Was will uns das sagen?

Ein Plädoyer für die vermehrte Beachtung und Analyse von Kurzmeldungen in der Randspalte. Aus dem “Bund” vom 2. Juni 2005:

Ein Lenker Lenker

Das stellt uns – mal abgesehen vom Mitleid für die armen Verunfallten – vor grosse Probleme: Was meint die SDA genau? Meint sie mit “Lenker” einen Bewohner der Lenk oder eine Person, die einen fahrbaren Untersatz lenkt, auch Fahrzeugfüher genannt? Letztere leicht altertümliche Bezeichnung weckt Assoziationen zu einem schwarzen Kapitel der Menschheitsgeschichte – womit wir schon beim nächsten Sprachproblem sind: Will uns das “Billett” (schweiz. ugs.) etwa bescheinigen, dass wir geeignet wären, Nationen in den Krieg zu lotsen und Inhaber eines Führerscheins womöglich allesamt Neonazis sind? Gut, darum sagen wir wohl “Fahrausweis”. Und wenn ich nun darauf hinweise, dass es eigentlich “Führerschwein” heissen sollte, riskiere ich, von Glatzköpfen verprügelt zu werden, und das wollte ich irgendwie nicht. – Nein, wir waren ja in der Lenk, bei den Lenkern, dem Lenker Lenker. So ein Autofahrer aus dem Berner Oberland stellt uns vor weitere Probleme; schreibt man nun “lenker Lenker” oder “Lenker Lenker”? Swer Sprak. Streng grammatikalisch gesehen wohl Letzteres. Oder letzteres? Letzterer Lenker Lenker könnte ja auch “Lenk” zum Nachnamen heissen. Laut Google gibts das. Und war da nicht kürzlich ein Beitrag zu Lenkungsabgaben auf Treibstoff? Letzterer Lenker Lenker Lenk lenkt lenkungsabgabenbefreite… hmmm… So. fertig jetzt. In der Lenk gibts nämlich nette Einladungen zum Znacht (links) und wunderschöne Erholungstempel (rechts):

In der Lenk

Das Ding links im Bild rechts ist übrigens keine Lancet von Chroma, die womöglich gar eine gelenkte Supernova jagt, nänääi.

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