Nächtlicher Waldspaziergang bei 32cm Schnee

Ich glaube, wir sind an den schönsten Ort der Welt gezogen.

Angesichts der Stimmung hier beim Steinhölzli, die ich soeben freuden-durch-den-Wald-taumelnd reingezogen habe, vergisst man spielend, dass man noch rund zwei Wochen auf einer Baustelle lebt, ohne Bad, mit einem Waschtrog und WC im Keller à la Campingplatz.

Nach dem Wahnsinns-Schneetag heute liegen knapp über 30cm Schnee in Bern. Und der will genossen werden.

Was gibts Schöneres, als mitten in der Nacht mutterseelenalleine in den Wald aufzubrechen, durch den Tiefschnee zu waten, spüren, wie sich die Schuhe mit dem magischen Pulver füllen, kurz innezuhalten, der Stille der in Watte gepackten Riesen zu lauschen und das Gefühl zu geniessen, weit weg von der Stadt zu sein, die zaghaft durch die Stämme glitzert?

Nacht-Winterspaziergang im Berner Steinhölzli, 1. Dezember 2010

Nacht-Winterspaziergang im Berner Steinhölzli, 1. Dezember 2010

Nacht-Winterspaziergang im Berner Steinhölzli, 1. Dezember 2010

Nacht-Winterspaziergang im Berner Steinhölzli, 1. Dezember 2010

Nacht-Winterspaziergang im Berner Steinhölzli, 1. Dezember 2010

Winternacht am Knüslihubel, Blick aufs Bundeshaus, 1. Dezember 2010

Blick vom Knüslihubel zum Inselspital, 1. Dezember 2010

Eine Gehminute vor der Haustüre solche Winternächte erleben zu dürfen, und das schon zu Beginn des Winters? Die alte Wohnung abgegeben zu haben und wohl nie mehr den Schikanen und Launen irgendwelcher Vermieter oder Hausbesitzer ausgeliefert zu sein und ihnen kreidefressend in den Allerwertesten zu kriechen, um halbwegs den Frieden zu bewahren?

Mit Wonne am eigenen Hüsli rumwerken, täglich was Neues lernen? Selbst frei gestalten, ohne fragen zu müssen oder dran zu denken, das Loch beim Auszug spachteln zu müssen oder wegen Streitereien bangend zum MieterInnenverband zu rennen?

Umwerfend. Alles Glück auf Erden.
Danke danke danke, wem auch immer.

11 Kommentare

  1. Ja, aus dem Wohnzimmer dergestalt in den Jura rüber zu blicken, ist wahrhaftig der Hammer. Offenbar klart es von Westen her auf derzeit. Komisch ist, dass es seit 21 Uhr jede Stunde etwa 0.5 Grad wärmer wird dazu?!

    Die Aussicht auf die andere Seite muss ich dann mal via Blog erfragen – ich glaube den Pilatus zu sehen, aber eigentlich doch nicht so richtig.

    Meine neue Canon S95 macht in der Automatik nen ziemlichen Rotstich, das letzte Bild ist ziemlich gefotoschöppelt, drum wohl psychedelisch geworden…

    Und dass es in Bern doppelt so viel Schnee hat wie in Sedrun (16cm derzeit), hats wohl schon ewig nicht mehr gegeben.

  2. Hm, Pilatus, tönt sportlich, könnte aber passen. Direkt vor dem Spital durch, Kompassrichtung Osten (ca. Kurs 085). Dazwischen liegt “nur” der Napf.

    Automatik…? Probier mal den Weissabgleich, vielleicht wird’s dann bleuer 🙂

    Ja und natürlich mag ich Dir diese Momente des Glücks gönnen!

  3. Abstrakt ist’s! Sitze ich doch hier in der Stadt und bin mürrisch weil der Nordwind die Temperaturen auf gut 23° runterbrachten.
    Danke für die schönen Bilder, so hoffe ich dich, dass ich übernächstes Wochenende ein bisschen von dem Schnee sehen darf.

  4. “Alles Glück auf Erden.”

    Nur nicht dreinschiessen,
    lieber Blöker,
    jetzt warte mal den ersten Sommer ab! Rasenmäher. Grillparties.
    Im Herbst dann die Laubbläser… 😉

    Trotzdem. Ich wünsche viel Freude am Gestalten und Sein im neuen Zuhause 🙂
    Hausfrau Hanna

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