Peinlicher SP-Wahlkampf

Jetzt ist endgültig klar, dass wir Grün statt SP wählen müssen. Das neuste Sozi-Wahlplakat ist zum Heulen: Im SVP-Stil gehalten und grafisch derart hundslausig gemacht, dass man eigentlich lachen sollte. Aber nein: Ich fühle mich als Linker und AKW-Gegner echt verarscht.

Um die Peinlichkeit noch auf die Spitze zu treiben, getraut sich auf SP-Website auch noch eine gewisse Mechthild zu fragen: “Nachdem jetzt alle, wirklich alle, ihre Meinung zum Layout des Plakats kundgetan haben würde mich doch mal interessieren, wie’s denn mit der inhaltlichen Diskussion steht…Oder scheut ihr euch davor, weil ihr keine Gegenargumente gegen das Atomrisiko habt?”

Merke: Bei einer derart offensichtlichen Wahlkampf-Unfähigkeit erübrigen sich inhaltliche Diskussionen von vornherein. Wegen solchem Schrott gehen dann der Linken wieder Stimmen verloren, ächz… hoffentlich wandern diese Stimmen immerhin von Rot zu Grün.

Dilettantismus pur. Wie naiv sind die eigentlich? In welchem Jahrhundert lebt diese Partei? Echt schade.

Photoshop-Arbeit eines Anfängers: Peinlich, peinlich - da erübrigen sich inhaltliche Diskussionen... (SP-Werbung, September 2007)

22 Kommentare

  1. Ehrlichgesagt überlege ich es mir auch, diesen Herbst Grün statt SP zu wählen. Zwei mal habe ich in den vergangenen Jahren einen SP-Beitrittstalon ausgefüllt, der in meinem Briefkasten lag – und es kam nie etwas zurück. Die Administration ist also ebenso dilettantisch wie die Macher dieses oberpeinlichen Wahlplakats. Warum nur meint die SP der SVP nacheifern zu müssen?

  2. Wenn wir denn schon beim Thema sind: Auch ich bin gegen unnötige AKW’s. Nun frage ich aber den Blöker, für welche Energie er sich den einsetzt?

  3. @Thomas: The usual suspects… Sonne, Wind, Wasser sind meine Favoriten. Man sollte die Leute gesetzlich verpflichten, solche Energieformen zu abonnieren – aber in Bern schreien SVP & Co ja schon Zeter und Mordio, wenn man “nur die zweitbilligste” Energieform zum Standard erklärt. Natürlich müssten die Lieferanten auch verpflichtet werden, z.B. 10% ihres Angebotes aus Solarenergie zu decken. Mei, das gäbe Investitionen und Arbeitsplätze!

    Ansonsten verweise ist darauf…

    Und wenn ich heute lange nicht antworte – sorry, aber Franziska und ich filmen heute unseren letzten kleinen Wahlkampfspot im Berner Jura. Demnächst auf http://www.franziskateuscher.ch 🙂

    Damit jetzt aber nicht der Eindruck entsteht, ich spiele SP und Grüne gegeneinander aus: Vielfach sind – erstaunlicherweise – die Unterschiede minim; wenn ich z.B. smartvote ausfülle, finde ich da recht viele SP-Leute.

    Aber: Die Grünen (und das wird meiner Meinung nach den Unterschied machen) sind irgendwie sympathischer,dynamischer. An der SP klebt noch der Mief der 80er, da wurde irgendwo etwas verpennt. Und solche SP-Kampagnen verstärken den Eindruck, dass bei vielen was nicht ganz stimmt…

  4. So weit so gut. Auch ich stehe voll und ganz hinter der Stromproduktion aus Wasser. Leider sind es aber genau die Grünen und deren Sympathisanten, welche sich stark gegen eine Erweiterung der Grimselstausee wehren und “Zetter und Mordio” schreien.

  5. @Rachid

    Ich habe einen SP-Beitrittstalon vor den Wahlen03 ausgefüllt, und es kam nie was zurück. Wenigtens habe ich so den Jahresbeitrag gespart.

  6. Das Plakat ist ja übelste Kanone! Ein intellektueller Höhenflug sondergleichen: Ein offensichtlich von Terroristen entführtes Flugzeug knallt in ein AKW! Ja da heimer denn dr Salat!
    Also was tun damit so etwas nicht passiert? Flugzeuge besser kontrollieren, Luftraum überwachen, Antiterrorismus verstärken? Das wäre so die direkte Botschaft des Plakats, dass ja schwer auf Bauchgefühle zielt.

