Wohin mit den alten Abfallsäcken?

Von rotgrünen Regierungen erwarte ich intelligente Lösungen, keine Schildbürgerstreiche. Oder kauft mir Tschäppu meine Abfallsäcke ab, die ich nun nicht mehr verwenden kann?

Die Lösung mit den Gebührenmarken war famos. Man konnte Abfallsäcke aus jeder Quelle benützen, eine Marke draufkleben, vors Haus stellen – fertig. Kein schlechtes Gewissen packte einen, wenn man einen Sack mal für das Aufbewahren von irgendwelchen Sachen auf dem Estrich brauchte.

Damit ists morgen vorbei: Bern führt eigene Abfallsäcke ein. Dass die Gebühren erhöht werden, geht völlig in Ordnung – nur… wieso eigene Säcke?! Und was soll ich mit den 48 noch vorhandenen alten Säcken tun? Ich verbrauche in meinem einigermassen ökologisch orientierten Einpersonenhaushalt rund zwanzig 17-Liter-Säcke pro Jahr… und die alten Märkli darf man nur noch bis Ende 2007 benützen.

Wie wärs wenigstens mit einer Fristverlängerung? Sehr ökologisch, die restlichen Säcke wegzuwerfen. Oder anders gesagt: Echt bescheuert.

Wohin mit den alten Abfallsäcken? Bern führt eigene Kehrrichtsäcke ein - nur ist die Übergangsfrist zu kurz...

9 Kommentare

  1. Brauch sie doch weiterhin für’s Aufbewahren von irgendwelchen Sachen auf dem Estrich. Und wenn Du dann immer noch zuviel solche Säcke hast, kannst du sie mir geben, falls Du gar keinen Abnehmer findest. Bei uns gibt’s immer noch das System mit den Abfall-MARKEN! 😉

  2. @Reto: Ich hab heute nochmals zehn 17-Liter-Sack-Marken gehamstert, das dürfte mit den noch vorhandenen dafür ausreichen, bis Ende Jahr 20 Säcke abzubauen. Die restlichen 28 schick ich Dir dann gerne, denn soviel bewahre ich nun auch wieder nicht auf dem Estrich auf – was die letzten ZügelhelferInnen nun natürlich wieder vehement bestreiten werden. Also gut: Ich bewahre das Zeug lieber in Schachteln auf als in Säcken. So ist das.

    Mir hat heute übrigens sogar eine grüne Berner Nationalrätin geflüstert, dass sie das System reichlich doof findet, denn auch sie hat kürzlich ihre Vorräte an Ghüdersäcken erneuert und weiss nun nicht, wohin damit.

    Hmm… Ich glaub, ich mach im Dezember dann doch einen auf Mühsamer-Renitenz-Bürger und wickle die restlichen Abfallsäcke sorgfältig um Alex Tschäppäts Roller vor dem Erlacherhof, mit einer Schildbürgerstreich-Urkunde in einer riesigen Kartonschachtel. Wer macht mit?

  3. Offenbar läuft die Stadt Amok wenns um den Abfall geht (oder der Amtsschimmel hat seine Box im Erlacherhof verlassen und galoppiert nun durch die Amtsstuben):

    Alle Gewerbetreibenden in der Altstadt haben Anfangs Jahr ein Schreiben von der Stadt erhalten, dass ab Mai 07 die Container-Pflicht in der Altstadt herrscht. Alle Firmen brauchen per Definition einen Container, der mit Chip versehen, in die Gassen zu stellen ist! Per Formular konnte man ein Gesuch (sic!) stellen, um sich dieser Pflicht zu entziehen. Das Gesuch musste begründet sein!

    Ich als Mikrogewerbler in der Altstadt (One-man-show sozusagen) produziere, da im virtuellen Gewerbe tätig, praktisch keinen Abfall. Solche Firmen gibt es bekannterweise zuhauf in der Altstadt. Alle diese Einzelfirmen müssen nun also per Dekret einen Container in die Gasse stellen! Hei ei ei… das gibt aber einen Salat! Und ich wette 10 alte Abfallsäcke, dass der Denkmalpfleger ganz aus dem Häuschen gerät ab einer solchen schnukeligen Container-Gasse.

