Demo in Bern – Giù le mani dell’Officina!

Meine erste Demo seit Blochers Wahl vor vier Jahren – ein gutes Gefühl. Hat Spass gemacht… die üblichen Tröten mit Hammer-Sichel-Fahnen und Schwarzblock-Look blieben zum Glück im Hintergrund – es war eine laute, friedliche Kundgebung mit Kind und Kegel. Zumindest der SEV hat von der Polizei grosses Lob für die Organisation bekommen, wie man am Rande vernehmen konnte.

Vor allem beeindruckend: Die hupenden und winkenden vorbeifahrenden Lokführer auf der Schützenmatte, die von der Menge unten auf dem Platz bejubelt werden. Und Cargo-Züge, die Applaus ernten.

Bejubelter Cargo-Zug bei der Schützenmatte

Giù le mani! Der SEV im Grosseinsatz.

Kurzer Halt vor dem Bundeshaus: Laut, aber friedlich

Scheue Zuschauer in sicherer Distanz

Auch mein Demo-Video ist nun endlich fertig geworden:

Mehr Bilder und Filme hier – und so sah es von oben aus.

29 Kommentare

  1. All die schönen Impressionen ändern nichts daran, dass der Streik rechtswidrig ist. Der Gesamtarbeitsvertrag (PDF) verbietet Streiks:

    6 Friedenspflicht
    1 Die Vertragsparteien verpflichten sich, während der gesamten Vertragsdauer den absoluten Arbeitsfrieden zu wahren und auf jede arbeitsstörende Massnahme wie Streik, Warnstreik, streikähnliche
    Massnahmen, Boykott oder Aussperrung zu verzichten.
    2 Als streikähnliche Massnahmen gelten insbesondere die Streikandrohung, die Aufforderung zum Streik und der passive Widerstand (z.B. Bummelstreik).
    3 Die Wahrung des absoluten Arbeitsfriedens bedeutet, dass auch bei Streitigkeiten über Fragen, die
    im GAV nicht geregelt sind, die Friedenspflicht besteht.
    4 Die Vertragsparteien verpflichten sich bei drohender oder eingetretener Verletzung der Friedenspflicht zur Durchführung von Einigungsgesprächen. Falls keine Einigung zustande kommt, ist das Schlichtungs- und Schiedsverfahren einzuleiten.

    Statt zu streiken sollte die ausgestreckte Hand der SBB ergriffen und verhandelt werden. Aber einmal mehr geht es hier vor allem um ein Machtspiel der Gewerkschaften. Schade, dass die Gewerkschaften, die wichtig sind, immer mehr zu so militanten Mitteln greifen.

    Und Blöker, Du ziehst über Fasnächtler, Raucher usw. her, weil sie Deiner Meinung nach für die Gesellschaft störend sind. Verkehrsbehinderungen im öffentlichen Nahverkehr (es wäre einfacher gewesen, Bernmobil hätte auf den Anzeigetafeln geschrieben, welche Linien nicht betroffen sind) sind aber auch mühsam, wenn nicht sogar noch ärgerlicher…

  2. Also der Reihe nach…

    – Ich erinnere mich gut daran, dass wir am 13. Dezember 2003 zusammen gegen einen männerdominierten Bundesrat demonstriert haben. Jedenfalls lachst Du mich auf den Bildern aus meinem Archiv gerade aus einer fröhlichen, bunten Menge an, die wie heute viele selbstgemachte Transpis trägt, Pfeifen im Mund hat und einige rote Flaggen. Damals hat es Dir also auch nicht allzu viel ausgemacht, dass der öV für einige Augenblicke behindert wurde.

    – Der öV und das öffentliche Leben gehen für mich generell auch vor. Ich bin – da hast Du Recht – der Erste, der sich nervt, wenn das normale Zirkulieren durch Minderheiten behindert wird. Dagegen abzuwägen ist die Demonstrationsfreiheit, die Du vermutlich auch nicht bestreitest, ebensowenig wie die Tatsache, dass Demos in aller Regel leider das normale Zirkulieren behindern.

    Ich mache folgende differenzierende Abwägung:

    a) Es darf nicht sein, dass jede Woche mehrmals der öV behindert wird und Unbeteiligte genervt werden. Es nervt, wenn Organisationen in gebetsmühlenartiger Regelmässigkeit die Strasse für sich reklamieren, um für irgendwelche ideologischen Gebilde zu demonstrieren. So sehr ich Antifaschist bin und es peinlich finde, dass Neonazis immer wieder ungestört Konzerte abhalten und die Behörden das auch noch tolerieren – ich finde nicht, dass es antifaschistische Abend- und sonstige Spaziergänge braucht, in deren Umfeld es meist zu Gewalttaten und Sachbeschädigungen kommt und wo der politische Anspruch allzu oft gegenüber der puren Lust am Schlegle zurücktritt.

