losgeworden sind – endlich.

2. Ist XP alles andere als schnell, mir schläft beim Start das Gesicht ein. Beim Login gleich nochmals.

3. Es unterstützt keine neue Hardware, keine neueren Applikationen, Browser etc. Der Grund ist nicht etwa der „Wille der Industrie“ sondern weil es schlichtweg zu teuer ist, Produkte für über 12 Jahre alte Software herzustellen. Win8 (ich bin kein Fan davon) ist die dritte(!) Version nach XP.

Meine Güte, die Welt entwickelt sich weiter und lässt sich sicher nicht von ewiggestrigen aufhalten.

Und was hat die Verlängerung des Supports mit Botnetzen zu tun? Sicher ist XP allemal nicht und auch heute wird XP zur Verbreitung von Malware benutzt.

Am besten sowieso keine Microsoft Produkte mehr verwenden, da sind sowieso überall Backdoors drin.

Mir ist es völlig egal, ob es irgend was Neues nicht unterstützt – das Alte genügt mir vollauf, ich kann auch problemlos neue Geräte kaufen, die mit XP bisher allesamt liefen.

Hä? Keine neuen Browser? Die neuen Firefox laufen probemlos auf XP.

Start? Ja, ok. Aber kein Problem: Morgens einschalten, Kaffee machen und Post holen, arbeiten.

Botnetze: Werden wohl zunehmen, wenn MX den Support wirklich einstellt (was ich bezweifle).

Sag, hast du mir ca. 6000 Franken für neue Geräte und die Arbeit? Ich hab die leider nicht und werde sie vermutlich auch im April 2014 noch nicht haben, ausser ich hab im Lotto gewonnen.

Nicht dass ich den IE nutzen würde, aber nach IE8 wird keiner mehr unter XP unterstützt. Nicht mal ihr eigener Browser. Und ich muss mich dann mit entnervten Kommentaren herumschlagen, weil wieder irgend ein tolles Feature auf irgend einer Webseite auf einem 10 jahre alten Browser nicht läuft.

Wenn du kein Geld für neue OS ausgeben willst, dann arbeite mit Linux. Entgegen der immernoch vorherrschenden Meinung gibt es sowohl für Grafik, Video und Officeanwendungen (und mehr) genügend gute und stabile Software, die obendrein nichts kostet. Die Wartung ist auch viel einfacher und Gerätetreiber sind seit einigen Jahren auch kein Problem mehr.

Aber ganz davon abgesehen, wenn du eine anständige Arbeit machst (1 Mann Bude?) dann sollten 6000.- in 10 Jahren eine sich lohnende Investition sein, ansonsten wüsste ich nicht wie man unter solchen Umständen überleben sollte.

IE? Braucht eigentlich nicht wirklich jemand.

Linux? Keine Lust, mich umzugewöhnen. Sonst hätt ich längst auf Mac gewechselt. Darum gehts mir vor allem: Effizientes Arbeiten. Ich verbringe bis zu 10h pro Tag am Notebook. Jede unnötige Änderung ist völlig überflüssig und führt bloss dazu, dass eingeschliffene Arbeitsweisen geändert werden müssen gegen meinen Willen. Ich kenne alle Shortcuts aller Programme, die ich brauche, im Schlaf. Bei den aktuellen Versionen (oder anderer Software für andere OS) sind fast alle anders. Ich arbeite bestens mit Office97 und Photoshop 6. Ich will und brauche nicht mehr.

Du kannst mir gerne lukrative Aufträge zuschanzen, damit ich mal ein paar Tausender auf die Seite legen kann! Allein schon mal etwas Reserve auf einem Konto zu haben, wäre schön, ja. Das KÖNNTE ich heuer und 2014 erstmals erreichen – wenn da nicht Microsoft wäre. Aber das ist vielleicht auch eine Frage der Lebensphilosophie – ich tendiere eher dazu, Geld auszugeben statt für den Sanktnimmerleinstag auf die Seite zu legen.