    Jedenfall habe ich das Gesuch zur Dispensation gestellt und erstmal gar nichts von der Verwaltung gehört. Bis vor einem Monat ein zaghaftes Schreiben eintraf: sie hätten leider viele Dispensationsgesuche erhalten. Und nun seien zusätzliche Leute eingestellt worden, die die Gesuche bearbeiten täten. Das könne etwas dauern. Aber die Pflicht bestehe natürlich schon ab 1.5.07. Jawoll!

    Das denen niemand gesteckt hat, dass es eventuell umgekehrt einfacher gewesen wäre? Das man also per default von der Pflicht enthoben ist, und ein Gesuch um einen Container stellen muss, wenn man viel Abfall produziert? Wäre wohl zu einfach gewesen. Jetzt beschäftigt man sich lieber mit sich selber und schafft damit immerhin Arbeitsplätze!

  4. Das Matching von letzten Säcken und Marken ergab bei mir einen Überschuss von 3 Marken und die schenke ich gerne einer Nachbarin. Ich bin mit der Preiserhöhung für die Abfallentsorgung nicht einverstanden, aber mir leuchtet ein, dass die blauen Säcke den Abfuhrleuten die Arbeit erleichtern. Dass ausgerechnet eine Grüne noch nichts von der Umstellung gehört haben will, gibt mir allerdings zu denken…

  5. Da gibt mir eher die Kommunikationspolitik der Stadt zu denken – und angesichts der zu kurzen Übergangsfristen sträuben sich mir die Nackenhaare…

    Dass die Exekutive der Stadt unter Kommunikationsunfähigkeit leidet, zeigt auch die “Poller-Posse” – wenn von Anfang an alles gut beschriftet gewesen wäre, hätte die Posse gar nie stattgefunden. Es war vermutlich jedem (ausser dem Gemeinderat) klar, dass die Poller bei den üblichen Kreisen einen Aufschrei verursachen würden. Stattdessen hat man nun Stunden mit Schadensbegrenzung verbracht – diese Zeit hätte man gescheiter nutzen können. Zum Beispiel, um betreffend Abfallsäcken den Kopf etwas länger schräg zu halten.

  6. Auch ich bin ein Opfer: 17l Säcke im Duopack waren vor 2 Monaten 50 cts günstiger. Hab zugeschlagen. Nun sitze ich auf 2X20 Säcken und hab noch Marken für 10. Wenn ich die wild entsorgten Abfälle im Quartier anschaue, den Abfall-Verbrennungs-Gestank rieche, der von manchen Schrebergärten kommt, dann,… ja dann frage ich mich, ob die Sackgebühr für die Umwelt Sinn macht. Jetzt wo wir das Trennen und recyclen gelernt haben, könnten wir die sackgebühr wieder abschaffen und alles über Gebühren laufen lassen. Der Verursacherprinzip ist gut und recht, wenn aber in der Praxis der/die Verursacherin von Wildabfall nciht eruiert werden kann…. Beim Abfallreglement gibts dennoch viel gutes: take-aways werden mehr zur Kasse geboten und Mehrweg-Geschirr ist nun Norm.

  7. Übrigens: So siehts bei mir Ende 2007 aus.

    Immerhin kann man offenbar die alten Abfallmarken zurückgeben – hab ich in der Zeitung gelesen. Nur: Wo, ist mir entfallen – und auf der immer noch katastrophal grottenschlechten Website der Stadt Bern findet man das natürlich nicht. Erbitte sachdienliche Hinweise!

    Auf den Säcken bleibe ich wohl halt sitzen. Ausser Reto von weiter oben will sie wirklich 🙂

  8. Aaahhh stop, doch gefunden – man darf eben nicht nach “Abfallmarken” suchen, sondern muss die Fachtermini eingeben… Usability: NULL!

    Ich zitiere: “Die überzähligen Marken können ab 7. Januar 2008 wie folgt zurückgegeben werden: Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün, „Baustelle“, Bundesgasse 38, Parterre, Abgabezeiten: Montag bis Freitag: 10 – 12 und 14 – 16 Uhr”

    Interessant ist die Aussage: “Die Abfallentsorgung der Stadt Bern ist bisher davon ausgegangen, dass die alten Gebührenmarken in der Übergangsfrist von acht Monaten aufgebraucht werden können.”

    Wie weltfremd sind die Leute in der Stadtverwaltung eigentlich, wenn sie von solchen Annahmen ausgehen? Etwa gleich weltfremd wie jene, die uns den Anzeiger gegen unseren Willen andrehen wollen…

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