Matterhorn Gotthard Bahn (MGB): Dieser Fahrplan ist NICHT fahrbar

Nach dem tragischen Unglück bei Fiesch behauptet Hans-Rudolf Mooser, Direktor der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB), unablässig, der MGB-Fahrplan sei eng, aber fahrbar – die Fahrpläne seien seit der NEAT-Eröffnung enger geworden, aber 2008 optimiert und geprüft worden. Sie liefen seither “einwandfrei”. (Quellen: 1815.ch, Bericht im 10vor10, Tages-Anzeiger)

Feriengäste und Einheimische entlang der MGB-Strecken wissen aber nicht erst seit diesem und diesem Beitrag: Das ist Quatsch!

Moosers Aussagen müssen sich für die Angehörigen der vom Unglück Betroffenen wie ein Hohn anhören.

Der derzeitige Fahrplan ist bestenfalls in der Nebensaison knapp einzuhalten. Vor allem in der Winter-Hochsaison ist das aber praktisch unmöglich.

Ich reise im Winter regelmässig nach Sedrun – und war letzten Winter fast nie pünktlich unterwegs. Verspätungen von 10-20 Minuten sind auf der MGB-Strecke zwischen Brig und Disentis die Regel, selbst bei schönstem Wetter und mässigem Andrang.

Erlebnisse wie Anfang Jahr, als man aus Eile in Hospental eine Passagierin nicht aussteigen liess (obwohl Mann und Kind bereits auf dem Perron standen), passen leider bestens ins Bild eines mit diesem Fahrplan völlig überforderten Unternehmens. In einem Brief gesteht die MGB sogar ein, dass die Infrastruktur im Winter mehr als am Anschlag sei und oft nur noch auf das Verständnis der Passagiere zählen müsse.

Tote können leider nicht wieder lebendig gemacht werden.

Aber es würde von Respekt gegenüber den Angehörigen des Opfers und den Verletzten zeugen, wenigstens endlich einzugestehen, dass dieser Fahrplan mit dem heutigen Netz eine Fehlkonstruktion ist und schleunigst überarbeitet werden muss.

Das heisst vor allem: Weniger Glacier-Express-Züge fahren lassen (siehe z.B. Artikel von Blick Online mit dem Titel “Der Glacier-Express ist ein Fahrplan-Killer”) – und fahrplanmässig erst wieder ein Scheit auflegen, wenn mehr Kreuzungsstellen vorhanden sind, was Jahre dauern dürfte.

Ich bin auch gern schnell von Bern in Sedrun (es ginge übrigens viel schneller via Zürich/Luzern-Göschenen-Andermatt und umgekehrt, wenn man seit einigen Jahren nicht in Göschenen oder Andermatt rund 20 Minuten Wartezeit hätte, liebe MGB…) – aber ich komme ehrlich gesagt standardmässig lieber etwas langsamer und pünktlich an anstatt verspätet oder gar verletzt.

Nicht genannt sein wollende interne Quellen sagen mir immer wieder, wenn ich frage, wieso die Züge so spät und die Kommunikation so mies sei: “Du musst die vielen Probleme, die wir haben, unbedingt nach Brig berichten. Geschehen wird zwar eh nichts, aber wenigstens hören sie es dann immer wieder.”

Nicht erst jetzt bekomme ich von der MGB aber einen immer unfähigeren Eindruck. Unablässig schrieb man mir auf Mails, der Glacier Express sein ein wichtiges Zugferd, auf das man nicht Verzichten wolle, man kenne das Problem der Verspätungen und weise z.B. das Personal darauf hin, den Reisenden gerade in Spitzenzeiten aktiv mitzuteilen, schneller ein- und auszusteigen.

Nur – wieso stehen denn die Zugbegleiter Monate nach diesen Mails immer noch passiv herum anstatt etwas zu tun, wenn der Zug 15 Minuten zu spät eintrifft und der x-te Anschlussbruch droht?

Auch MGB-Chef Mooser scheint stur zu sein und sagt dem “Blick”: “Die Priorität hat bei uns der Regionalverkehr. Wir wollen pünktlich abfahren und pünktlich ankommen.” – Da kann man leider wirklich nur noch lachen. Die Kommentare unter dem Text decken sich leider 1:1 mit meinen Erfahrungen.

