Vor 20 Jahren: Die ersten CDs

CDs lösen sich nach 20 Jahren auf? Von wegen! Meine ersten drei CDs kamen diese Woche vor 20 Jahren per Versandhandel ins Haus geflattert. Und sie funktionieren noch bestens.

Kürzlich konnte die Silberscheibe ihr 25-Jahr-Jubiläum feiern. Fünf Jahre später, im September 1987, hielten auch die ersten CD-Player Einzug in den elterlichen Haushalt; ein Onkel schaffte gar einen portablen Sony-CD-Player an – damals ein unglaublicher Luxus mit einem hohen Preis und einem schweren Akku.

Einen eigenen CD-Player bekam ich erst zu Weihnachten 1987 geschenkt, doch Software gabs vor 20 Jahren schon in ansehnlichen Mengen. Und zum Glück eine elterliche High-End-Stereoanlage, bei der man zum ersten Mal erfühlen konnte, was HiFi bedeutet.

Es war ein grosser Augenblick, als zum ersten Mal das Intro von “I Still Haven’t Found What I’m Looking For” aus den Vierwegboxen gittärrelte. Fast wie das erste Mal Sex. Geil. Nur getraute man sich das damals natürlich noch nicht so zu sagen.

Ich hatte zwar schon mit sieben Jahren meine ersten Tapes aufgenommen und jahrelang Hitparaden mitgeschnitten, doch das waren alles Single-Hits. Ganze LPs – oder eben CDs -, dieses Gefühl kannte ich noch nicht. Das, phuuuh… das war jetzt wirklich heiss. “Joshua Tree” von U2 wurde mein persönlicher kleiner Septembersoundtrack 1987.

Während ich diesen Blogeintrag schreibe, läuft zum Beispiel “Red Hill Mining Town”. Wundervoll! Ich sehe mich diese Videoaufnahmen rund Meine ersten drei CDs: U2, Michael Jackson, Cock Robin (September 1987 - klicken für grössere Fassung)mein Dorf im Baselbiet machen, die ich in den darauffolgenden Herbstferien nachträglich mit dem Song vertonte. Itingen (BL) als kleine Minenstadt, umgeben von Joshua Trees, eine verlotternde Tankstelle mit im quietschenden, rostigen Schildern… Träume eines 15-jährigen.

Doch da waren noch andere Scheiben, die man heute, naja, weniger gern erwähnt. Ich sags mal Positiv: Meine ersten drei CDs deckten ein breites Repertoire ab…

– Cock Robin, “After Here Through Midland
– Michael Jackson, “Bad
– U2, “Joshua Tree

Auch “Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band” wurde diesen Herbst erstmals auf CD veröffentlicht. Nach 10 Jahren “I Should Have Known Better” oder “Eight Days a Week” war das wie eine Beatles-Wiedergeburt: Fasziniert lauschte ich nach der Schule und dem obligaten Spätsommer-Badibesuch diesen damals erst 20jährigen völlig unbekannten Klängen. Hier entdeckte der Teenie-Blöker ganz neue Soundhorizonte.

Der Musikherbst 1987 war ohnehin hochinteressant. “Luka” war die erste Single aus Suzanne Vegas legendärem “Solitude Standing”. Terence Trent d’Arbys erste LP produzierte eine Hitsingle nach der anderen. Swing Out Sister gefiel mir gut. Hot Chocolate merkten, dass man mit Remixes das Altersheim bezahlen kann. Alison Moyets “Ordinary Girl” war herrlich melancholisch. Simply Reds “Maybe Someday” auch, dafür fuhr “Infidelity” schön ein.

Johnny Clegg & Savuka hörte man mit Asimbonanga oft am Radio. Auch “Some Folks” der Street Boys war ein grosser Airplay-Hit. Dazu kamen immer neue Single-Auskopplungen aus dem coolen Fleetwood-Mac-Album “Tango in The Night“, “Little Lies” zum Beispiel.

Nur dumm, dass auf der Maxell-XL-II-S-Cassette steht: “Achtung, ganzes Band stark zerknüllt, Kanalausfälle” – welch hungriger Horrortaperecorder das wohl angerichtet hatte?

Und sonst? Demnächst in diesem Theater.

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