Vom Groppera klappte das besser

Roschee 1979: Eine riesige Antenne auf dem Pizzo Groppera knackt das SRG-Monopol. Ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Behörden beginnt, das Land leidet mit. Schawinski als Wegbereiter der Privatradios. Dank ihm wusste ich mit sieben Jahren, dass Radio einfach das Beste ist.

Bis 1983 wurde die UKW-Verbreitung mit diversem höchst kreativem Gebastel so weit optimiert, dass ein tadelloser Empfang in weiten Teilen der Schweiz möglich war. Tipp: “Jolly Roger” kaufen und geniessen.

Roschee 2008: Auch im Soundcheck von “Radio 1” ist “You Can Get it if You Really Want” öfters zu hören. Der seit Januar gesendete Musikteppich ist zu meinem Lieblingsprogramm geworden – hierzulande gibts sonst keinen Sender mit solcher Musik.

DRS1 muss sich weiterhin der allzu starken Ländlerlobby fügen, sackstarke redaktionelle Beiträge versinken – es ist zum Heulen! – in einem dunklen Moor von unbekanntem bis unhörbarem Sound inrgendwo zwischen Chanson, Instrumentals und Concours Eurovision. Immerhin: Die Podcasts von Echo, Espresso & Co. retten den aufgeklärten Hörer.

Wenn ich gutes Radio durchhören will, muss ich SWR1 einschalten. Da sind die Wortbeiträge ebenfalls top – nur eben aus Deutschland. Immerhin Süddeutschland.

Dass einige Leute gute alte Popmusik gebetsmühlenartig als “Mainstream-Gedudel” abtun, war vorauszuahnen (auch wenn ich mir zugegebenermassen noch die eine oder andere etwas verstecktere Pop-Perle von “Radio 1” gewünscht hätte).

Und technisch? – Das Standardrepertoire an Servern ist heute immens. Leute mit Erfahrungen, wie sich Server bei Grossandrang verhalten, gibts zuhauf; ich selbst bin ein gebranntes Kind. Niemand muss mehr Sender in Bäumen verstecken oder Angst haben, dass Carabinieri den Technikraum aufschweissen und Käbeli rausreissen.

Ich hatte mich die ganze Nacht wie ein kleines Kind auf den “richtigen” Sendestart von Radio1 gefreut, auf viele alte Bekannte (auch wenn ich nie ganz verstanden habe, warum ein “Radio für Erwachsene” eine doppelmoderierte Morgenschiene braucht), auf die ersten Beiträge.

Und was gibts nun? Timeouts, Fehlermeldungen, Warten. Interessanterweise komme ich derzeit nicht mal auf die Website des Providers oder bekomme nur Typo3-mySQL-Fehlermeldungen.

Schade. “You Can Get it if You Really Plan Ahead.”

6 Kommentare

  1. Inzwischen kommt bei der Eingabe von radio1.ch die Website des Providers – tolle Werbung, Jungs… nun gut, ich sitze selbst im Glashaus, also werf ich nicht zu fest. Aber wie wärs mit einer statischen Seite ohne mySQL-Requests? Das hat mich bei einer ähnlichen Gelegenheit auch gerettet. Ist hässlich, aber mit etwas CSS besser als gar nix.

  2. Aha, man hats inzwischen auch gemerkt… auf radio1.ch kommt nun eine statische Seite! Das Deutsch ist etwas holprig, der Inhalt aber ehrlich: “Auf Grund der grossen Nachfrage nach unserer Website ist diese zwischenzeitlich überlastet. Sie können uns jedoch weiterhin online, oder auf FM 93.0 hören! Wir werden alles daran setzen, dieses Problem rasch möglichst zu beheben. Wir danken für Ihr Verständnis. Ihr Radio 1 Team”

  3. Aha… man versucht, Typo3 wieder aufzusetzen…

    “Error! No pages are found on the rootlevel!”

    Jaja, die lieben CMS und Datenbankserver – schlechte Idee bei Websites mit immensem Ansturm.

    Und wenig später: “Forbidden – You don’t have permission to access / on this server.”

    Ich bastle euch also gerne schnell mal eine statische Seite, die so aussieht, wie das Original – dauert etwa eine bis zwei Stunden. Mail genügt.

    Hmm… und könnte man den Stream nicht auf 128kbit/s pushen? 64 schärbelen halt schon ziemlich.

    Anderer Senf zu “Radio 1”: thinkabout.ch, von mir bei Peter Walt, bei Monsieur Fischer, etwas älter bei Stefan Niggemeier.

    Edit 22:27 Uhr: Es ist geschafft – nach ein paar 404ern ist die Website nun online. Gratulation.

    Edit Dienstagmorgen: Und alles wieder offline – spätestens jetzt müsste man wohl langsam daran denken, den Server oder Anbieter oder beides auszutauschen. (Ja, es GIBT Rechner, die auch mit Typo3 einen solchen Ansturm bewältigen…)

    Edit Dienstagmittag: Ein tracert auf radio1.ch führt plötzlich zu einem neuen Anbieter – und siehe da, die Seite funktioniert! Und beim alten Anbieter steht interessanterweise nun: “Im Verlauf dieses Morgens hatten wir verzögerte Antwortzeiten eines HTTP-Dienstes bei einer Apache Instanz. Der Grund war eine massive Nachfrage einer gehosteten Website mit ressourcenintensiver Applikation im Hintergrund. Wir entschuldigen uns für die dadurch entstandenen Umtriebe. Das Problem ist behoben.”

    Edit Karfreitag, 21.März: Error 500… nix geht mehr.

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