Nun muss endlich etwas geschehen. Auf das normale Volk schien die MGB leider nicht zu hören. Der Mensch ist leider so – es muss immer zuerst ein Unglück passieren.

21 Kommentare

  1. Ich stellte vor allem bezüglich der Kommunikation in und mit Japan fest, dass bei der MGB Kompetenz rar zu sein scheint … 🙁

  2. Super, Herr Mooser, Ihr “fahrbarer Fahrplan” – selbst im Sommer haben die Züge Verspätung! Heute Sonntag, 1. August, kein grosser Andrang:

    – Zug 15.31 Sedrun-Andermatt: 12 Minuten Verspätung.
    – Zug 16.17 Sedrun-Disentis: 9 Minuten Verspätung.

    Langsam müsste man eine Website wie http://www.cessoalpino.com machen und die Verspätungen laufend dokumentieren.

  3. stimmt. wir hatten keinen einzigen pünktlichen Zug…und das seit Jahren…

    habe mir meine Gedanken auch gemacht bei den Berichten und Interviews…

  4. Heute: Regionalzug Sedrun-Disentis, Abfahrt 12.17 Uhr (wären lieber um 13.31 via Pass gefahren, aber die MGB hat offenbar aus lauter Freude am Glacier-Express den Mittagszug gestrichen…) angekündigt mit 6 Minuten Verspätung, losgefahren mit 10 Minuten Verspätung! Kaum Andrang.

    Jaja, Herr Mooser, der Fahrplan ist fahrbar. Klar doch!

  5. Um diesem Ärgernis abzuhelfen oder zum Anfang am rechten Ort Bekanntheit zu erlangen, empfehle ich folgende Anlaufstellen:

    – Aufsichtsbehörde ist das BAV (Bundesamt für Verkehr), Mail: info (at) bav.admin.ch

    – Besteller für Leistungen (Fahrplan sind die Kantone.

    Es wäre nicht das erste Mal, dass das BAV nichts weiss und deshalb niemand Kompetentes Druck aufsetzt.

    Mit freundlichen Grüssen
    Beat

  6. Heute Abend machte die MGB offenbar ein kleines Blogwatching – von einer IP-Adresse der MGB aus suchte jemand nach “Blogs Matterhorn Gotthard Bahn”.

    Herzlich willkommen, liebe MGB-Leute. Das Kommentarfeld hier unten ist übrigens dazu da, dass auch Betroffene direkt und unzensuriert Stellung nehmen können – viele Unternehmen wie z.B. die Post haben inzwischen begriffen, wie das geht.

    Ich hoffe, die MGB schafft das auch endlich! Wir freuen uns auf eine anregende Diskussion.

    Wir könnten mit dieser Frage starten: “Schon im Dezember habe ich auf die gravierenden Fahrplanmängel bei der MGB hingewiesen – nicht nur im Blog, sondern auch per Mail. Herr Mooser behauptet, der Fahrplan sei fahrbar. Offenbar stimmt das nicht. Leider zeigten der tödliche Unfall und die nachfolgenden Diskussionen, dass die MGB sehr wohl ein grosses Fahrplanproblem hat. Wann dürfen wir damit rechnen, dass die Pünktlichkeit wieder wichtiger wird als der Profit aus den Glacier-Express-Einnahmen?”

    Oder auch eine Stellungnahme zu einem Leserbrief im “Bund” vom 5. August 2010 wäre interessant. Auszüge: “Viele verärgerte Reisende und Wanderer, die unterwegs mit Regionalzügen z.B. nach Brig fahren wollen, müssen dort immer wieder Anschlussbrüche in Kauf nehmen. Grund: Die Regionalzüge haben regelmässig auf einen verspäteten Glacier-Express zu warten und können diese Zeit nicht mehr einholen. Das müsste ein Direktor eigentlich wissen, wenn er sich um den Betrieb kümmert. (…)

    Dass die Lokführer im Wallis wütend sind über die Verarbeitung dieses Unglückes, hängt auch damit zusammen, dass sie nun dieses Flickwerk mit dem täglichen Kampf gegen die Verspätungen am Hals haben. Dass der Lokführer nach der Kurve einige Sekunden zu früh beschleunigt hat, wissen wir alle. Dass er aber dort schon 10 Minuten Verspätung auf den fahrbaren Fahrplan hatte, spielte unbewusst wohl auch eine Rolle. Warum äusserte sich der Direktor nicht zum Grund dieser Verspätung? (…)

