Irrer Sicherheitswahn: Netz am Schönausteg?

Jetzt sind sie in ihrem irren Sicherheitswahn völlig schwachsinnig geworden: Einige Exponenten der Stadtverwaltung überlegen sich allen Ernstes, auf dem Schönausteg einen Zaun oder ein Netz gegen das traditionelle sommerliche In-die-Aare-Springen zu bauen.

Ich starte hiermit gerne einen Aufruf zu zivilem Ungehorsam: Wird dieses wunderbare Sommervergnügen von einem Netz oder ähnlichem Mist gestört, organisiere ich gerne nächtliche Baubrigaden, die ein wenig an den Hindernissen, sagen wir mal, ritzen gehen. Mail genügt.

Für einmal gefallen mir die LeserInnen-Kommentare auf der “Bund”-Website:

Alle sollten aber etwas Rücksicht auf die andern nehmen. Blick aufs Wasser nach oben und unten vor dem Sprung reduziert die Unfallgefahr. (…) Die letzten 50 Jahre ging es ohne Netz – und nun plötzlich nicht mehr? Das ist doch lächerlich. (…) Ein dummer Einzelfall aktiviert bei der Behörde einen “Sicherheits”leerlauf nach amerikanischem Vorbild. Nein danke!

Den Schönaustegsprung mache ich auch nach 20 Jahren Bern nach wie vor fast bei jedem Marzilischwumm – er war im Sommer 1994 ein Art Berner Initiationsritual für mich.

Selbstredend schaue ich lieber drei- als nur zweimal, ob ich springen kann. Selbst bei einer überfüllten Aare ist das (auch marziliseitig) überhaupt kein Problem – der GMV sagt mir allerdings auch, dass ich es am Sonntagnachmittag bei 32 Grad Luft und 22 Grad Wasser lieber sein lasse, da es zu heikel ist.

Kurz vor dem Sprung vom Schönausteg, Sommer 2011

Und wenn ich vom Eihholz her runter schwimme, bin ich halt am Steg auch aufmerksamer als auf dem Rest der Strecke und schaue, was die da oben machen. Augenkontakt hilft, im Zweifelsfall kann man ja auch mal “Aaaachtung” rufen, bevor man die Stelle passiert.

Mich widert diese Attitüde sowas von an: Schon beim Bärenpark setzte man lieber auf Holzhammermethoden statt Selbstverantwortung. Gesucht sind nun StadtpolitikerInnen, die ein deutliches Zeichen gegen diese birnenweichen Auswüchse irgendwelcher Sesselfurzer setzen.

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