Tropéziennes

Ein Ausflug in die Welt von St-Tropez ist Anfang Juni gerade noch so erträglich. Knapp unter 30 Grad, die Einheimischen spielen noch Pétanque, die Gassen sind noch angenehm leer, am Hafen ist noch ein Durchkommen.

Und man kann nicht nur die Boulistes, sondern – nebst herrlichen reichen oder möchtegernreichen Figuren – auch verschiedene Arten von Tropéziennes beobachten. Nämlich einerseits die Frauen der Kugelkünstler, andererseits die essbaren.

Une Tropézienne à St-Tropez, 2. Juni 2010

Tropéziennes à St-Tropez, 2. Juni 2010

St-Tropez, 2. Juni 2010

St-Tropez, 2. Juni 2010

Und ob er wohl der neue Gendarm von St-Tropez ist, leigitimer Nachfolger von Ludovic Cruchot?

St-Tropez, 2. Juni 2010

Wie dem auch sei – am Strand vom Pampelonne (wenn man dann zufällig einen kostenlosen Abschnitt ohne Club findet) lassen sich dann auch noch die Boote der Boni-Bezüger beobachten. Und insgeheim wünschte man sich schon, manchmal einfach unvernünftig viel Kohle zu haben. Um im nächsten Augenblick zu erkennen, dass man doch alles Glück dieser Welt hat, und die Füsse wieder in den Sand zu vergraben, die Abendsonne am Hinterkopf spürend.

Strand von Pampelonne, Ramatuelle, 2. Juni 2010

11 Kommentare

  1. Wenn man sich deinen Blog so durchliest, hat man das Gefühl, dass du jemand bist der es z.T. sehr genau nimmt.
    Ich nehme daher an, dass du von allen Abgebildeten Personen die Erlaubnis erhalten hast ihre Bilder hier zu veröffentlichen.

    Gruss
    Markus

  2. Hallo Markus

    Wie Du meinem Zeitungsartikel zum Thema “Recht am eigenen Bild” – http://liip.to/rechtambild – entnehmen kannst, nehme ich es gerne genau, sonst hätte ich nicht stundenlang genau für solche Fälle recherchiert. Diese Bilder erfüllen die folgenden Kriterien:

    – Öffentlicher Ort
    – Keine Einzelpersonen herangezoomt
    – Alltagsszene
    – Keine herabsetzende Darstellung

    Ich gebe aber gern zu, dass das Schweizer Recht ist. Das hier wohl anwendbare Französische Recht dazu kenne ich nicht.

    Gerade wenn Persönlichkeitsrecht zu Deinen Spezialgebieten gehört, bin ich immer dankbar für weitergehende Hinweise.

    Selbstverständlich gibts aber gerade beim Recht am eigenen Bild sehr viele Grenzzonen und Grauschattierungen und ich finde das Thema hoch interessant – was wäre denn Deine (gerne auch nicht juristische) Argumentation, diese Bilder nicht zu veröffentlichen?

    Übrigens: Wir mögen es hier nicht so, wenn jemand anonym postet. Gib doch bitte entweder eine URL oder Deinen richtigen Namen bekannt, danke.

  3. Ich bin weder Anwalt noch Richter, aber auch ich habe mich sehr intensiv mit der Fotografie beschäftigt und bin zum Schluss gekommen, dass das Risiko als Privatperson andere Privatpersonen abzulichten und auf einer Website zu veröffentlichen viel zu gross ist.
    Dein Artikel fast das relativ gut zusammen, aber genau die Auslegung des ganzen ist ein Problem.
    Auf all deinen Bildern sind die Menschen die Hauptmotive, und es sind nur max. 3 Personen drauf. Der Töfffahrer zb ist bildfüllend. Was also heisst für dich “heranzoomen”? Ab wieviel mm Brennweite giltet das? Und was ist bei Festbrennweiten? (für den Laien ist zoomen mit drehen am Objektiv oder drücken der Taste mit dem + verbunden)
    Die Personen sind alle erkennbar (bis auf die am Strand) und machen das Hauptmotiv aus, sie sind nicht einfach nur zufälligerweise auf dem Bild, weil du evtl ein Panorama von einer Stadt gemacht hast.