    Aber so wie man das Plakat gemäss SP-Lesart verstehen soll, müssten wir bei jedem 9/11-Bild auch daran denken, dass wir keine Hochhäuser bauen sollten, weil potentiell ein Flugi reinkrachen kann?
    Irr und Wirr.

  7. ich glaube langsam die SP will am liebsten sich auflösen oder was? oder vielleicht hat sie überhaupt kein interesse mehr am wahlkampf’07, da die SP anscheindend jetzt schon so angst hat, dass sie die loser-partei sein wird, denn die svp wird zwar nicht zulegen, aber ihren ist-zustand wohl behalten, die cvp wird die fdp überholen, die fdp wird so larifari ihr ergebnis einfahren, dass das gerade noch hinhaut, die sp wird massiv an wählerpotential verlieren und zwar nicht “nur”wegen ein paar verfehlten plakaten, die gewinnerin wird die grüne und die grünliberalen sein, obwohl ich letztere ein pseudohaufen finde!

    ich werde selber, wie schon die letzten jahr weiterhin grün wählen, denn dort hat’s köpfe die meisten das umsetzen was sie sagen oder es sogar vorleben! und palkatmässig haben die ja eh schon läger was drauf, was ja das wunderbar gelunge welt-glace-wahlplakat schön aufzeigt!

    es wäre schön, wenn die schweiz im oktober’07 grüner wird und das nicht nur parteimässig, sondern auch selber mal sich selber reflektier, wo und wie er grüner werden kann, dass wird man(n) nähmlich nicht “nur” durch energielampen!

  8. kühltürme sind zudem bei vielen thermischen kraftwerken zu finden. sollte ein flugzeug bei uns in den kühlturm eines akws fliegen, würde dies zwar beträchtlichen schaden anrichten, aber noch lange keinen atomaren super-gau auslösen. also auch hier hinkt das bild.

  9. @Thomas: So einfach wie die SVP die Welt oft darstellt ists eben nicht. Am An der Grimsel spricht mehr gegen eine Erweiterung als dafür. Auch Wasserkraft soll möglichst schonend entstehen. In meiner zweiten Heimat Sedrun z.B. sorgt eine sehr kleine Turbine, die an einem Bergbach steht, die meiste Zeit des Jahres für praktisch den gesamten Strom im Tal. Wenn all diese Kleinkraftwerke optimiert würden, könnten sich viele Gegenden selbst versorgen (natürlich müssen die Restwassermengen festgeschrieben sein). Das bringt mehr. Oder: Minergiestandard bei Neubauten vorschreiben und subventionieren wäre auch eine Idee – oder bei jedem Haus, das in einer geeigneten Gegend steht, eine bestimmte Fläche Solarzellen zwingend festlegen.

    Ach ja: Franziska und ich hatten einen abwechslungsreichen Arbeitstag im wunderschönen Berner Jura – so macht ein Wahlkampfjob Spass!

  10. Ich bin auch Links angesiedelt, aber dieses Plakat kann sogar ich mit Photoshop nachbauen.
    Was wollt ihr? In einer halben Stunde habe ich das locker zusammen…

  11. Es heisst die Grimsel. Aber das ist nur ein Detail. Und ich als einheimischer und dem Haslital sehr verbundener Mensch weiss, dass es überhaupt nichts gibt, dass gegen eine Erhöhung der Staumauer führt. Aber eben, wir werden weiter kämpfen und irgendwann auch gewinnen. Dies hat übrigens mit SVP oder nicht SVP rein gar nichts zu tun. Hast Du Dir übrigens schon einmal überlebt, was in der Matte bei jedem Unwetter geschehn würde, wenn die KWO nicht möglichst viel Wasser in den Speicherseen zurück halten würde…

  12. Ups, sorry wegen “dem” Grimsel, ist korrigiert! Das sollte natürlich nicht passieren.

    Da haben wir wohl unterschiedliche Wertesysteme – schutzwürdige Lebensräume sowie eine Landschaft von nationaler Bedeutung finde ich gute Gründe, auf etwas zu verzichten.