    Das Unglück ist passiert. Wer die Verantwortung dafür zu tragen hat, wurde vom Direktor via TV und Presse verkündet: der Lokführer. Wer aber trägt die Verantwortung für einen Fahrplan, der täglich für Verspätungen sorgt? Vielleicht müsste das Bundesamt für Verkehr auch in dieser Richtung untersuchen.

  7. Der Fahrplan ist nie und nimmer die Unfallursache. Fahrpläne sind immer knapp und können nur eingehalten werden wen der Lokführer die maximale erlaubte Geschwindigkeit ausfährt, dass ist bei der SBB genau so wie bei der MGB. Natürlich ist das stressig und anspruchsvoll und nur durch geeignetes Personal machbar.

    Auch der Cisalpino oder der Railjet sind ständig zu spät. Deswegen entgleisen die Züge aber nicht. Das ist auch kein Grund zu schnell zu fahren. Die Kunst einen Zug zu führen ist ja gerade den Zug nahe am Limit, aber nicht darüber, zu bewegen. Geschwindigkeitsüberschreitungen von 5 Km/h sind bereits unüblich, aber 60% zu schnell? Das ist eindeutig: Der Lokführer war für diesen Beruf nicht geeignet.

    Es war schlicht und ergreiffend Lokführerfehler, jeder Zug kann verunfallen, wen der Lokführer 20-30Km/h zu schnell fährt, das ist allgemein gültige Physik, egal wo. Die Frage ist wieso wusste das der MGB Lokführer nicht? Offensichtlich fehlt es bei den Lokführern an Ausbildung und Qualifikationen, dass ist das Grundübel der Eisenbahnen und hat in letzter Zeit zu mehrern Unfällen und Verspätugen geführt . Es nützt nichts wen wir die wahre Unfallursache ignorieren oder abstreiten

  8. Bin nicht ganz einverstanden mit dir, Martin. Sehr streng genommen magst du Recht haben. Aber es kommt auch aufs Betriebsklima an: Wenn eine Gesellschaft offenbar den Lokführern sogar verbieten muss, langsamer zu fahren bei Gleisverwerfungen (bei denen es manchen offenbar nicht wohl war), kann was nicht stimmen.

    Der CIS leidet nebst der FS-Attitüde vor allem unter technischen Pannen. Das ist ein ganz anderer Fall. Die Railjet-Geschichte kenne ich nicht. Doch auch hier sind es “nur” einzelne Züge.

    Bei der MGB hingegen sind ab ca. 11 Uhr fast alle zu spät, ich habs selbst erlebt und ich habe – siehe oben – mit Mitarbeitenden gesprochen, die gaaaanz andere Dinge erzählen als die MGB-Leitung bzw. deren Sprecher. Natürlich möchten diese Personen nicht genannt sein. Aber das “Fussvolk” bei der MGB würde wohl auch dir bestätigen, dass das ein Schrottfahrplan ist, da man offenbar lieber Kohle mit dem Glacier Express machen möchte anstatt den immer wiederkehrenden Schweizer Touris und täglich betroffenen Einheimischen einen guten Service zu bieten.

    Wie erklärst du, dass die Mehrheit der Züge zu spät ist, oder man gar Leute nicht aussteigen lässt?

    Das Frontpersonal leidet offenbar unter Fehlern des Managements und lässt sich zum Schnellfahren verleiten, so interpretiere ich den Vofall. Der Lokführer ist mitnichten ungeeignet (er hat den Job schon 8 Jahre gemacht) – sondern bemitleidenswert.

    Das Netz muss besser gewartet werden, es müssen weniger Glaciers auf die Strecke gelassen werden und es braucht mehr Ausweichstellen.