    In einem von mir besuchten Fotoforum werden solche Bilder gelöscht, wenn der Fotograf die Einwilligung nicht nachweisen kann. Ein Teil der Moderatoren sind professionelle Fotografen.

    Nimm zb das Bild der Fussballfans aus deinem Artikel. Du schreibst dort selber, dass das ein Grenzfall ist.
    Weisst du denn, ob das Mädel mit dem weissen Oberteil will, dass man im Internet sieht mit wem sie in St.Tropez war? Ihr Freund geht evtl davon aus, dass sie zu dem Zeitpunkt im Mädchenlager im Tessin war… oder der Typ ganz links: bei seinem Sporttrainer kommt das evtl nicht gut an, dass er am Rauchen ist.

    Noch klarer wird das mit dem “Penner-Beispiel”:
    Wenn du einen Obdachlosenso bildfüllend ablichtest wie diese Personen in St.Tropez wird dir jedes Gericht die Verletzung des Persönlichkeitsrechts bestätigen. Ist er aber auf einem Bild von Strassen, Gassen, besprayten Mauern usw als kleines Detail mit drauf und macht nicht das Hauptmotiv oder die Hauptaussage des Bildes aus, dürfte er ein normales Teil des Stadbildes sein und sollte kein Problem sein. Aber auch da würde ich meine Hand nicht ins Feuer dafür legen…

    Wie am anderen Ort geschrieben, mein voller Name ändert nichts an Inhalt von meinem Kommentar.

    Gruss
    Markus

  4. Der Töfffahrer zb ist bildfüllend. Was also heisst für dich “heranzoomen”? Ab wieviel mm Brennweite giltet das? Und was ist bei Festbrennweiten?

    Genau hier wirds interessant: Wie Peter Studer sagt, haben wir hier den klassischen Fall des “Case Law” – ein konkretes Gerichtsurteil bestimmt die Praxis. Keine Richterin und kein Richter wird sich auf Brennweiten einlassen, nehme ich an, sondern vom konkreten Motiv ausgehen.

    Dass man in einem professionellen Fotoforum eher auf Nummer sicher geht, finde ich verständlich.

    Tatsächlich sind zumindest einige der Bilder hier Grenzfälle. Allerdings gewichte ich das Kriterium der Öffentlichkeit und des Nichtherabsetzens in diesem Fall stärker, drum habe ich mich zur Veröffentlichung entschlossen; andere Fotos (z.B. mit Kindern) aus dieser Serie habe ich bewusst nicht genommen.

    Weisst du denn, ob das Mädel mit dem weissen Oberteil will, dass man im Internet sieht mit wem sie in St.Tropez war? Ihr Freund geht evtl davon aus, dass sie zu dem Zeitpunkt im Mädchenlager im Tessin war.

    Dann soll sie gefälligst nicht in der Öffentlichkeit auftreten oder sich tarnen. Peter Studer sagte mir im Interview zu den in der BZ veröffentlichten Fotos: “Bei diesen Bildern sehe ich keine Probleme, am ehesten noch bei dem mit den Kindern. Zwei von ihnen sind klar identifizierbar, und Kinder geniessen gemäss den Presseratsrichtlinien einen besonderen Schutz. Die anderen müssen sich gefallen lassen, dass sie in einem Genrebild mit anderen Menschen einfach vorkommen. Das Risiko ist natürlich, dass jemand mit seiner Mätresse ins Bild kommt, aber der soll mit ihr gefälligst ins Hotel und nicht in der Menge in der Öffentlichkeit herumstehen. Die Fussballfans: Grenzfall. Ich kann das nicht entscheiden. Ich bin aber der Ansicht, dass sich das jemand gefallen lassen muss.”

