Praktische Austern

Hätte ich in der Schweiz für Nicht-GA-BesitzerInnen auch gerne: Endlich nie mehr Münz für ein Tram- oder Busbillett suchen oder halb aufgelöste Mehrfahrtenkarten verwenden, sondern einfach beim Betreten des Busses oder Trams berührungsfrei einbadgen und nach der letzten zusammenhängenden Fahrt auschecken.

Je nach Distanz wird von der Prepay-Karte (aufladbar online oder an Automaten) gleich der korrekte Betrag abgezogen. In London nennt sich das Oyster Card:

Einfacher öV in London: Oyster Card

Bestechend einfach und schnell! Es gibt verschiedene Städte, die ähnliche Systeme haben – in der Schweiz z.B. Chur. Handy- und Selfprint-Tickets sind ein guter Start; es wäre aber eine weitere Aufwertung des öV, wenn solche Systeme schweizweit eingesetzt werden könnten, auch für verwandte Dienstleistungen wie Velostationen oder Car Sharing.

Mein Traum: Mit dem Velo zum Bahnhof, beim Eingang zur Velostation wird die Karte als “ins System eingecheckt” registriert. Ich nehme den Zug nach Basel, hole da ein Mobility-Auto, fahre ins Elsass essen, zurück nach Basel SBB, mit dem Zug nach Bern, und sobald ich die Velostation verlasse, wird die Reise als beendet registriert. Online habe ich stets Zugriff auf Kontostand und Fahrtdaten. Je nach Gebrauch bekomme ich am Ende des Jahres eine bestimmte Mengenrabattstufe als Guthaben fürs nächste Jahr. Als Stammkunde geniesse ich z.B. auch günstigere Tarife für die Velostation.

Aber eben, es ist ein weiter Weg zu “einer Karte für alles”… schön ausserdem im London: Man kommt sich als Tourist extrem cool vor, wenn man sich mittels Oyster Card in der Tube wie ein Einheimischer gebärden kann 🙂

2 Kommentare

  1. Na es ginge auch viel einfacher:
    Istanbul besitzt seit Jahren ein simples Abbuchungssystem, welches sich ‘Akbil’ nennt. Man kauft sich einen kleinen farbigen Plastik-Stöpsel (kann auch als Schlüsselanhänger benutzt werden). Der Stöpsel besitzt einen Chip und der lässt sich mit beliebigen Beträgen aufladen (das funktioniert an jedem Kiosk). Alle öV (sogar Taxis) haben ein Akbil-Lesegerät beim Fahrer montiert. Beim Einsteigen wird der Betrag direkt vom Akbil abgebucht und der Restkontostand leuchtet auf einem Display auf. Der Vorteil gegenüber einem System wie Oyster liegt auf der Hand:
    – man benötigt nur einen Akbil für mehrere Personen
    – Das System ist spottbilig (das Lesegerät muss nicht vernetzt sein).
    – Ausgeklügelte Tarifstrukturen lassen sich realisieren: auf der Fähre über den Bosporus wird zu Stosszeiten mehr abgebucht als zu Randzeiten

    Ich habe mich immer gewundert warum so ein einfaches System sich hier nicht schon lange durchgesetzt hat.

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