Schneller unterwegs dank Euro08-Fahrplan

Die wöchtentliche Reise zum Göttibub in die alte Heimat gestaltet sich während der Euro2008 plötzlich schneller als sonst – dank einem eingeschobenen Extra-IC Bern-Basel, der die Umsteigezeit in Olten halbiert.

Zur Erläuterung: Itingen (BL), zu meinen Zeiten noch mit einem “Bahnhöfli, wo me Znacht iine nimmt” ausgestattet und nur stündlich erreichbar, hat inzwischen immerhin den S-Bahn-Halbstundentakt und eine moderne Haltestelle bekommen. Nur – auf die IC-/EC-Züge von und nach Westen bestehen in Olten nur miserable Anschlüsse. Für eine Strecke, die in gut 45 Minuten machbar wäre, benötigt man ab Bern mindestens eine Stunde.

Lesen und Arbeiten im Zug gehört zu meinen Lieblingsbeschäftigungen – nur, auf der Rückfahrt nach Bern wartet man in Olten stets geschlagene 20-25 Minuten, was vor allem nachts und im Winter extrem unangenehm ist. Der Regionalzug aus Basel trifft rund drei Minuten nach Abfahrt des IR nach Bern ein. Danke auch.

Schade, dass der Euro-Fahrplan nicht immer gilt und nicht in beide Richtungen funktioniert – ich bin mir bewusst, dass man bei der Fahplangestaltung nicht auf jeden Sonderfall Rücksicht nehmen kann, aber es sei einmal herausgeschrieen: Bern-Itingen retour per Bahn ist Schrott!

10 Minuten Ersparnis dank Extrazug - schade, dass das nicht immer so ist (Juni 2008)

(Oben: normale Verbindung mit langer Wartezeit in Olten; unten: heutige schnelle Verbindung dank Fussball-Extrazug.)

Nun – Bern-Wengen wurde nach langen Jahren des in-der-Kälte-Wartens in Interlaken bzw. Lauterbrunnen inzwischen auch angenehm schnell; hoffen wir, dass das irgendwann auch für die Route aus Bern zu den Baselbieter Käffern so wird.

8 Kommentare

  1. Ging mir nur so durch den Kopf: Vielleicht ists nicht schneller, aber dafür komfortabler (weil immer im Zug sitzend), wenn man über Itingen-Basel fährt und dann Basel-Bern im IC?

  2. Tja lieber Tschaggi

    Die Anschlüsse der S3 auf den Fernverkehr der SBB in Olten sind tatsächlich sehr schlecht (Ausnahme: Aarau – Zürich), besonders nach Neuenburg. Und das wird ab 9. Dezember 08 sogar noch schlimmer.

    Das Problem liegt in erster Linie bei der Überbestimmtheit des Fahrplans: Die S3 kann bei einer Fahrzeit von knapp 40 Minuten nicht gleichzeitig in Basel und Olten Anschlüsse zu den Systemzeiten 00 und 30 vermitteln. Weil Basel als wichtiger erachtet wurde (Regionalverkehr Birstal + es gibt sonst keine Schnellzüge, die aus dem Ergolztal Anschlüsse in Basel machen, dafür aber solche, die Liestal, Sissach und Gelterkinden gegen Süden mehr oder weniger gut erschliessen) und weil man halt gerne eine alle Kantonsteile verbindendende S3 haben wollte, ging die Quadratur des Kreises nicht auf.

    Fazit:
    Vorteile der Lösung:
    — S3 hat Anschlüsse in Sissach, Pratteln, Basel und Delémont
    — S3 kann durch ganzen Kanton fahren
    — S3 ist nicht zur Hauptsendezeit in Olten und braucht nicht weggestellt zu werden

    Nachteil der Lösung:
    — S3 hat kaum Anschlüsse in Olten und Liestal

    War das so verständlich für Nichteisenbahner?
    Freundliche Grüsse
    Pascal

  3. Pascal, das war nicht mal für Eisenbahner verständlich…

    Noch kurz gefragt, was ist das überhaupt für eine S3? Eine Basler, eine Zürcher oder eine Berner S3? [Wobei Bern als Nicht-Metropole eigentlich keine S-Bahn haben dürfte, aber das ist ein anderes Thema] Die Grenzen sind ja heute sehr fliessend…

    Wäre es eine Basler S3, dann wäre für mich nur logisch, dass sie auf die Basler Anschlüsse passt.

  4. Also, danke Biis (aka Pascal) – und mirko, gemeint ist natürlich die Basler S3.

    Als Pascal und ich zusammen den Gymer (bzw. damals das Gym) in Liestal besuchten, gabs noch keine S3, sondern nur Regionalzüge bzw. Bummler. Der Mittagessen-Zug 12.28 ab Liestal nach Itingen hatte jeweils 1988-1991 gar noch eine Ae 4/7 vorgespannt und Wagen ohne automatische Türschliessung…

    Trotzdem würde ich via öV irgendwie gern schneller in meine alte Heimat gelangen – gell, ein Viertelstundentakt für die S3 ist selbst in zig Jahren wohl wegen der Auslastung unmöglich?

  5. “wegen der Auslastung” – das müssten wir die Netzplaner fragen. Wir sollten dabei die Netzbeschaffenheit (Einzel- oder Mehrspur), die Situation an den Bahnhöfen (Platz für Überholmanöver), die auf Abschnitten fahrbare Geschwindigkeit der anderen Züge auf der Linie und die damit verbundenen Einflüsse auf kreuzende Linien, und so weiter und so fort nicht ausser acht lassen.

    Und selbst wenn man könnte – wer zahlt die extra Verbindung? Der Staat mit all seinen öV- und auch nicht-öV-benützenden Bürgern? Oder die Bahnbenützer? Oder im Extremfall eine Person?

    Die Antworten dürften kaum einfach zu geben sein…

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