    Im Folgenden weiche ich in meiner persönlichen Ansicht klar vom geltenden Recht oder einer möglichen restriktiven Rechtssprechung an: Ich bin der Ansicht, dass Öffentlichkeit eben Öffentlichkeit und nicht “Geschlössentlichkeit” heisst. Von da her finde ich z.B. die StreetView-Diskussion über Gesichtsblurring überflüssig (Herr Studer ist da, just for the record, natürlich ganz anderer Ansicht). Wer nicht halbwegs verschwommen abgebildet sein will, soll zu Hause bleiben oder vor dem Besuch des Sexshops einen Schal ums Gesicht wickeln oder was auch immer. Oder schlicht und ergreifend dazu stehen!

    Wir leben in einer Zeit, in der es allen bewusst sein sollte, dass sie jederzeit fotografiert und mit einfachen Mitteln ins Netz gestellt werden können. Unser Umgang mit dieser Tatsache ist momentan noch recht verkrampft. Aber das wird sich ändern. Genau so wie wir heute Sonnenschutz 50 statt 4 einschmieren oder mit dem Handy rumlaufen, genau so wird sich die Diskussion über das Recht am eigenen Bild im Zusammenhang mit dem Internet irgendwann gelegt haben.

    Die Verantwortung des Einzelnen ist aber auch gefragt. Bevor man ein Bild ins Internet stellt – viele tun das gar vorschnell – sollte man sich einige der genannten Überlegungen machen. Ich habe das getan und bin zum Schluss gekommen, dass die Veröffentlichung dieser Bilder möglich ist. Sie zeigen klassische Alltagsszenen von Einheimischen und (vermutlich) Touristen aus einem weltbekannten Ort.

    Ich würde vor Gericht (allerdings: solange die Abgebildeten nicht um eine Entfernung nachsuchen, wird es auch keine Verhandlung geben bzw. ich würde das Bild auf Wunsch natürlich eh entfernen – im Wissen, dass es inzwischen womöglich jemand runtergeladen hat, allerdings nur in einer sehr mässigen Auflösung) mit der Kunstfreiheit argumentieren: Ich bin der Ansicht, dass es möglich sein muss, öffentliche Alltagsszenen mit Menschen auch ohne Erlaubnis der Abgebildeten zu veröffentlichen, solange man sich selbst gewisse Schranken auferlegt. Es gibt auch ein Recht, “das Leben” für spätere Generationen zu konservieren. Bilder von Menschen sind dabei meist interessanter als menschenfreie Fotos. Dies ist im Interesse von uns allen – und dieses Interesse muss höher wiegen als die Eitelkeit oder die privaten Angelegenheiten (z.B. Mädchenlager, Rauchen) einzelner.

    Ich lade gerne zwei befreundete Fotografen ein, sich an der Diskussion hier zu beteiligen (bei Bedarf auch anonym). Mit beiden diskutiere ich genau dieses Thema regelmässig. Und Markus bekommt aufgrund seines Engagements bis auf Weiteres die Lizenz zum aononym posten.

  5. Keine Richterin und kein Richter wird sich auf Brennweiten einlassen, nehme ich an, sondern vom konkreten Motiv ausgehen.

    Genau das meine ich 😉 Es wird das Motiv beschrieben, und nicht die technischen Hürden wie “zoomen”. Und ich meine heute beim wiederauffrischen dieses Themas gelesen zu haben, das hier die Grösse wie jemand auf dem Bild dargestellt wird ein Faktor ist. Leider kann ich die Quelle gerade nicht mehr finden.

    Dass man in einem professionellen Fotoforum

    Das Forum ist nicht professionell, sondern ein markenspezifisches Fanforum mit Grossteil Amateurbilder. Ein Teil der Moderatoren, die das betreut sind aber Profis.

    Tatsächlich sind zumindest einige der Bilder hier Grenzfälle.

    Dann sind wir einer Meinung 😉

    Dann soll sie gefälligst nicht in der Öffentlichkeit auftreten

    Es ist ein Unterschied ob man ein paar Stunden in einer grossen Masse von Menschen untergeht und nur für diese Masse theoretisch sichtbar wäre, oder ob man explizit für immer aus dieser Masse hervorgehoben wird und das weltweit betrachtet werden kann.