    Zudem sollte man Göschenen als Anschlusspunkt nicht verdrängen, nur weil es nun die NEAT gibt. Die Fahrzeit Bern-Sedrun und umgekehrt könnte über 20 Minuten kürzer sein (und damit auch leicht schneller als via Chur), wenn ich via Zürich (oder Luzern) – Göschenen – Oberalppass fahre, aber entweder in Andermatt oder Göschenen nicht sehr lange warten müsste:

    – Bern ab 14:00 via Brig: Fahrzeit 4:07
    – Bern ab 14:32 via Chur: 3:58

    – Bern ab 14:00 via Luzern-Göschenen: 4:14, Aufenthalt in Luzern 18 Minuten, in Andermatt 24 Minuten – wären es nur 6 und 5 Minuten, wäre man in unter drei Stunden da.

    Alternativ dazu könnte man an den Glacier noch 1-2 normale Zweitklasswagen hängen und jene zuschlagsfrei mitfahren lassen, die wie ich einfach schnell von A nach B möchten und nicht an jeder Station halten wollen.

  9. ob die mgb bei der deutschen bahn in sachen nicht fahrbare fahrpläne abgeschaut hat? die deb bringts auch nicht fertig ohne anschlussbrüche und verspätungen zu arbeiten!!

  10. Ich stelle bei dieser Diskussion immer wieder fest, dass die Allgemeinheit nicht weiss wie die Eisenbahn funktioniert, was diese für Manipulationen und Desinformationen besonders empfänglich macht.

    Die Fahrpläne sind genau geplant und durchgerechnet und beziehen sich auf die für den Zug und die Strecke erlaubt Geschwindigkeit. Es sind sogar Toleranzen für ev. Langsamfahrstellen und schlechter Adhäsion (Regen) mit eingerechnet. Kein Fahrplanplaner nimmt Fantasie Zahlen sondern nur die Zahlen die im vom Computersystem zur Verfügung gestellt werden. Dass die MGB bis 11 Uhr pünktlich ist beweisst das die Zeit ausreicht, der Fahrplan also fahrbar ist.

    Wen es zu Verspätungen kommt, dann wegen Störungen die nicht planbar sind. Wie schnell Störungen gemeistert werden hängt vom Personal an der Front ab, ist dieses qualifiziert und motiviert, sprich der Aufgabe gewachsen, ist die Bahn leistungsfähig, sicher und zuverlässig.

    Die wahren Probleme der Eisenbahn sind schlecht qualifizierte und ungenügend ausgebildete Mitarbeiter im Bahnbetrieb. Da Lokführer heute fast die einzigen im operativen Bereich sind betrifft das hauptsächlich die Lokführer. Die Bahnverwaltungen bestreiten solche Vorwürfe konsequent und Dessinformieren die Öffentlichkeit gezielt. Eine dieser gezielten Dessinformation ist übrigens, dass der Unfalllokführer seit 8 Jahren für die MGB arbeitet. Ja sicher, die Frage ist nur als was, ev. als Wagenreiniger? Ich habe erfahren dass der Unfalllokführer jahrelang nur die Strecke Täsch-Zermatt gefahren ist, eine anspruchslose, sehr kurze Strecke mit 12 Minuten Fahrzeit. Erst nach der Fusion bekam er ganz andere Arbeit. Du verstehst, dass ein Cessna Pilot nicht zwangsläufig für eine B747 geeignet ist. Das verhält sich bei den Lokführern ganz ähnlich. Was überhaupt nicht geht ist zu sagen, weil er 8 Jahre Unfallfrei gefahren ist, er sei geeignet für den Lokführerberuf. Für Versuche, beim Massentransport von Menschen mit hoher Geschwindigkeit, ist kein Platz. Da müssen wieder ganz andere Beurteilungskriterien her.

    Die Verordnung (VTE), dass die Zulassung, Prüfung und Ausbildung von Lokführern regelt, wurde mehrere Male vereinfacht. Das haben die Bahnverwaltungen knallhart ausgenützt: Heute werden Lokführer aus bildungsfernen Schichten rekrutiert. Tiefer Lohn, sozialer Status und die schlechten Arbeitsbedingungen verunmöglichen es geeignetes Personal zu finden. Das ist die eigentliche Unfallursache. Der Lokführer hätte Wissen müssen das er mit einer 60% Geschwindigkeitsüberschreitung entgleisen muss. Dann hätte er sich nicht verleiten lassen zu schnell zu fahren.

