Widmer-Schlumpf auf FAZ-Frontseite

Der kurze Ausflug nach Deutschland zu einem Politikwissenschaftler kam natürlich zum richtigen Zeitpunkt: Die Bundesratswahl und die seltsame Haltung vieler Deutscher Politiker zur Sterbehilfe waren erschöpfende Diskussionsthemen.

Auch die Medienresonanz im nördlichen Nachbarland ist erfreulich. Endlich wieder einmal positive Schlagzeilen! EWS hats zum Beispiel auf die Frontseite der “Frankfurter Allgemeinen” geschafft:

FAZ mit Eveline Widmer-Schlumpf auf der Frontseite (14.12.2007)

Dass hier gleich die Frage gestellt wird, ob die Schweiz nun eropäisch wird… na ja. Im Inneren der FAZ findet sich dafür unter dem Titel “zähe Bündnerin” ein Text, den sich die Sandkastenfraktion der SVP hinter die Ohren schreiben kann:

Eigentlich kann die SVP in der Schweiz nichts gegen ihr Parteimitglied Eveline Widmer-Schlumpf haben. Die 51 Jahre alte Finanzdirektorin des Kantons Graubünden gilt als kompetent, zäh, durchsetzungsstark und damit als eines der grössten politische Talente der rechtskonservativen Partei.

Wie auch schon erwähnt: Die Mitte-Links-Parteien werden sich früh genug wieder über Widmer-Schlumpf nerven, aber es immerhin ist Blochers Nachfolgerin eine Frau – was schon mal einen Grundbonus gibt. Was sie und ihre RatskollegInnen dieser Tage zudem gesagt haben, deutet darauf hin, dass sich das Klima im Bundesrat schlagartig verbessern wird. Das kann nur gut sein für die Schweiz.

Dass die Bundesratssitzungen jetzt zur Gruppentherapie versanften, nur weil Blocher nicht mehr da ist, glaubt keiner der Befragten. Obwohl die beiden SVP-Bundesräte von der Fraktion verstossen werden, vertritt zumindest Eveline Widmer-Schlumpf in weiten Teilen die Haltung der Partei. Die bundesrätliche Erleichterung hat mehr damit zu tun, dass das Kollegium den Kleinkrieg mit Blocher satt hatte, seine unablässigen Mitberichte selbst zu Nichtigkeiten, seine Sermone an den Sitzungen, seine Blocher-Shows an den anschliessenden Pressekonferenzen. Die Arbeitsatmosphäre, hört man, sei in den letzten Monaten miserabel gewesen.

Und – zurück in der Schweiz – zum Schluss noch aus dem Bereich Softnews einer aus dem Bereich “herrliche Titelsetzung”, oberhalb eines Textes, der für einen Ex-Hobby-Astronomen natürlich höchst interessant ist:

Auch eine Form der Opposition... (News, 14.12.2007)

3 Kommentare

  1. Die SVP-Sandkastenfraktion kann sehr wohl etwas gegen Widmer-Schlumpf haben. In den Augen der SVP-Sandkastenfraktion ist sie eine Königsmörderin. Sie ist jemand, der für die Karriere über Leichen geht und zwar selbst dann, wenn diese Leichen aus Leuten besteht, die massgeblich zum Erfolg der Partei beigetragen haben und die Politik der Partei in den letzten Jahren geprägt haben.

  2. “… wenn diese Leichen aus Leuten besteht…” – traumhafte Aussage, herrlich als abschreckendes Beispiel für unseren nächsten Schreibkurs! Danke, danke, danke. Genau solche Blüten erwarte ich aus Ihrer politischen Ecke. Bitte mehr, macht Spass!

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