    Kinder geniessen gemäss den Presseratsrichtlinien einen besonderen Schutz

    Wie alt sind die abgebildeten Personen?

    Im Folgenden weiche ich in meiner persönlichen Ansicht klar vom geltenden Recht oder einer möglichen restriktiven Rechtssprechung ab

    damit erübrigt sich eigentlich die Diskussion.

    Wir leben in einer Zeit, in der es allen bewusst sein sollte, dass sie jederzeit fotografiert und mit einfachen Mitteln ins Netz gestellt werden können.

    Das ist so, das heisst aber nicht das es dadurch zu Recht wird.

    Ein drastisches Beispiel: In gewissen Regionen Afrikas ist die sexuelle Gewalt gegenüber Frauen Alltag und zt sogar Bestandteil vom Mann werden. Aber es darf trotzdem niemals zu Recht werden, und ich bin überzeugt, dass du das auch so siehst.

    genau so wird sich die Diskussion über das Recht am eigenen Bild im Zusammenhang mit dem Internet irgendwann gelegt haben.

    Ich bin eigentlich überzeugt, dass sich das allgemein im Zusammenhang mit persönlichen Daten in die andere Richtung entwickelt, dass der Schutz der Persönlichkeitsrechte immer mehr an Gewicht erhält.

    Siehe dazu auch diese erst vor kurzem entstandenen News.

    Passt übrigens auch zum Thema anonym kommentieren in der anderen Diskussion.

    Ich habe das getan und bin zum Schluss gekommen, dass die Veröffentlichung dieser Bilder möglich ist.

    Finde ich gut, dass du dir die Gedanken gemacht hattest.

    Ich halte das Recht der Öffentlichkeit, der Gruppe nicht als höher einzuschätzten als das Recht des Individums. Die Geschichte zeigt immer wieder, dass so Gruppendynamiken entstehen, die sich immer mehr Rechte herausnehmen und damit argumentiert wird, dass es für die Gruppe das Beste ist, einem Einzelnen dagegen so imenser Schaden entstehen kann.

    Und Markus bekommt aufgrund seines Engagements bis auf Weiteres die Lizenz zum aononym posten.

    🙂 danke 🙂

    gruss
    Markus

  6. Es ist ein Unterschied ob man ein paar Stunden in einer grossen Masse von Menschen untergeht und nur für diese Masse theoretisch sichtbar wäre, oder ob man explizit für immer aus dieser Masse hervorgehoben wird und das weltweit betrachtet werden kann.

    Da hast du natürlich Recht. Nur muss man irgendwie auch die Verhältnismässigkeit wahren. Ich finde, es kann und darf nicht sein, dass es untersagt sein soll, solche Alltagsschnappschüsse (ich würde sogar noch weiter gehen als bei diesen Beispielen) zu veröffentlichen, egal wo. Zu fast allen Bilder, auf denen Menschen sind, könnte man irgend einen Grund finden, es NICHT zu bringen – welch ein Gezwängel! Ich halte das für ein Luxusproblem. Solche wunderbaren Stimmungsbilder zum Beispiel dürften eigentlich nicht erscheinen (Leute sind erkennbar, wenn man sie kennt; küssen sie ihre Partner oder andere?).

    Das geht mir und vielen anderen sowas von gegen den Strich!

    Eigentlich müsste man ganz schnell die entsprechenden Gesetze ändern, am einfachsten so: Was sich im öffentlichen Raum abspielt, damit kann jede und jeder tun und lassen, was er will, egal, ob Audio-, Video- oder Fotoaufnahmen, die mit einem “durchschnittlichen” Aufwand herstellbar sind und die von mir aus in der Auflösung begrenzt sein können. Bestimmte Kategorien von Aufnahmen könnte man weiterhin von dieser Regel ausnehmen, genau wie z.B. frei empfangbare Sender keine Hardcore-Filme ausstrahlen dürfen.