    Unwetterschäden lassen sich langfristig besser verhindern, wenn wir PolitikerInnen wählen, die sich für weniger CO2 in der Luft einsetzen. Denn irgendwann sind dann auch alle Speicherseen voll. Unwetterschäden vor Ort lassen sich mit diversen Massnahmen vermindern. Die Hauptniederschläge bei Unwettern, die der Aare entlang verheerend wirken, fallen selten so weit oben.

    Schön, dass Du mit dem Haslital verbunden bist. Manchmal hilft es aber, mit etwas weniger verbunden zu sein, um es neutral und im Gesamtzusammenhang zu sehen. Wenn in Sedrun oben etwas beschlossen oder geplant wird, spüre ich oft auch den Geist “wir wissen schon, was gut ist” – da tuts gut, wenn Aussenstehende ihren Senf dazu geben und das Vorhaben dann optimiert wird.

  13. Ihr checkt einfach gar nichts, so schade! Ich finde das SP-Wahlplakat voll der Hammer und klar zukunftsgerichtet. Das Flugzeug wird nämlich, da es zu nahe am Kühlturm vorbeifliegen will, von der Schweizer Luftabwehr abgeschossen. Der Kühlturm wird gut sichtbar in keinster Weise in Mitleidenschaft gezogen. Zudem explodiert das Flugzeug vorne bereits mit einem Feuerball, ohne dass die Tanks in Mitleidenschaft gezogen sind. Ein klarer Hinweis also, dass Sprengstoff die Explosion herbeiführt. Zudem wissen aufmerksame Beobachter von 9-11, dass ein Flugzeug erst in das Crashziel eindringt und dann explodiert (wegen der Tanks eben).
    Der Abschuss ist übrigens deshalb gerechtfertigt, da Flugzeuge bei ihrem Vorbeiflug an einem Kühlturm die Wasserdampfmassen derartig verwirbeln, dass dies zu einer langanhaltenden Nebelbildung im Schweizer Mittelland führt. Und der dadurch entstehende wirtschaftliche Schaden ist für die Landwirtschaft nach all den auch durch Flieger bedingten Klimaveränderungs-Hochwasser nicht mehr verkraftbar. Schliesslich verhindert der Nebel, dass das Gemüse durch die Sonnenkraft gross und reif wird.
    Und das ist eben der Clou der SP: Damit nicht mehr Flugzeuge wegen des Gemüsewachstums im Schweizer Mittelland abgeschossen werden, sagt die SP eben klar und deutlich nein zum Atomstrom. Freiheit für die Sonne – und eine Zukunft für die Gemüsebauern. Mein Gott, das könnte glatt vom Mörgeli stammen…

  14. Hallo Leute und hallöchen Blöker 😉

    Mal ne Frage, habt ihr wirklich das Gefühl das wenn wir auf Atomenergie verzichten der Nukleare Fall Out von einem explodierenden AKW aus Deutschland Frankreich oder Italien einen bogen um die Schweiz machen wird?? Habt ihr das Gefühl wenn die Schweizer Energiesparlampen kaufen und Sonnenkollektoren züchten wie andere Maiskolben das dan die Unwetter zurück gehen? Der Meeresspiegel absinken wird, die Ozonschicht sich regeneriert und alles wieder frisch und fröhlich ist?
    Versteht mich nicht falsch, Ökologie muss sein, aber Global und auch für die Industrie in einem verdaubaren Rahmen.

    Ich kann mir besseres vorstellen als (alla Linke Politik) Die Benzinpreise ins unermessliche zu erhöhen und der schweizer Industrie weitere Steine in den Weg zu legen, so das die Konkurenzfähigkeit zur EU noch weiter gefährdet wird und ein Beitritt was (alla Linke Politik ja eigentlich was tolles ist) uns noch mehr schaden würde.

    Wenn schon Grüne Politik dan verträglich für die Wirtschaft und wie gesagt Global. Alles andere ist einfach unnütz und kostet uns tausende Arbeitsplätze.

  15. @Franki: Natürlich sind wir nicht die einzigen, die was tun müssen, aber das ist sicher kein Grund, auf der faulen Haut zu sitzen zu sein und zu hoffen, dass allle anderen was tun. Völlig klar, dass das nicht ohne Eingriffe gehen wird, die vielen von uns weh tun werden. Im Zweifelsfall schade ich aber lieber der Wirtschaft, als auch nur zu riskieren, unseren schönen Planeten zu gefährden.