Aber wenn ich meine lang ersehnten grossen Ferien absagen müsste, nur weil MS findet „och, dieses XP ist jetzt zu alt“, dann stimmt für mich schon etwas arg nicht.

Ich kann verstehen, dass es mühsam sein kann, sich umzugewöhnen. Aber es ist ja nicht so, dass man überrascht sein müsste dass der Support bald eingestellt wird. Tatsächlich hat MS den Support schon mal verlängert, damals aber wegen den richtig grossen Firmen, die allesamt auf die Barrikaden gegangen sind. Spätestens da hätte es bei dir klingeln müssen. Wie gesagt, die Welt entwickelt sich weiter, wenn man sich damit nicht abfindet, gibts immernoch die Schreibmaschine sowie Stift und Papier…

Ich hatte schon befürchtet, dass von einem wie dir demnächst der konstruktive Vorschlag kommen könnte, doch wieder Papier und Bleistift zu benutzen – danke auch.

Ich und viele andere haben ihre Geräte zu einem Zeitpunkt gekauft, als XP noch Marktanteile von über 50% hatte. Dummerweise funktionieren sie immer noch tadellos und es besteht kein Grund, sie zu ersetzen. Ich wehre mich vehement dagegen, dass mir jemand diktiert, dass ich grössere Hard- und /oder Softwareanpassungen vornehmen muss, ohne dass akuter Bedarf danach besteht.

MS fällt auch kein Zacken aus der Krone, wenn sie den Support noch verlängern – es ging ja bisher auch.

Wenn du unabhängig sein willst, dann ist MS oder Apple auch nicht die richtige Wahl. Vielleicht ist es dir entgangen, aber das sind grosse Firmen, die nach Profit streben, und dementsprechend Handeln. Leute wie du kosten diese Firmen nur noch Geld, und diese Kosten wollen sie natürlich loswerden. Das sind eben keine Wohlfahrtsvereine, sorry aber das ist die Realität. Aus Gründen wie diesen bevorzuge ich wenn immer möglich offene und möglichst freie Systeme. Solltest du dir vielleicht auch mal überlegen.

Und noch was: Scheinbar hast du ja Zeit um in deinem Blog über dies und das zu wettern. Wie wär’s wenn du stattdessen versuchst, dich weiterzubilden?

Da war noch deine Frage mit der Weiterbildung, für die ich mir etwas Zeit lassen wollte. Entschuldige die Verspätung – ich war u.a. krank.

Zunächst einmal: In welchem Zusammenhang meinst du die Frage an dieser Stelle – dass ich mich vermehrt mit „mir Unbekanntem“ befassen sollte (wie Open-Source-Betriebssystemen wie Linux beispielsweise)? Oder hast du generell das Gefühl, ich sei eine ewiggestrige Flasche, die von nichts eine Ahnung hat, und ich sollte mich dringend bei der Feusi für ein paar Refresher einschreiben, um ein besserer Mensch zu werden?

Aber eigentlich ist das egal. Es läuft ohnehin auf die gleiche Antwort hinaus.

Erstens: Weiterbildung ist teuer. Ich habe keinen blassen Schimmer, wie Kolleginnen und Kollegen z.B. ihre MBAs oder andere Weiterbildungen finanzieren, die teils mehrere Zehntausend Franken kosten. Genau so wenig wie ich mir drei neue Computer leisten kann, könnte ich mir Weiterbildungskurse leisten. OK, stop: Klar könnte ich es mir leisten, wenn ich das Geld anders einteilen würde. Dazu weiter unten.

Zweitens: Ich weiss allerdings auch nicht, warum die erwähnten Freunde das Geld nicht lieber ausgeben, um ihre Lebensqualität nachhaltiger zu verbessern. Ich habe eine Matur und sonst nichts als „Scheine“ vorzuweisen (also basically ein wertloses Papier mit Zahlen, das beweist, dass ich auswendiglernen kann) und fahre damit gut.

