Vintage-Skifahren, Teil 8: Engstligenalp

Der vermutlich letzte Teil der Nostalgie-Skigebiete-Serie dieses Winters! Auch in den Alpen gibts Skigebiete mit antiken Seilbahn-Trouvaillen. Zum Beispiel auf der Engstligenalp.

Das kleinste der Adelbodner Teilskigebiete ist stets bis Anfang Mai offen – lobenswert; viele andere grosse Skigebiete machen eine Woche nach Ostern dicht, teils schon am Dienstag nach Ostern. Ein Affront gegenüber treuen Saisonkartenkäufern.

Schon der Start auf die Engstligenalp ist nostalgisch: Nach der Fahrt auf einer Einspurstrasse “i Chrache hingere” erwarten einem zwei antike Gondelbahnen, eine von 1971 und eine von 1937 (renoviert 1963):

Engstligenalp (April 2009)

Auf der Hochebene bringt einen dieser seltsame Schlepper zur Talstation zweier Bügelskilifte – das Habegger-System mit der “inmittierten Seilführung” hat sich nicht wirklich durchgesetzt, ebensowenig (zum Glück) die “Bügel”:

Engstligenalp (April 2009)

Am Doppelskilift Dossen – einmal Fabrikat Habegger, einmal Garaventa – erwartet einen genau das, was man von einem wahren Skiliftmann erwartet:

Engstligenalp (April 2009)

Unterwegs dann wunderbare Trouvaillen für den liftophilen Gast: Der linke Lift macht gleich sieben Kurven auf der Berg- und Talfahrt, der rechte Lift nur eine, besitzt dafür aber ein Ungetüm von einer Kurvenstütze. Die Habeggerkurven – hier Jahrgang 1968 – sind berüchtigt für ihre komplexe Seilführung und Mechanik:

Engstligenalp (April 2009)

Nun wollen wir ob so viel Technik natürlich das Skivergnügen nicht vernachlässigen – wie nicht anders zu erwarten herrschen momentan die klassischen Sulzschneeverhältnisse. Hier oben bleibt der Schnee aber sehr lange gut – bis 15 Uhr kann man problemlos auf wunderbaren Pisten herumsausen; dies dürfte sich bis Saisonschluss am 3. Mai kaum ändern.

Engstligenalp (April 2009)

Und diese Frutiger Schweinswurst ist die beste geräucherte Kochwurst, die ich je hatte – wie das Bild zeigt, hat man nach dem Schnäppchen (14 Franken mit Frites) auch wirklich genug!

Engstligenalp (April 2009)

Der Saisonschluss auf der Engstligenalp vor vier Jahren – am 22. April 2005 – war übrigens zugleich einer der ersten “sinnvollen” Beiträge in diesem Blog nach vier Testbeiträgen. Damals war bei 53 Saison-Skitagen Schluss – heuer stehe ich bei 56. Und der Winter dauert noch anderthalb Wochen…

Damals entdeckte ich die Marke Völkl, der ich (beim Sedruner Ski) bis heute treu bin – heute entdeckte ich den neuen weissen Tigershark… eine 161cm lange sensationelle Rennrakete. Hach! Wieso zur vermaledeiten Schneeflocke ist der Winter bald vorbei?

YouTube-Video von den Skiliften und Pisten auf der Engstligenalp (die morbide Anfangsmelodie ist purer Zufall, lief halt gerade am Radio)- mehr Fotos dieses Tages hier.

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