    Dein Beispiel mit der sexuellen Gewalt ist an den Haaren herbeigezogen bzw. man kann diese Aussage sogar für eine Verharmlosung einer Vergewaltigung halten. Das ist sooo weit voneinander weg!

    Wie alt sind die abgebildeten Personen?

    Das sind junge Erwachsene.

    Ich bin eigentlich überzeugt, dass sich das allgemein im Zusammenhang mit persönlichen Daten in die andere Richtung entwickelt, dass der Schutz der Persönlichkeitsrechte immer mehr an Gewicht erhält.

    Wir werden sehen. Es gibt nebst der Theorie eben auch so was wie eine Realität. Die hat schon heute die Theorie meilenweit überholt. Die Fälle, in denen jemand wegen einer Verstosses gegen das Recht am eigenen Bild verurteilt wurde, sind sehr weg von diesen Fotos hier oben. An solche Schnappschüsse wird sich die Welt gewöhnen (müssen).

    In 10-20 Jahren lachen wir darüber, dass wir das überhaupt diskutiert haben, genau so wir wir uns anno 2010 über 20kg schwere Handys amüsieren.

    Die Geschichte zeigt immer wieder, dass so Gruppendynamiken entstehen, die sich immer mehr Rechte herausnehmen und damit argumentiert wird, dass es für die Gruppe das Beste ist, einem Einzelnen dagegen so imenser Schaden entstehen kann.

    Dem sagt man Demokratie, glaub ich. Aus vielem, was gesetzlich erlaubt oder gar ein Muss ist, entsteht mir auch ein schaden bzw. geht mir gegen den Strich. Dummerweise bin ich aber in der Minderheit. In anderen Fällen wieder um in der Mehrheit. Das ist das Leben.

    Aber eben: Bleiben wir auf dem Teppich und hören bitte auf, harmlose Fotos von Menschen auf öffentlichem Grund zu zerpflücken oder gar inkriminieren oder mit grausamen Verbrechen zu vergleichen!

  7. Spannende Diskussion zu einem Thema das vermutlich so lange anhalten wird, wie der Mensch Kreatives schafft.

    Urheberrecht vs. Persönlichkeitsschutz.

    In meinem Blog tummeln sich hunderte von nichtsahnenden Menschen, die ich auf der Gasse oder sonst wo abgelichtet habe. Und jetzt?

    Warum sollte ich diese Bilder nicht zeigen dürfen? Wo befinde ich mich auf dünnem Eis, wo aber ist mein Handeln legitim?

    Wie oben zu lesen, es gibt keine klare Antwort. Es gibt kein Regelwerk welches mir mein Wirken verbietet. Ebenso gibt’s kein Regelwerk, welches mein Handeln rechtfertigt. Also? Mache ich was ich will?

    An vielen Anlässen die ich Fotografiere befinden sich Menschen öffentlichen Interesses. Darf ich nun als sämtliche Bilder publizieren? An öffentlichen Anlässen sind Personen von öffentlichem Interesse faktisch “Schutzlos” – dennoch erachte ich es als enorm Wich-tig, dass der Fotograf die Verantwortung übernimmt, den Personen die er ablichtet mit Respekt zu begegnen. Diese einfache Regel wende ich in meinem Blog auch an. Bilder sollen Situationen des Alltags zeigen, sensibilisieren und auch zum Nachdenken anre-gen. Die Authenzität des Moments muss daher gewährleistet sein, ohne die Protagonis-ten der Szene in ein schlechtes Licht zu rücken. Eine Gratwanderung.

    Dann aber auch eine weitere Facette. Viele Menschen lieben es sich zu sehen. Man zeigt sich öffentlich, entblösst seiner selbst im Internet oder im Marzilli – wie ich als Fotograf die Verantwortung für die Bilder die ich schiesse übernehme, genau so will ich den Men-schen in der Öffentlichkeit etwas Verantwortung übertragen und sie darauf hinweisen, dass man sie sehen kann.
    Gerne führe ich ab und an jenen Menschen die sich dessen nicht bewusst sind, das Bild vor, welches sie in unserer Umwelt abgeben. Kritisch, aber loyal.

