Der Planet der Irren – mit Neonazis, Revolutionärem Aufbau, Miss-Wahlen & Co.

Vom Morgen bis am Abend lache ich mich tot heute: Ein wunderbarer Tag. Begonnen hat er mit der “Bund-Lektüre”. Das Interview mit dem “Revultionären Aufbau” ist sensationell lustig.

Zuerst nervte ich mich – dann habe ich gemerkt, dass all die Provokationen ironisch gemeint sein müssen. Die wollen uns einfach mit möglichst Pseudoklassenkampfintelellophrasen so fest wie möglich auf den Wecker gehen. Anders sind solche Aussagen nicht erklärbar:

“Genügend Bilder und Namen unserer Genossinnen und Genossen sind bekannt, und diese stellen sich immer wieder den Fragen der bürgerlichen Presse.”

“Den Leuten ging es nicht ums Dreinschlagen, sondern um Widerstand gegen eine Partei, die alles daran setzt, den Rechtstrend und die sozialdarwinistische Demagogie, die ja so schön zum Kapitalismus passt, zu befördern.”

“Dass Sicherheitsleute den Frauen rieten, sich in der Kanne zu verstecken, wusste da niemand. Es ist ja auch kein geeignetes Versteck. Es kam nur zu Rangeleien mit Mitgliedern der SVP, die sich militant gebärdeten. Dass die Symbole und Infrastruktur angegriffen wurden, ist legitim.”

“Allerdings distanzieren wir uns auch nicht von Gewalt, wenn sie sich in den Reihen jener entlädt, die keine Aussichten auf ein Leben nach ihren Möglichkeiten und Bedürfnissen haben.”

(“Bund”, 13.Oktober 2007)

Genau: Wir schreiben den Oktober 1977. Mogadischu, die Landshut. “Die Welt ist böse und wir verteidigen das Gute.” Yeah! Für mich als Nostalgiker ist das traumhaft, solche Interviews nicht aus Archiven mit vergilbten Zeitungsseiten holen zu müssen, sondern am Morgen druckfrisch aus dem Briefkasten! Danke, GenossInnen MarxistInnen-LeninistInnen!

Im Ernst: Wie ich schon in einem Comment hier geschrieben habe – ob Neonazis, Revolutionärer Aufbau, Skins, 031… scheissegal. Wer Gewalt gutheisst und Hass sät, gehört entweder eingesperrt, eingeliefert oder ignoriert.

Dann: Ein Herbstnachmittag an der Sonne in den Bergen. Traumhaft. Frischer Süssmost vom Bauer, ein Glas Sauser. Zwei Jahre gereifter Bergkäse von der Wengernalp, Vollkornbrot. Würde all den Hitzköpfen extrem gut tun: Man kommt soooo leicht auf andere Gedanken.

Abendrot in Wengen, 13. Oktober 2007

Nebenbei bemerkt: Meine lieben Bu(r)schis und vereinzelte Mädels: Relevant wäre zum Beispiel, obs auf der Jungfrau in 30 Jahen noch einen Gletscher hat. Aber wenn ihr so weiter macht, dann wählen die Menschen, die in der Regel noch dümmer sind als ihr, noch viel, viel doofere Leute, die sagen, der Klimawandel sei eine Erfindung – und so Zeugs. Echt! Aber das ist euch wohl zu wissenschaftlich, zu anstrengend, gell. Tja.

Und dann am Abend das Highlight: Zufällig hab ich grad auf die Miss-Schweiz-Wahlen gezappt. So ein himmeltrauriger Mist. Das ist beinahe noch irrer als die Schwarzblockfreaks. Ich schlage vor, dass der Revolutionäre Aufbau, das OK der Miss-Wahlen, Daniele Jenni und Dominic Lüthard (PNOS) eine Woche Ferien zusammen verbringen. Sie hätten extrem viel zu besprechen!

Wenn wir grad dabei sind: Nehmt Blocher mit. Und Schorsch Busch natürlich. Osama! Klar. Eva Herman, Paris Hilton, die Formel 1, so genannte Jetsetterinnen, die Männerpartei, J.P. Love, das Fenster zum Sonntag, Mike Shiva, Putin, Après-Ski-Zelte, die EDU, Swissdate, Velodiebe, Offroader, Al Dente, Spammer, Raser, religiöse Fundis aller Couleur, Spitzel, Fichierer, die Freiheitspartei, volksdümmliche Schlager. Einfach alle und alles, was lächerlich ist und nervt. Ich schmeiss euch alle zusammen in einen Dummkopf-Topf.

Gründet eine Kolonie auf dem Mars, nennt ihn “Planet der Irren”. Sand für den Sandkasten findet ihr da genug. Oder am liebsten noch weiter weg.

Dann können wir hier inzwischen in Ruhe dafür sorgen, dass unser Planet wirklich besser wird und werden nicht ständig von Eurem pubertierenden Teenie-Quatsch abgelenkt.

Ein Kommentar

  1. Du hast den Fehr von der SP – ihr Führer, vergessen, der soll doch auch mit – oder gleich all’ uns’re Politiker. Jedenfalls, wenn ich mich sarkastisch weiterbilden will, les’ ich auch die “WOZ”.

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