Para-Ben-U-Dafalgamol: Der tägliche Widersinn im Gesundheits-Wesen

Liebes Gesundheits-Wesen!

Ich bin mir ja aus diversen Seinsfikschen-Filmen etliche Fabelwesen von fremden Planeten gewohnt. Aber das mit Abstand seltsamste Wesen bist du. Jedes Jahr flattert da zunächst mal die Alpha-Order einer kranken Versicherung herein, die sich Gesundheitskasse nennt, dass ich dich noch mehr füttern soll. Nun bin ich ja mit meinen verschiedensten Bräschten verhältnismässig gut dran und bekomme viel mehr zurück, als ich einzahle – sonst wäre ich schon lange invalid. Danke also zuerst mal.

Darum mag ich dich eigentlich ganz gut. Aber dann stürmen immer alle so rum wegen dir. Wegen dem Geld und so. Und es stimmt ja schon, dass ein paar bei dir nicht ganz logische Dinge tun. Ich muss ja ab und zu mein Knie flicken gehen. Das tut dann immer etwas weh. Aber die Pflegerinnen sind ganz nett und geben mir dann viele Tabletten. Eigentlich ist da scheints in vielen das gleiche drin, doch wegen der freien Wirtschaften oder so dürfen halt viele das selbe machen und anderst verkaufen.

Jetzt lese ich in der Zeitung, dass man dich hier in Bern ganz ganz viel mehr füttern muss nächstes Jahr als anderswo. Das ist nicht lieb. Aber trotzdem wundert es mich dann auch wieder nicht so. Denn man liest ja auch seit vielen Jahren, dass man von den viele Mitteli, wo dasselbe drin ist, immer das geben soll, das am billigsten ist. Weil man dich dann eben weniger füttern müsse. Aber es ist schon komisch, das tut nämlich fast niemand.

Von den Mitteli, die machen, dass es nicht mehr so weh tut, gibts nämlich zum Beispiel solche, wo es nur Paracetamol drin hat. So Chemie halt. Da gibt es ein seniges, mit 500mg von dem was wirkt, das nur 11.25 Rappen pro Tablettli kostet. Das heisst Acetalgin und stammt von einer lustigen Schweizer Firma namens Streuli. Es gab auch mal einen Ski, der fast gleich hiess.

Aber in jedem Spital, wo ich mich habe aufschneiden und wieder zusammenmachen lassen, gaben sie mir andere. Nöimen Ben-U-Ron, 12.75 Rappen für eine Pille. Und nöimen Dafalgan für 18.75 Rappen. Das ist zwar alles schon billig, ja. Aber weil dieses Paradingsda sehr häufig verwendet wird, am bekanntesten als Panadol, könnte man fast so viel Batzeli sparen, dass man dich – liebes Gesundheits-Wesen – nicht mehr so viel mehr füttern müsste jedes Jahr. Wenn man 10’000 Patienten nur einfach 8mal am Tag das lustige Schweizer Präparat geben würde anstatt das wo sowieso tönt wie Amalgam, könnte man schon 6000 Franken sparen.

Das sind zwar die Preise, die man in den Apotheken bezahlt, und diese Schmerzmitteli gehören zu den billigsten Medis überhaupt. Aber trotzdem. Komisch ist übrigens auch, dass mich einige Dökter immer zur Apotheke schicken, um meine Medis abzuholen. Die sagen dann, sie dürfen mir keine geben, was eigentlich logisch und für mich einfacher wäre, denn da muss ich immer über die Strasse mit so einem Zettel die Mitteli gogen holen, und wenn ich ein neues Zetteli brauche, muss ich wieder zum Dokter und das ist dann immer auch teuer, gell. Aber eben, lustig ist dann, dass andere Döktis einem die Medikamente gleich säckeweise mitgeben. Da bin ich dann recht glücklich, dass ich nicht mehr in die Apotheke muss. Vor allem mit Krücken. Nur durfte ich da natürlich auch nicht nach diesen Generika da fragen. Aber die Originale sind ja sicher besser, drum kosten sie warscheyndlich mehr.

Und auch lustig ist, wenn ich dann ganz ganz fest ein Schweizer bin und das Acetalgin in der grösseren Packung holen will, mit 100 statt mit 20 drin (da kostet eines eben nur 11.25 statt 12 Rappen, fast wie Migros Budget gegen Aldi im gleichen Haus), und zwar ohne Zetteli mit Unterschrift, das gibts auch so… – ja dann, dann heisst es, die grosse Packung gibt es nur mit eben diesem Kochrezept da. So gehe ich dann halt amix fünf 20er-Packungen in fünf Apotheken holen, damit ich wieder für ein Jahr nen Vorrat habe, nützt ja auch gegen Kopfweh und so. Das stört dann niemanden, und Apotheken hats ja eh noch mehr als Mektonelz. Da muss ich nicht weit krückeln. Am Zytglogge zum Beispiel hats grad etwa 5000 Apotheken im Umkreis von wenigen Metern. Ich kenne zwar eine ganz nette Apothekerin, und ich will nicht, dass die arbeitslos wird, aber das ist schon etwas viel. Und das ist sicher auch nicht so billig alles, diese vielen grünen Schlangen, oder?

Nein nein, keine Angst, ich bin nicht abhängig. Nur etwas kostenbewusst, da ich hoffe, dich so nicht noch mehr füttern zu müssen, mein Gesundheits-Wesen. Denn langsam bist du schon ein recht fetter Siech. Aber ich glaube langsam, ich bin der einzige. Drum hören wir doch auf, uns Mühe zu geben, das bringt ja eh nüt.

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