  8. Dem sagt man Demokratie, glaub ich.

    In einer Demokratie werden über Gesetze abgestimmt, nicht einfach durch eine Gruppe, die nicht mal die Mehrheit hat, durchgezwängt.

    Anderes Beispiel, weniger offensichtlich, aber trotzdem drastisch: überhöhte Geschwindigkeiten auf der Autobahn und zu nahes Auffahren. Viele machen es, und trotzdem bleibt es Verboten. Auch die Gefahr für Leib und Leben anderer wird von vielen runtergespielt und ignoriert, bis es dann mal zu spät ist…

    Urheberrecht vs. Persönlichkeitsschutz.

    Urheberrecht hat in dieser Diskussion gar nichts verloren. Es geht um das Veröffentlichen der Bilder, nicht um das Erstellen und der daraus abgeleiteten Rechte. Du wirst immer Urheber von so eine Bild bleiben, egal ob du es veröffentlichst oder nicht.

    Es gibt kein Regelwerk welches mir mein Wirken verbietet.

    Doch, genau das gibt es. Die Regel heisst: es ist nicht erlaubt Bilder von jemandem ohne sein Einverständnis zu veröffentlichen.

    Und genau hier ist der Punkt! Ihr ignoriert andauernd, dass ihr auch eine Möglichkeit habt die Bilder zu veröffentlichen. Ihr müsst nur das Einverständnis der abgebildeten Person holen, vor oder nachdem ihr das Bild gemacht habt. Wie oben von “der Bebilderer”selber gesagt, viele Menschen lieben es sich zu sehen und würden euch daher evtl auch die Erlaubnis geben. Vorallem ist es auch nur anständig, den Leuten auch die Möglichkeit zu geben die Bilder zu sehen, vielleicht möchte ja jemand sogar einen Abzug?
    Alles andere, auch wenn ihr hier einen auf Kultur und Nachwelt macht, sind nur ausreden um euer eigenes Bedürfnis zu befriedigen.

    Und was wollt ihr machen, wenn eines von euren Bildern mal zu mehr bestimmt sein soll? Wie wollt ihr dann noch die Erlaubnis kriegen, so ein Bild zb gegen Eintritt irgendwo auszustellen. In dem Moment wo ihr beginnt, damit Geld zu verdienden wird die ganze Geschichte noch heikler.

    Wer seid ihr denn, dass ihr euch zur moralischen Richtlinie macht? Ihr selber mögt eure selbstgesetzen Grenzen für vertretbar halten und euer Handeln als richtig. Aber jemand der euch nicht kennt, ich zb, sehe nur, dass zumindest der Hausherr in diesem Blog ein ganz anderes Verhältnis zum Umgang mit Fehler und dem öffentlichen Berichten darüber hat als ich für richtig halte. Dementsprechend spreche ich “euch” auch die Fähigkeit ab immer korrekt zu handeln (nicht das ich sie hätte). Schon alleine der Hinweis auf ein mögliches zu tiefen Alters, und damit der besondere Schutz, wird einfach mit einem “flotten Spruch” übergangen anstatt darüber nachzudenken.

    Auch wenn Menschen von sich selber Bilder im Netz veröffentlichen ist das immer noch ihr eigenes Tun und daher auch ihr eigenes Recht.

    wie ich als Fotograf die Verantwortung für die Bilder die ich schiesse übernehme, genau so will ich den Men-schen in der Öffentlichkeit etwas Verantwortung übertragen und sie darauf hinweisen, dass man sie sehen kann.

    Damit sabotierst du deine eigenen Argumente. Ich verstehe das so, dass du die Leute mit dem unerlaubten veröffentlichen ihrer Bilder dazu bringen/zwingen willst, über ihr Auftreten nachzudenken. Nur wie sollen sie das können, wenn sie nicht wissen, dass sie fotografiert wurden? Und ist dir schon mal aufgefallen, dass die wenigstens die diese Bilder betrachten, Nichtfotografen, sich nicht wirklich Gedanken über sich selber machen, wenn sie Bilder von anderen anschauen?

