Isoliermaterial, das Geschichten erzählt

Ein grauer, kalter, verschneiter Karfreitag in Sedrun…

Karfreitag 2008 in Sedrun: Ein Schneetag

… immerhin erzählen einige Hauswände spannende Geschichten. Im oberen Dorfteil Sedruns wird ein Eine Hauswand, die Geschichten erzählt (Sedrun, März 2008)altes Haus renoviert – zum Glück; ursprünglich wollte man das Kleinod abreissen.

Nachdem die Schindeln von den Hauswänden entfernt wurden, kam das alte Isoliermaterial zum Vorschein – alte Zeitungen! Ein gefundenes Fressen für einen Berufsnostalgiker. Einige alte Fetzen waren sogar noch lesbar – sie stammen vermutlich aus dem 1920er- bis 1930er-Jahren.

Und was liest man da Interessantes: “Säntis-Ländler, sehr melodiös, mittelschwer, Fr. 2 – … solche, die in den Urkantonen mit Vorliebe zum Tanze gespielt werden!” Und was wir schon immer wussten: “Fettleibigkeit wird beseitigt durch Zehrkur.” Doch welches Produkt im “Spezereiladen” bzw. in der “Droguerie” erhätlich ist… werden wir wohl nie erfahren.

Alte Zeitungen, wohl aus den 30er-Jahren (Sedrun, März 2008)

2 Kommentare

  1. Ich habe mal beim Abriss eines alten Wohnwagenanbaus den ersten Blick Artikel von DJ Bobo gefunden, als er wirklich noch DJ war und an einem Blick DJ Wettbewerb mitgemacht hat in den frühen 80er. Ich bereue zutiefst, dass ich den Artikel aus der Isolationsschicht nicht mitgenommen habe!

  2. In Sedrun wird ein altes Haus renoviert – und in Basel sind historische Bauten in Gefahr, wie ich in der heutigen Ausgabe der Basler Zeitung lesen konnte. An der Leimenstrasse, durch die ich täglich gehe, wurde vor einigen Wochen ein solches Haus abgerissen. Es zählte zu den ersten an dieser Strasse. Nun wird mir plausibel erklärt, dass man das Gebäude aufgrund seiner Architektur nicht als Wohnhaus hätte nutzen können und deshalb ein Neubau realisiert werde. “Wir wollen mit den neuen Wohnungen einen Beitrag leisten zum städtischen Impulsprogramm ‘5000 Wohnungen innert 10 Jahren'” (Zitat von Werner Nüesch, Leiter Bau und Immobilien beim Bürgerspital). Ich gehe täglich an der Baulücke vorbei und werde in den nächsten Monaten sehen, wie der neue Wohnblock entsteht. Er entspricht bestimmt eher einer heutigen Vorstellung von Wohnkomfort, von schicken, lichtdurchfluteten Räumen und von Grosszügigkeit. Trotzdem: Ich werde das alte Haus vermissen, in das es sich nicht lohnte zu investieren.

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