Ich denke, Weiterbildung wird seit einigen Jahren massiv überbewertet, geradezu „gehypt“; es hat sich eine veritable Weiterbildungsindustrie entwickelt, die suggeriert, dass man ohne Weiterbildung einpacken kann. Am Schluss sitzt man dann bei schönstem Wetter in sterilen Neonlicht-Zimmern, hört sich an, was didaktisch unfähige Drittklassdozenten zu sagen haben und entwirft im Geiste einen neuen Kurs zum Thema, der viel besser rüberkommen würde, und denkt sich „OK, 2000 Stutz in den Sand gesetzt, Pech gehabt.“

Dabei geniessen alle Menschen, die sich nicht ewig daheim einsperren, automatisch die beste Weiterbildung von allen: Das Leben.

Soziale Kontakte, Reisen, Studium von Büchern und Websites, an Anlässen oder Festen neue Leute kennenlernen. Im Zug den Menschen lauschen und so die eine oder andere Idee bekommen. Learning by doing betreiben. Undsoweiter – du weisst, das ich meine.

Meinen Kundinnen und Kunden ist es sowas von scheissegal, ob ich Diplom XY Stufe 8 oder Weiterbildungslevel ABC15 habe. Sie wollen, dass ich gut erreichbar bin, ihnen bei Problemen schnell helfe und so gut wie möglich kommuniziere. Sie sind froh, dass ihnen jemand freundlich und in einer Sprache, die sie auch verstehen, zur Seite steht. Die Feedbacks, die ich für meine Arbeit bekomme, sprechen für sich.

Drittens: Der Lebensqualitäts- und Zeitfaktor. Wie erwähnt: Natürlich könnte ich durch eine Umverteilung Geld für anders, als dass ich es jetzt ausgebe, auf die Seite legen, zum Beispiel für Weiterbildung.

Ich habe allerdings genug Burnouts in meinem Bekanntenkreis erlebt oder sehe viele Familien, die an einer hohen Arbeitsbelastung eines oder beiden Elternteils leiden.

Ich habe mich für ein Leben entschieden, in dem ein spontaner Skitag in den Bergen oder ein Spaziergang mit Kollegin X und ihren Kids wichtiger sind als der Besuch irgendwelcher Kurse. In dem die Aufrechterhaltung sozialer Kontakte mehr zählt als Prestige. In dem Zeit z.B. mit den Eltern mehr zählt als umsverrodde diesen Wackelauftrag auch noch zu sichern (wenn ein naher Angehöriger stirbt, langst du dir hoffentlich auch an den Kopf, weil du sehr viel Dinge gemacht hast, für die dir nie jemand Dankbarkeit entgegen bringen wird, anstatt mehr Zeit mit jemandem zu verbringen, mit dem du das nun endgültig nie mehr tun kannst). Ich finde es schön, als Hobbyheimwerker am eigenen Haus etwas Dauerhaftes zu erschaffen, das mir und meiner Partnerin – so das Schicksal will – viele Jahre lang etwas bringen wird. Ich halte es für eine nette Geste, den Kunden mit der Jahresrechnung möglichst ein kleines Präsent zu schicken, um ihnen dafür zu danken, dass sie mir durch ihre Treue ein schönes Leben finanzieren (und Kundengeschenke können in der nötigen Menge schnell ins Geld gehen – um das vorletzte zu verteilen, bin ich zwei Tage lang mit dem Velo durch die Stadt gefahren, um zumindest bei den geografisch nahen Kunden das Porto zu sparen; das hat auch meinem Körper gut getan).

Ich erlebe als Rheumatiker und siebenfach Knieoperierter zudem, wie viel wichtiger eine gute Gesundheit für die Psyche und Lebensqualität ist als ein Weiterbildungskurs. Wer weiss, was mein TNF-Alpha-Hemmer für langfristige Nebenwirkungen hat? Ich habe bei der Einwilligung in die Therapie immer gesagt: „Lieber 60 Jahre voll auskosten als zwar 80 werden, aber die meiste Zeit leiden.“

Aufs „grosse Ganze“ bezogen finde ich, dass man jede Minute des Lebens so verbringen sollte, wie wenn es die letzte wäre. Natürlich ist das nahezu unmöglich, wenn man keine Millionen im Lotto gewonnen hat. Aber man kann seine Lebensgestaltung im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten und denen, die einem „das System“ bietet, doch möglichst so anpassen, dass man dieser Maxime so nahe wie möglich kommt.