    Das Betriebsklima ist in der Tat ein weiteres Problem. Immer mehr wird der Lokführer zum Befehlsempfänger, quasi zum ferngesteuerten Hebeläffchen. Das scheint auch bei der MGB so, wie folgender Bericht vom Schweizer Fernsehen vom 6.8.2010 beweist: Die Bahnverwaltung (Büroangestellter) wies den Lokführer des Unfallverursachenden Zuges an, weiter zu fahren. Nach dem er mit einem Zug kollidierte.
    Das ist ein Nebeneffekt der laufenden Herabsetzung des Lokführerberufes. Heute sagen Passagiere dem Lokführer und das ist jetzt kein Witz, es ist „Grün“ fahren sie endlich ab.

    Der Unfall passierte weil der Lokführer zu schnell fuhr. Die Infrastruktur und der Fahrplan können da herzlich wenig dafür. Wen der Lokführer nicht wusste dass er verunfallt wen er zu schnell fährt, war sein Wissen ungenügend. Wen er aber übermotiviert war und bewusst einen Unfall in Kauf nahm war sein Risikobewusstsein zu gering für den Lokführerberuf. Wie schon erwähnt, dass Züge wie Railjet und Cis regelmässig, aus welchen Gründen auch immer, Zu spät sind aber nicht verunfallen beweisst einwandfrei das nie der Fahrplan eine Unfallursache sein kann. Und die Bahninfrastruktur wird immer Langsamfahrstellen haben. Einerseits weil Bauarbeiten geplant sein müssen und andererseits nach den Bauarbeiten die Gleise eingefahren werden müssen und erst nach einer gewissen Zeit mit normaler Streckengeschwindigkeit befahren werden können.

    Die Frage die sich stellt, ist also wieso der Unfalllokführer diese Tätigkeit ausüben durfte. Da gibt es eine bei der Bahnverwaltung äusserst unpopuläre Antwort, selbstredend würden sie das auch nie bestätigen: Durch die Bahnliberalisierung brach das Chaos bei den Bahnen aus. Heute kann jeder Bahnmanager bestimmen wie lange und was bei der Lokführerausbildung gelernt wird. Die Abschlussprüfungen werden durch eigene Angestellte (Lohnabhängige) gemacht, die wiederum von Bahnmanagern bestimmt werden. Welche Qualifikationen angehende Lokführer haben sagen auch Bahnmanager.

  11. Martin hat völlig recht, was sich heute als Deine Arbeitskollegen bezeichnen ist gelinde gesagt eine Schande. Schnellbleiche, keine Motivation, schlechte Löhne unfähiges Umfeld. Das BAV hat mit der neuen VTE sein Uebriges geleistet. Lokführer ist geeignet für Jeden und Jeder, der ideale Job für leute, welche im Berufsleben gestrandet sind.

  12. Sedrun Ende Dezember: Kein MGB-Zug mit weniger als 10 Minuten Verspätung unterwegs. Gestern die Hinfahrt Bern-Sedrun: 16 Minuten Verspätung.

    Weiterhin die schikanösen Gatter in Andermatt, die den Einstieg in den ohnehin schon verspäteten Zug noch verlangsamen.

    Hat die MGB etwas dazugelernt? Nein.
    Schämt euch!

  13. Die MGB ist unbelehrbar – auch wenn sehr viele Menschen bei ihren Reisen mit dieser Gesellschaft immer das Gegenteil davon erlebe, erfrecht sich die MGB in einer Medienmitteilung zu schreiben: “Auch hat die Untersuchung mit Testfahrten gezeigt, dass die Fahrpläne eingehalten werden können und dass die Lokführer zu keinem Zeitpunkt angewiesen wurden, zu schnell zu fahren. Das Ausmass der Verspätungen auf dem Netz der Matterhorn Gotthard Bahn entspricht dem Durchschnitt der Schweizer Bahnen.”

    Alle, die vor allem in der Hochsaison regelmässig mit der MGB fahren, können bestätigen, dass das nicht stimmt. Über die Festtage entsprach die “Rekordpünktlichkeit” 6 Minuten Verspätung. Von rund 10 Fahrten mit der MGB war keine einzige pünktlich. Auf dem Oberalppass sieht man auch immer schön vom Skilift aus, wie pünktlich die Züge sind. Geschätzte 20% waren pünktlich, der Rest teils massiv verspätet.