    Hier gehts aber um etwas ganz anderes. Ich Vergleiche die momentane Bewegung rund um SBB Cargo mit dem Swiss-Grounding und der Solidarität mit den Tausenden MitarbeiterInnen. Es geht um den Protest gegen einen Arbeitsplatzabbau nach jahrelangem Missmanagement. Es geht darum, dass der Staat Millionen in die Swissair gebuttert hat – und das hier plötzlich nicht möglich sein soll.

    Oder findest Du, dass Mitarbeiter einer Bahnwerkstätte mit dreckigen orangen Kleidern weniger wert sind als hübsche Flight Attendants oder adrette Piloten?

    b) Dass auch für mich als Konsumentenkomfort-Verfechter das Demonstrationsrecht gegenüber dem grenzenlosen Einkaufen und Flanieren Priorität zu geniessen hat, ist klar – das habe ich schon 2006 geschrieben.

    – Fasnächtler und Raucher sind ein ganz anderes Kapitel; dieser Vergleich ist völlig daneben. Nehmen wir zuerst den einfachen Fall.

    a) Rauch nervt unmittelbar, löst körperliche Reaktionen aus, macht Kleider stinkend und schädigt mit grosser Wahrscheinlichkeit auch die Gesundheit. Das tut eine Demo nicht (ausser es wird Tränengas eingesetzt, ha ha ha). Weitere Diskussion überflüssig.

    b) Die Fasnacht ist jedes Jahr im Kalender, erfüllt keinerlei Funktion zur öffentlichen Meinungsbildung und hat (ausser allenfalls in Schnitzelbänken) auch nichts Politisches an sich. Für viele Leute ist es einfach ein Mittel zum Besäufnis. Die meisten Teile der Fasnacht könnten in einer Festhalle durchgefürt werden. Ich habe immer gesagt, dass die Fasnächtler einen Umzug haben sollen, dass aber die tagelange Belagerung grosser Teile der Altstadt völlig daneben ist.

    Die Fasnacht gehört damit in ein ganz anderes Kapitel als Menschen, die öffentliches Aufsehen erregen möchten, um auf ein für sie gravierendes Problem aufmerksam zu machen. Und wie letzten Herbst gesagt, von mir aus dürfen auch SVP-Anhänger ab und zu mal die Strasse für sich haben; die Demofreiheit gilt für alle.

    Wenn wir einen nicht ganz lupenreinen Vergleich wagen wollen: Die Fasnacht halte ich für ebenso unerwünscht wie Cablecom- und sonstige Kommerzstände oder das Betteln in der Stadt. Eine politische Kundgebung muss aber ebenso möglich sein wie das Unterschriftensammeln für Initiativen und Referenden, auch wenn dadurch ähnliche Beeinträchtigungen wie für die unerwünschten Aktivitäten in Kauf genommen werden.

    Ich habe heute selbst miterlebt, wie die Organisation tadellos geklappt hat und die Leute von den Gewerkschaften (vor allem vom SEV) sehr bemüht waren, nach Abschluss des Demonstrationszuges die Strasse umgehend wieder für den öV und miV freizugeben. Jeder Demo-Abschnitt war höchstens etwa 20 Minuten lang blockiert. Es kam zu keinem Zeitpunkt zu Sachbeschädigungen.

    Und um das plakativ zu sagen: Es ist IMHO wichtiger, dass Familienväter, die ihre Familie weiter ernähren möchten, ihren Job behalten können und dafür auf die Strasse gehen als dass Omo Sherif zwanzig Minuten früher oder später im Büro oder bei seiner Familie ankommt. Mit Verlaub: Als Familienvater mit etwas Phantasie kannst Du dich sicher in die Lage solcher Leute versetzen, die zunächst einmal vor dem Nichts stehen und sich fragen, wie sie für ihre Liebsten in einem halben Jahr das Futter kaufen. Oder vor der Entscheidung stehen, in eine ganz andere Landesgegend zu ziehen, das soziale Netz aufzugeben, eine neue Sprache zu lernen. Stell Dir vor, Du würdest morgen erfahren, dass Du – um Deinen Job behalten zu können -, ins Tessin ziehen müsstest.

    Da würdest Du plötzlich auch sehr schnell demonstrieren, wetten?

    Falsch parkierte Autos, die in regelmässiger Penetranz den öV behindern, sind da weitaus störender.

    – Ich halte Streiks immer für das allerletzte Mittel. Letztlich erwarte ich von allen, was ich auch von mir selbst erwarte: Einen guten Kundendienst und eine überdurchschnittlich hohe Leistungsbereitschaft. Einfach gesagt: Einsatz über dem normalen Level. Über den Horizont hinaus denken. Aber auch ja sagen zum Genuss der Sonnenseiten dieses einen Lebens, das wir haben. Das ist die Maxime dieses Blogs.

