To the cause by floating

Dass SBB-ZugbegleiterInnen selten gängiger Fremsprachen mächtig sind – selbst wenn sie ablesen – wissen wir.

Die gute Frau im IC nach Bern (Olten ab 23.04) war aber am Sonntagabend wirklich der Lacher des Jahres. Sie wollte den Gästen mitteilen, dass die Linie nach Fribourg wegen Unwetterschäden gesperrt sei – und man in Bern in Busse umsteigen müsse.

Die französischsprachige Ansage war derart schlecht (praktisch pro Wort ein Fehler), dass im Zug lautes Gelächter ausbrach. Leider reagierte ich etwas zu wenig schnell – immerhin konnte ich noch den Schluss der Ansage en français (oder so) aufnehmen, die darauffolgende englische war nur noch halb so lustig.

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19 Kommentare

  1. Sehr cool. Man sollte viel mehr Bahnlinien unterbrechen wegen der unterhaltsamen Note.

    Das mit dem “Flooding” ist sowieso eine Herausforderung der besonderen Art. “Fluuding” hat der gestern Mittag im IC (12.11 Uhr ab SG) gesagt.

  2. Naja, eigentlich verfügen alle Zugbegleiter über Abschlüsse / Sprachdiplome in drei Sprachen (Muttersprache und zwei Fremdsprachen).

    Was hier schief gelaufen ist, weiss ich auch nicht. Für mich tönt es eher gefakt, aber das wirst Du jetzt vermutlich abstreiten. 🙂

  3. Das Vergnügen habe ich täglich… und meistens schmunzelt der ganze Wagen. Fludding wird gerne verwendet, mein bisheriger Favorit ist aber: “Merci pour votre compression”. 🙂

  4. Und warum hast Du denn nichts gesagt und der Zugbegleiterin tatkräftig unter die Arme gegriffen. Vielleicht kannst Du es ja nicht besser!

  5. @Thomas: Weiss nicht, wen Du ansprichst, aber zuerst mal freuts mich, dass Du dich auch mal aktiv hier beteiligst – eventuell im Hinblick auf Deine Nationalratskandidatur (zwar für die falsche Partei, aber was solls)? 🙂 Willkommen!

    Zur Sache: Ich bin mir sicher, dass jeder von uns das besser als sie gemacht hätte – auch ohne Spickzettel. Alleine mit Sekundarschulfranzösisch und einem Minimum an Sprachgefühl. Aber wir arbeiten ja beide bei der gleichen Firma – Du kannst gerne kurz mal in der Postgasse vorbeikommen und Dich überzeugen. Gut, zugegeben: Wir haben den Vorteil, dass in unserem Betrieb fast alles zweisprachig sein muss…

  6. @Blöker: Habe Dich damit angesprochen. Sage damit auch nur, dass es freundlicher gewesen wäre, der Damen zu helfen anstatt sich über sie lustig zu machen. Schliesslich erwarte ich nicht von jedem Zugbegleiter das absolute Sprachkönnen.
    Im übrigen nahm ich bereits einmal in diesem Forum Stellung. Dies sicher nicht im Hinblick auf die Kandidatur und ob diese bei der falschen Partei ist oder nicht lasse ich so im Raum stehen.

  7. Letzteres kannst Du gerne im Raum stehen lassen 😉

    Das absolute Sprachkönnen erwarte ich nicht. Aber von einem Zugbegleiter erwarte ich zumindest durchschnittliches Verständnis von Englisch und mindestens einer zweiten Landessprache. Das war hier klar nicht der Fall.

    Ich für meinen Teil kann nicht Italienisch, kann das aber problemlos ab Blatt lesen, vielleicht mit drei, vier Betonungs-Unsicherheiten – jedenfalls aber so, dass die Gäste den Inhalt erfassen könnten.

    Ein Zugbegleiter, der auf Franz nicht mal was vorlesen kann, sodass man den Inhalt mitbekommt, hat den falschen Job. Da funktioniert offenbar was mit der Qualitätskontrolle bei der SBB-Rekrutierung nicht.

    Wenn wir beide nicht verständlich schreiben könnten, hätten wir wohl auch nicht den Job, den wir haben. Zur Rettung der Ehre der besagten Zugbegleiterin sei gesagt: Sie war sonst freundlich und aufgestellt – nur, eben, das reicht halt leider irgendwie nicht…

    Dazu kommt: Beim Radio ist es die Regel, dass man einen Text fürs Mik immer zuerst zur Übung laut für sich durchliest. Selten kanns vorkommen, dass das nicht geht – das kann gut gehen, geht aber oft in die Hose. Wieso übt die Frau vor der Abfahrt nicht und fragt im Notfall jemanden?