Verglichen mit dem Alter des Universums ist mein einziger Aufenthalt auf diesem Planeten nicht mal ein Wimpernschlag. Das relativiert vieles. Diverse Schicksalsschläge können jederzeit eintreffen: Eine schwere Krankheit eines Angehörigen oder bei mir selbst. Der Ausbruch eines Supervulkans, irgend einer weltweiten Krise, die vieles zunichte macht, das wir hier und jetzt geniessen. Ein Unfall.

Klar, die Wahrscheinlichkeit für viele dieser Fälle klein, aber alles in mir sagt mir: Verhalte dich so, das es dir möglich ist, dieses einzige Leben möglichst auszukosten und dich nicht mit Dingen befassen zu müssen, die dir zuwider sind.

Denn die Wahrscheinlichkeit ist 100% dass, man selbst und alle Freundinnen und Freunde, Verwandte und Bekannte, die uns viel bedeuten, irgendwann tot sind. Dann fragt niemand mehr nach Weiterbildung oder Betriebsystemen.

Bisher bin ich damit bestens gefahren. Klar, ich habe keinen Lohn von 10’000+ pro Monat und ich lege kaum was auf die Seite, aber ich bin in der schönen Lage, sagen zu können, dass es mir sehr gut geht, dass ich glücklich bin. Ich kann mir prinzipiell fast alles leisten, was ich brauche, um diesen Zustand zu halten. Ich bin auch immens dankbar für die „Gnade der Geburt“ – ich meine damit, dass z.B. unser Hauskauf nur durch Erbvorbezüge möglich war oder dass meine Grosseltern vor Jahren mal ein kleines Haus in der Provence gekauft haben, das meine Familie halbwegs halten kann, wo ich gratis hin kann, so lange ich ab und zu einen Heimwerkerbeitrag leiste, oder dass ich als Scheidungskind einen Familienteil in der Surselva habe, wo ich auch jederzeit hin kann. Ich bin dreisprachig erzogen worden, das bringt mir 100x mehr als ein Kurs. Hier versuche ich demnach lieber, meiner Familie für all dies etwas aktiv zurückzugeben, anstatt Weiterbilungskurse zu besuchen.

Wer mit mir geschäften will, findet online ziemlich viel über mich. Wer nach der Durchsicht dieser Dinge nicht mit mir zusammen arbeiten will, z.B. weil er keine M.A. oder Dr. oder dipl. findet: Umso besser, dann wäre die Zusammenarbeit wohl eh nicht erspriesslich geworden. Die sollen lieber zu jemandem gehen, der zwar Titel und Papiere vorweisen kann, aber dafür über null Empathie verfügt und einen schlechten Sprachstil hat. Ich finde, Referenzen sind wichtiger als Abschlüsse.

Was ich damit sagen will: Ich respektiere alle, die ihr Leben anders führen, aber spätestens nach diesen Gedanken ist für mich klar, dass ich die Ersparnisse lieber für eine schöne Reise, ein Nachtessen mit meiner Mutter oder einem guten Freund, einen Tag mit dem Göttimeitschi ausgebe als für Weiterbildung oder neue Computer. Oder dass ich bis Ende Jahr die Zahlungen in die dritte Säule so reduziere, dass das Geld sicher für die traditionelle Skitestwoche im November reicht. Und dass ich sinnlose Zeit (wie von Dritten erzwungene Betriebssytemwechel) so effizient wie möglich zu eliminieren trachte.

Ich denke, vielen Menschen würde es sehr viel besser gehen, wenn sie so rechnen würden. Schlussendlich bin ich überzeugt, dass 200’000 Franken auf irgend einem Konto weniger glücklich machen als die Dinge, die ich mache, die aber zugleich das Anhäufen von Geld verhindern.