    Eine Arbeitsniederlegung kommt da ganz am Schluss; sie hat für mich fast etwas von Selbstaufgabe. Diese Methode muss eine Notbremse in einer ausserordentlichen Lage sein. Das ist hier erfüllt.

    Die Betroffenen (egal, ob Büezer, Fachkräfte oder Sekretariatsleute) arbeiten hart und – wie man hört – sehr gut; sie können nichts für die Fehlentscheide des Managements. Sie sorgen dafür, dass weniger Lastwagen fahren und die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene klappt, da gut gewartetes Material zur Verfügung steht. Einige von ihnen haben vielleicht weniger Sonnenseiten als wir – und auch die sollen ihnen nun genommen werden. Dagegen muss man geradezu auf die Strasse gehen!

    Dass Stadt und Kanton die Streikenden mit sehr grossen Geldsummen unterstützen und der Streik im Tessin zu einem Happening, wenn nicht zu einer Volksbewegung geworden ist, steigert für mich nur noch die Berechtigung dieser Leute, während einer Stunde in Bern die Strasse für sich zu haben.

    Wir sind uns jedoch einig, dass der Streik nicht ewig dauern soll und dass er nicht ausgeweitet werden soll – würde nun z.B. der Osterbahnverkehr am Gotthard behindert, wäre das mehr als kontraproduktiv. Jetzt ist es Zeit für Gespräche. Wenn aber in der Menschheitsgeschichte nicht ab und zu mal Verbote übergangen worden wären, würden heute viele Dinge anders aussehen…

    – Seit wann ist ein Streik “militant“?

    Unter dem Strich bin ich etwas enttäuscht über Deinen duckmäuserischen Kommentar. Und es wundert mich, dass Du nicht auch gleich kritisiert hast, dass auf dem Bundesplatz an sich während Sessionen keine Kundgebungen erlaubt sind (schlimm! verboten!).

    Ein kleines Stück weit verstehe ich Dich aber. Ich halte viele Demos und die damit einher gehenden Behinderungen für überflüssig. Die Gewaltbereitschaft im Umfeld vieler Berner Demos finde ich zum Kotzen, wie ich auch schon mehrfach zum Besten gegeben habe und mir dafür Hasstiraden von Leuten aus meinem eigenen politischen Spektrum anhören musste. Ich finde es kindisch und debil – wie heute leider auch gesehen -, kommunistische Embleme spazieren zu führen oder “hoch die internationale Solidarität” zu skandieren. Gähn. Das hilft genau niemandem. Verhindern kann man solche unerwünschten Randerscheinungen einiger komplexgeladener Ewiggestriger mit übersteigertem Geltungsbedürfnis kaum – schade ist vor allem, wenn die Medien auf solche Elemente reinfallen und sie hervorheben. Es ist immer etwa die gleiche Handvoll Leute.

    Aber aus den oben genannten Gründen finde ich es mehr als vertretbar, wenn an einigen Tagen im Jahr Leute ihre Betroffenheit auf der Strasse ausdrücken und unser kleines nettes Leben für ein paar Minuten behindert wird.

    Mir sind Gewerkschaften auch nicht nur sympathisch. Und doch hätten ohne sie viele Arbeitnehmer in Branchen, die wir mit unseren recht privilegierten Jobs vielleicht nicht so gut kennen, noch weniger zu lachen als eh schon; das dürfen wir niemals vergessen.

  3. @omo sherif: es ist richtig, dass der Streik in Bellinzona die absolute Friedenspflicht verletzt. Er ist jedoch eine Reaktion auf eine vorgängige Verletzung des GAV durch die SBB. Denn diese hat ihre Sozialpartner vor vollendete Tatsachen gestellt und weder die Ausgangslage noch die Massnahmen mit eben diesen diskutiert. Mit diesem Verhalten verletzte sie den Grundgedanken einer Sozialpartnerschaft und den GAV-Auftrag zur Mitwirkung bei Restrukturierungen.

    Dieser Streik ist keine Machtdemonstration der Gewerkschaften. Dass sich Leute wehren, die von ihrer Arbeitgeberin immer und immer wieder mit nicht eingehaltenen Versprechen enttäuscht worden sind und jetzt vor nicht nachvollziehbare Tatsachen gestellt werden, finde ich mehr als nur normal.

    Dass Gespräche aufgenommen werden, ist absolut wichtig. Das vorhandene grosse Misstrauen der Leute aus den Werkstätten gegenüber der SBB ist jedoch nachvollziehbar.