    Leider ist die Welt voller Idioten – drum wird es schwer werden. Wischiwaschizeugs à la “verträglich für die Wirtschaft” tönt eben nach “ja niemandem weh tun”. So wird das leider nicht klappen.

    Wenn weite Teile der Wirtschaft zu lethargisch sind, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen, muss man sie eben zwingen. So einfach ist das. Es ginge aber auch ohne Zwang – doch der Mensch scheint eben nicht so zu sein…

  16. @franki: Das ist doch ein Kindergartenargument: “Wen der mit Sand um sich wirft, dann muss ich sicher nicht aufhören mit Sand um mich zu werfen”. So Erwachsen sollten wir mittlerweile alle sein um zu verstehen, dass wir sehr wohl mit Eigeninitative etwas ausrichten können (auch wenn es nur der beruhigung des schlechten Gewissens dient, so schadet es bestimmt auch nicht, wenn alle Stromsparlampen verwenden würden).

    Auf der anderen Seite: was wenn wir jetzt den Zug verpassen, so wie ihn die deutsche Autoindustrie verpasst hat? Was wenn wir nicht merken, dass wir unter Umständen weltweit führender Technologielieferant für Photovoltaik und Energieeffizienz sein könnten? Alles den Grünen und Linken in die Schuhe scheiben, oder eventuell auch mal selber etwas weiterdenken, als immer nur Rechtsabbieger und Verweigerer spielen?

  17. @ Sultan

    Einwenig irational! Ich meine ich bin erlich gesagt alles andere als ein “Grüner” aber nach deinem ZitatReicht es wenn wir unser Gewissen beruhigen und sagen können, ich hab meinen Teil dazu beigetragen das es der Erde besser geht.
    Zitat sultan:
    “so Erwachsen sollten wir mittlerweile alle sein um zu verstehen, dass wir sehr wohl mit Eigeninitative etwas ausrichten können (auch wenn es nur der beruhigung des schlechten Gewissens dient, so schadet es bestimmt auch nicht, wenn alle Stromsparlampen verwenden würden).”

    Also wenn wir was unternehmen wollen, dan sollte dies schon eine relative Auswirkung haben. Ansonsten können wir uns das sparen und in Kauf nehmen das die Erde in ein paar Hundert Jahren dem Mars gleicht.

    Wie schon erwähnt MÜSSEN wir etwas unternehmen. Jedoch müssen wir uns denke ich nicht in Armut stürzen mit unüberlegten “Gesetzen”jedoch können wir es aber gleichzeitig nicht beim Auswechseln von Glühbirnen belassen.

    Die Grünen müssen eher einwenig auf den Boden der Tatsachen kommen und die Wirtschaftsorientierten Parteien sollten eher einwenig Ökologischer werden.

    Was die Welt braucht sind Studien,Statistiken,Prognosen etc. welche die Bevölkerungen wachrütelt und nach Massnahmen schreien lassen, so das alle Parteien welche nach Wählern buhlen sich um dieses Thema kümmern werden. Die Mitteparteien werden die Grünen Ideen dan abschwächen so das es für die Wirtschaft verträglich wird, jedoch gleichzeitig stark genug lassen um den Wählern zu zeigen das auch wirtschaftlich orientierte Parteien die Umwelt im Auge haben.

    Vor wenigen Monaten hatten wir dies nämlich bereits einmal soweit. In allen Medien war die Rede von der globalen Erderwärmung, Hochwasser,Eisschmelze,Unwetter etc. Ein breites Intresse nach Besserung entstand in der Bevölkerung und auf einmal waren die Themen Umwelt in allen grossen Parteien wieder aktuell. Der grösste Feind bei der Umsetzung der Ideen war jedoch wieder einmal der durchschnittsbürger selbst. Aus dem Auge aus dem Sinn war wiedermal im Programm und sobald die Medien die Story als augeschlachtet empfunden und die Menschen nichts mehr darüber gehört hat, war es auch für die Parteien nicht mehr sehr interessant.

    Ich denke um in dieser Thematik etwas wirklich ins Rollen zu bringen was von Dauer und von weit reichendem Ausmass ist, braucht es entweder einen sehr grossen Knall (alla New Orleans Global)oder ein Paar ganz weise mächtige Männer entschliessen sich was zu unternehmen, ersteres wird jedoch denke ich eher zu treffen.

    @Blöker…..sry für die sicher massig enthaltenen Fehler

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