  9. In einer Demokratie werden über Gesetze abgestimmt, nicht einfach durch eine Gruppe, die nicht mal die Mehrheit hat, durchgezwängt.

    Es ist aber so, dass man theoretisch über alles, was zu Gewohnheitsrecht geworden ist, eine öffentliche Diskussion lancieren kann – und womöglich gar eine Volksabstimmung.

    Ausserdem geniesst das Individuum relativ grosse Freiheiten, etwas zu tun oder auch nicht – und sich gegen Sachen zu wehren, die ihm nicht passen.

    Woher weisst du denn, wie die Mehrheiten liegen in diesem konkreten Fall? Meiner Ansicht nach hält ein Bruchteil der Leute dieses Thema überhaupt für erwähnenswert. Die “Antis” sind einfach sehr lautstark und penetrant. Das ist ihr gutes Recht. Heisst aber noch lange nicht, dass sie in der Mehrheit sind.

    Anderes Beispiel, weniger offensichtlich, aber trotzdem drastisch:

    Du vergleichst schon wieder Äpfel mit Birnen. Ich finde das Gespräch schon interessant. Aber wenn man ständig aus einer Mücke einen Elefanten macht, indem man ein Internetfoto mit etwas vergleicht, das Leib und Leben gefährdet, ist das irgendwie einer guten Diskussion nicht eben förderlich.

    Ihr müsst nur das Einverständnis der abgebildeten Person holen, vor oder nachdem ihr das Bild gemacht habt.

    Ich glaube, Du hast kein bisschen davon verstanden, was wir meinen. Wie realitätsfremd ist das bitte? Für die meisten Alltagsschnappschüsse ist das absurd.

    Nochmals: Die Öffentlichkeit ist keine Geschlössentlichkeit!

    Alles andere, auch wenn ihr hier einen auf Kultur und Nachwelt macht, sind nur ausreden um euer eigenes Bedürfnis zu befriedigen.

    Ich denke auch hier nicht, dass eine solche Aussage einer konstruktiven Diskussion zuträglich ist. Der Ton deines letzten Kommentars passt mir nicht. Drum werde ich hier auch etwas “böser” – wie Du andernorts sagst, es schallt aus dem Wald zurück, wie…

    Aber trotzdem: Diese Aussage trifft mich. Und ich weise sie in aller Form von mir. Ich kann nicht für andere reden. Aber es geht mir ganz sicher nicht um irgendwelche persönlichen Bedürfnisse. Wenn du diese Aussage nicht ernst nehmen kannst, OK. Aber dann behaupte bitte nicht solchen Unsinn.

    Damit ginggst du nicht nur uns, sondern auch vielen grossen Fotokünstlern eins ungerechtfertigt ans Bein und machst aus dem meisten Hobbyfotografen und Künstlern Kriminelle. Das ist allerdümmster SVP-Pauschalisierungsstil.

    Und was wollt ihr machen, wenn eines von euren Bildern mal zu mehr bestimmt sein soll? Wie wollt ihr dann noch die Erlaubnis kriegen, so ein Bild zb gegen Eintritt irgendwo auszustellen.

    Hier ist ja genau der Punkt zu deiner absurden Aussage von wegen “persönlichen Bedrüfnissen” – kommen wir kurz zurück zum Zeitungsartikel. Es gibt (wohl mehr als) einen Künstler, der in bestimmten Ländern seine Bilder nicht mehr ausstellen kann, da er sonst Probleme bekommt. Das kanns doch nicht sein!

    Nochmals: Wer nicht will, dass bestimmte Sachen von ihm, die auf öffentlichem Grund passieren, veröffentlicht werden, soll sie doch einfach nicht tun. Das wäre die drastische Variante, die sicher viel Widerspruch hervorruft.

    Die sanftere Variante, schon gehabt: Du bauschst etwas hoch, das an sich kein Problem ist. Wir sprechen hier ja nicht von wirklich krassen Fällen, die man sehr wohl debattieren könnte – wie beispielweise einer fiktiven Fotografin, die zB hochaufgelöste Nahaufnahmen von zungenküssenden Paaren in der Nähe eines Bordells frei ins Netz stellt.