    Immerhin hat man den Eindruck, das Zugpersonal dränge die Passagiere etwas mehr zu raschem Einsteigen – man könnte aber noch sehr viel mehr tun.

    Weiter schreibt die MGB: “Unmittelbare Massnahmen haben sich als Resultat aus der internen Aufarbeitung jedoch nicht als notwendig erwiesen.” – Klar, es geht hier um das tragische Unglück. Aber als ganz gewöhnlicher Bahnbenützer fordere ich von der MGB einmal mehr, bis zum Bau von zusätzlichen Kreuzungsstellen massiv weniger Glacier-Express-Züge fahren zu lassen. Diese sind nämlich das grosse Problem, das zur Überlastung des Netzes führt.

    Aber eben: Einheimische und Wochen- bzw. Tagestouristen sind der MGB offensichtlich egal – Hauptsache, man kann mit dem Glacier Express schön viel Geld verdienen und Leute beglücken, die vermutlich einmal im Leben die Schweiz besuchen. Die Alltagsgäste und regelmässig ins Wallis und Graubünden Reisenden sind ja nicht so wichtig.

  14. lieber andi
    schonmal gedanken darüber gemacht, wie eng das mgb-korsett ist? sbb und rhb geben den fahrplan vor, die mgb muss sich danach richten. es gilt anschlüsse in distentis, göschenen, brig und visp zu bedienen.

    was fehlt, sind kreuzungsstellen, etwa zwischen pass und tschamutt, um die kettenreaktionen zu durchbrechen.

  15. Statt in Infrastrukturausbauten sollte wieder mehr in die human resources investiert werden. Qualität und Zuverlässigkeit im Bahnbetrieb ist nicht alleine eine Frage der Infrastruktur.

    Der Fahrplan wurde gut geplant und passt auch, aber es dürfen keine grossen Fehler passieren und Störungen jeglicher Art müssen kompetent vor Ort schnellst möglich behoben werden bzw. dürfen nur seltent vorkommen. Aus irgend einem Grund fällt der Bahnbetrieb aus dem Takt, dass ist das eigentliche Problem, hier muss der Hebel angesetzt werden.

  16. @Walterfalter: Natürlich fehlen Kreuzungsstellen – ich kritisiere ja genau dies. Offenbar ist man recht unvorbereitet in den NEAT-Fahrplan gestiegen.

    Ich kritisiere auch, dass das Personal kaum dafür sorgt, dass die Reisenden in Stosszeiten schneller ein- und aussteigen.

    Wobei es 2010/11 deutlich besser geworden ist als im Winzer 2009/10; offenbar muss intern was gelaufen sein – man könnte aber noch viel mehr machen, meistens steht der Zugbegleiter ein wenig herum. Ich spreche nicht von “Vieh in den Zug treiben”, aber ein paar höfliche Aufforderungen mit Hinweis auf den Fahrplan wären noch häufiger angebracht. Einige können dies, andere nicht.

    @Martin: Nicht ganz einverstanden. Der Fahrplan fällt aus dem Takt, sobald die Glaciers fahren und sobald auch nur ein wenig mehr Leute als normal ein- und aussteigen.

    Klarer Fall:

    – Sofort weniger Glaciers fahren lassen, bis genug Kreuzungsstellen vorhanden sind.

    – Personal noch besser darauf hinweisen, die Zugabfertigung massiv zu verschnellern (das beginnt auch damit, am Bahnof schon in der Durchsage ein schnelles Einsteigen zu propagieren ab 5 Min. Verspätung)

    – So schnell wie möglich mit Planung und Bau neuer Kreuzungsstellen beginnen.

  17. Wieder einmal geht ein verlängertes Weekend in Sedrun zu Ende. Das Fazit von drei Fahrten mit der Matterhorn Gotthard Bahn rund um Sedrun:

    – 6 Minuten Verspätung
    – 12 Minuten Verspätung
    – 8 Minuten Verspätung

    Diesen Winter bin ich genau einmal ohne Verspätung unterwegs gewesen, vor zwei Wochen an einem Mittwochabend.

    Jaja, dieser Fahrplan ist fahrbar… klar doch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.