Wer es anders mag, bitte schön. Aber wage zu behaupten, dass meine Aussage „ich geniesse es, hier im Zug durch das Goms zu sitzen, diese Zeilen zu schreiben und ab und zu die spätsommerliche Berglandschaft des Oberwallis zu betrachten und ich denke, das bringt meinem Leben mehr als ein Weiterbildungskurs“ bei der Mehrheit der Menschen mit 9-to-5-Jobs bei 10’000 Monatslohn Gelüste auslöst, es mir gleich zu tun. Wenn ich als u.a. mit dem Argument „Geldmangel“ kokettiere, dann darum, weil ich zutiefst überzeugt bin, dass es der Menschheit mehr bringt, eine spontane Städtereise zu buchen als das Geld für einen neuen Computer, neue Software oder „Weiterbildung um der Weiterbildung willen“ beiseite zu legen.

Damit sind dabei, was dieser Abriss über mögliche Lebensgestaltungen mit dem Support für Windows XP zu tun hat.

Microsoft macht vielen Menschen auf dieser Erde sehr viel „sinnlose“ Arbeit und verursacht. Nun ist Microsoft nicht irgend ein Konzern, sondern einer, der meiner Meinung nach aufgrund seiner Grösse und der globalen Verbreitung seiner Produkte eine gewiss Verantwortung hat.

Der Konzern hätte es problemlos in der Hand, durch eine Verlängerung des Supports der Menschheit Stunden an „Quality Time“ (oder Ersparnissen) zu schenken und es allen zu ermöglichen, neue Maschinen oder Software zu kaufen, wenn der Compi abliegt und nicht, wenn es Microsoft aufgrund irgend einer willkürlichen Zeitpunktfestsetzung beliebt. Es uns zu ermöglichen, sich dann umzugewöhnen oder für neue Systeme weiterzubilden, wenn man selbst bereit dafür ist, sei es finanziell, emotional oder zeitplanerisch. In einer Zeit, in der man fast alles am Computer macht, ist das nicht zu unterschätzen.

Ich bin durchaus ein Gadgetfreak und finde viele Notebooks, die momentan im Handel sind, very sexy. Einen schnelleren OS-Start fände ich auch geil. Aber momentan ist es mir einfach mehr wert, dass meine 5 Jahre alte Kiste bestens funzt, fixfertig eingerichtet ist und ich einfach arbeiten und leben kann, ohne viel an Technik denken und konfigurieren zu müssen. Und es kotzt mich an, dass irgend ein Konzern mich zwingen will, das zu ändern, frühere Ankündigungen hin oder her – mein Gerät ist halt leider Gottes noch nicht kaputt, ich will es schlicht nicht ersetzen derzeit.

Und zu deiner leicht trolligen Aussage, dass ich ja Zeit habe, hier über weissnicht was zu wettern – ja, es ist mir selbst wichtiger, diese Gedanken einmal in Worte gefasst als einen Weiterbildungskurs besucht zu haben.

Ich weiss nicht genau, was deine Motivation ist, mich vom Schreiben und Onlinedebattieren abbringen zu wollen; das sind zwei eines meiner liebsten Hobbies, und sie tun mir gut. Jedenfalls sicher viel besser als mich zwangsweise mit Betriebssystemwechseln auseinanderzusetzen oder irgend einen sinnlosen Kurs zu besuchen.

Ich würde einmal die neuste Version von Linux als Live-CD brennen und dann einen PC so ab CD starten. Lubuntu ist sehr sparsam und deshalb geeignet für alte PCs und der Umstieg XP > Lubuntu ist einfacher als XP > W8 oder > Mac. Die alten XP-Programme laufen dank Wine fast alle auch auf Lubuntu.

Seit 2002 arbeite ich mit XP Prof. und bin total zufrieden mit diesem OS!!!
Auf Grund meiner Hard und Software kann ich nicht auf Win7 oder Win 8 umstellen!!!
Also müßte ich etwa 1200€ für Neue Soft und Hardware investieren.
Also werde ich auch ohne Support weitermachen!!!
Mein System ist mit Deep-Freeze abgesichert!!!
MfG. Mausehund

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