    Es ist ein grosser Unterschied, ob man das oder das (via Google image search gefunden) ins Netz stellt.

    Aber das scheint Markus Wurscht zu sein. Bist du sicher, dass es dir nicht einfach nur noch drum geht, uns zu nerven? Langsam gewinne ich den Eindruck.

    Es geht hier um zumeist völlig harmlose Alltagssituationen! Vergiss das bitte nicht, bevor du dich in weissnicht was reinsteigerst und wieder mit Vergewaltigungen und Rasern kommst als Vergleich. Uff.

    … dass zumindest der Hausherr in diesem Blog ein ganz anderes Verhältnis zum Umgang mit Fehler und dem öffentlichen Berichten darüber hat als ich für richtig halte.

    Was meinst Du mit diesem komischen Satz genau? Bitte deutsch und konkret, mit Beispiel wenns geht – danke.

    Schon alleine der Hinweis auf ein mögliches zu tiefen Alters, und damit der besondere Schutz, wird einfach mit einem “flotten Spruch” übergangen anstatt darüber nachzudenken.

    Ich habe sehr wohl darüber nachgedacht. Und bin für mich zum Schluss gekommen, dass es junge Erwachsene sind. Oder kennst Du die Leute etwa? Dann kannst du mir ja einen Tipp geben, wenn du das sooo genau weisst, o Meister des Persönlichkeitsschutzes. (DAS war nun eine saloppe Bemerkung. Was an meiner Replik oben “flott” sein soll, weiss ich nicht.)

    “Für mich zum Schluss gekommen” – jawoll! Denn wie weiter oben diskutiert: Es geht hier – wenn wirs juristisch haben wollen – um case law. Eine Richterin oder ein Richter müssten hier entscheiden, ob die Veröffentlichung in Ordnung ist oder nicht. Da es zwar Richtlinien und Hinweise gibt, aber keine konkreten Gesetze zum Thema hier, können wir uns alle getrost das Recht absprechen, behaupten zu können, was veröffentlichbar ist und was nicht. Denn ohne Gerichtsurteil zu jedem einzelnen dieser konkreten Grenzfälle werden wir es nie wissen.

    Du, Markus, bist sehr restriktiv, ich setze die Grenzen eher etwas weiter, setze mir aber auch welche, wie wir oben in einem anständigen Ton diskutieren konnten. Aber Markus ist das offenbar nun egal, er verteilt lieber Breitseiten. Sehr konstruktiv!

    Ich habe dir die Möglichkeit gegeben, hier ausnahmsweise anonym zu posten, da ich deine Inputs zumindest bis am Sonnatg hart, aber doch diskussionswürdig und interessant fand. Was du nun aber mit deinem Gastrecht machst, zeugt nicht eben von Empathie. Überlege dir doch das vor deiner nächsten Antwort.

  10. Übrigens, Markus – geh doch bis am Samstag noch ins Kornhaus Bern und guck dir die Ausstellung von Baumanns an.

    Du wirst aber schockiert sein: Wie bei Senn, Schuh, Staub und anderen Fotokriminellen wirst du zahllose Verletzungen der Persönlichkeitsrechte finden! Du wirst den Ausstellungssaal völlig aufgelöst verlassen und vermutlich umgehend die Löschung dieser illegalen Fotos von solchen Websites fordern.

    Tu es! Denn all die armen fotografierten Menschen hatten aufgrund ihrer Abbildung in zahlreichen Medien, Katalogen und Fotobänden ein schweres Leben und leiden – sofern sie noch unter uns weilen – bis heute an den schwerwiegenden Folgen.

    Ich gehe davon aus, dass es diesen Kindern nicht anders gehen wird. Ihr Leben ist zerstört! Auch die in dieser Bildstrecke klar erkennbaren Menschen… was für arme Leute. Sie sind sicher alle gerade am Fremdgehen oder eigentlich krank geschrieben. Uff.

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