    Und wenn Du mir sagst, wie ich der Kondüktöse helfen soll, die etwa sechs Wagen weiter vorne von einer anderen Sprechstelle aus die Durchsage macht, dann tu ich dies das nächste Mal gern! Und sag jetzt nicht, ich soll mich ins Lautsprechersystem hacken 🙂

  8. Ja, liegst Du falsch. Aber wieso vermutest Du das denn?

    Sie hat mich kontrolliert und die Durchsage etwa 15 Minuten nach der Kontrolle gemacht. Da war sie kaum mehr in der Nähe. Wo sie genau war, weiss ich nicht, da ich normalerweise Platz nehme und bis zum Ziel sitzen bleibe und mich einigermassen wohnlich einrichte, statt dem Zugpersonal auf den Fersen zu sein 😉

  9. Wenn nur immer alle Fahrgäste so genau wüssten, wo sich der Zugbegleiter / die Zugbegleiterin befindet… 🙂 Und ich dachte immer, die Leute merken keinen Unterschied, ob wir jetzt zwei, vier oder gar neun Wagen von ihnen entfernt sind.

    Und dann habt ihr in eurem Zug auch gleich noch das Aufhängen des Hörers gehört… Mmh… Es ist technisch eher schwierig zu bewerkstelligen, den Hörer aufzuhängen und gleichzeitig immer noch die Sprechtaste gedrückt zu halten. Die Verrenkung, welche die Zugbegleiterin dabei gemacht hat, hätte ich nur zu gerne gesehen! 🙂 Nein im Ernst, normalerweise hört man dieses Auflegen nur, wenn man auch gleich daneben steht. Aber wie heisst es doch so schön: Ausnahmen bestätigen die Regel.

    So, und nun gehts für mich auf nach Basel. Hoffentlich habe ich die Durchsagen heute ein wenig besser drauf als die erwähnte Kollegin. 🙂

  10. Gute Fahrt und gute Durchsagen wünsch ich! 🙂

    Bezüglich Hörer-Auflege-Geräusch muss ich Dir aber vehement widersprechen: Das hört man meistens, wenn jemand “nicht sauber auflegt”. Wie das technisch geht – keine Ahnung. Ich schwöre: Ich sass im oberen Stock in der Mitte zwischen zwei Treppen, also selbst WENN sie im gleichen Wagen gewesen wäre, ich hab die Frau bis Bern nicht wieder getroffen.

    Siehe auch das Soundfile oben – genau das Geräusch am Schluss mein ich. Aber keine Sorge, das stört mich nicht weiter 😉

  11. Ich höre mir diese Durchsagen wie gesagt fast täglich an und das hilflose Kauderwelsch ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Da setze ich schon auch ein Fragezeichen hinter die Ausbildung bei der SBB. Solche Standarddurchsagen können doch nicht so schwer zu lernen sein, dazu muss man nicht perfekt dreisprachig sein. Mit der Wiedereröffnung der Linie nach Fribourg hat das Ganze am Samstag wohl ein Ende – sonst gehe ich dazu über, den Ipod immer laut aufzudrehen, wenn die nächste Ansage kommt…

  12. Ich kann mich dem TV-Junkie nur anschliessen: der IC Zureich-Bern hatte einmal 10 Minuten Verspätung. Die Durchsage kurz vor Bern durch die Zugbegleiterin war eine Lachnummer sondergleichen, da in allen 3 angesagten Sprachen ein anderer Inhalt vorkam. Eigentlich wollte sie sich nur für die 10 Minuten Verspätung entschuldigen. Das gelang nur auf Deutsch. Auf Englisch kam ein ‘We apologise for arriving in 10 minutes in Berne’ (Der Zug fuhr gerade im HB Bern ein!) Jede Flight-Attendant lernt sowas. Warum geht das bei der SBB nicht?

  13. @TV-Junkie: NEIN, ja nicht, tu doch stattdessen die lustigen Durchsagen aufnehmen! Ich denke, ich werde dazu übergehen, mein Handy schon prophylaktisch bereitmachen ab jetzt und eines Tages ein “Best Of Ansagen” ins Blog stellen. Wer hilft? Files an mich per Mail – oder hier verlinken!

  14. Von mir aus könnte die SBB durchaus öfter solchen Klamauk bieten :-))

    Die andauernden Verspätungen etc würden genügend Anlass dazu bieten. Die Uhr lässt sich ganz sicher nicht mehr nach den SBB Zügen stellen.

  15. Man muss auch mal loben: heute war die Durchsage verständlich in allen Sprachen. Das gefährliche F-Wort hat der Zugbegleiter zudem elegant umschifft mit “landslide” 🙂

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