  4. Es ist absolut nötig, für diese Arbeitsplätze bei SBB Cargo zu kämpfen. Bei Cargo wurde scheinbar seit ziemlich langer Zeit schlecht geschäftet. Das soll nicht vom Personal ausgelöffelt werden müssen.
    Cargo ist auch für das politische Ziel der Verlagerung des (Transit-)Güterverkehrs auf die Scheine absolut nötig. Dieses politische Ziel muss auch mit politischen Mitteln und Geld unterstützt werden.

    Unter diesen Umständen ist von mir aus gesehen ein kurzer Warnstreik unter Misachtung des GAV gerechtfertigt.
    Jetzt muss aber zusammen geredet und verhandelt werden. Die SBB hat Gespräche angeboten. Daher: Gewerkschaft und Personalvertreter an den runden Tisch! Und alle andereren ab an die Arbeit! Die Kunden von SBb Cargo dürfen nicht vergrault werden.

  5. Und es wird weiter gestreikt. Verhandlungen sind doch da, um gemeinsam Lösungen zu finden. Es ist doch idiotisch, das Resultat der Verhandlungen im Voraus zur Bedingung zu machen, dass man an den Tisch sitzen will, denn dann braucht es keine Verhandlungen mehr. Sorry, bei allem Respekt für die verständlichen Existenzängste der betroffenen Angestellten, aber damit bugsieren sie sich definitiv ins Abseits.

  6. Lieber Blöker, der Vergleich mit der Swissair hinkt gewaltig. Die Existenz des Unternehmens war nie gefährdet. Es geht in Bellinzona um 0.5% des Mitarbeiterbestandes, insgesamt um 1%. Ob jetzt die Leute deswegen die Strassen verstopfen müssen und Kosten in Millionenhöhe verursachen müssen, mag jede/r für sich beurteilen. Ich finds einfach nur doof und stur, betriebswirtschaftlich nicht bis zum Nasenspitz gedacht.

    Am schönsten ist ja, dass die SBB den Demonstranzen Extrazüge hinstellt, eine Gutmütigkeit sonder gleichen… Alle die sich mit den Demonstranten solidarisieren, sollten eigentlich die Produkte der pösen Firma boykottieren, lieber Blöker! Aber neeein, man fordert ja nur, dass die SBB 800 Leute beschäftigt, die den Job von 600 erledigen. Wie bitte? Echt, jetzt?

  7. Lieber Blöker, ich weiss sehr gut, wie es ist, wenn am Ende des Geldes noch Monat übrig ist, wenn man jeden Rappen umdrehen muss, wie Arbeitslosigkeit sich auf eine Familie und auf eine Person auswirkt und wie es ist, wenn eine Firma Pläne hegt, die den eigenen Job negativ tangieren.

    Ich kann die Ängste der Betroffenen durchaus verstehen, nur ihr Handeln betrachte ich als falsch. Der Streik und die Bedingungen, die gestellt wurden, sind kein Mittel zu einem Dialog – und dieser ist für beide Seiten dringend nötig. Es wäre die Aufgabe der Gewerkschaften, die Ängste der Betroffenen aufzufangen und diese nicht destruktiv zu instrumentalisieren.

    Wem nützt es, wenn ein Werk während drei und mehr Wochen bestreikt wird? Das ist weder für den Sozialpartner noch für allfällige Investoren oder Partner vertrauensbildend – im Gegenteil, es schädigt das Unternehmen, von dem man den Lohn bezieht; macht also die Misere noch schlimmer.

    Die SBB will “ergebnisoffen” diskutieren. Die Vertreter der Tessiner Beschäftigten täten gut daran, auch “ergebnisoffen” an den Runden Tisch zu sitzen. Ein symbolischer Kurz-Streik hätte genügt, um ein Signal zu setzen. Mag sein, dass die SBB-Chefs und Ex-Chefs schlecht gearbeitet haben, aber was ändert der Streik daran? Nun sollte es doch darum gehen, für alle Betroffenen das Beste raus zu holen. Die Streikenden würden gut daran tun, ihrem Bischof zuzuhören. Das wäre auf jeden Fall besser als den Lega-Hitzköpfen.

    Lesenswert ist übrigens auch der Artikel von René Lenzin: Züge reparieren wollen ist das eine, sie benutzen etwas anderes im Tessin… Aber das ist ein anderes Thema und kein Grund, allenfalls Stellen abzubauen.

  8. @mirko: Ich glaube, der Vergleich mit SR ist zulässig. Es geht zwar nicht um eine ganze Firma, aber um sehr viele Leute im Tessin, die vor dem Nichts stehen. Und das auf *einmal* – wenn man die Abgänge gestaffelt (z.B. aus Altersgründen, natürliche Fluktuation) gelöst hätte statt “auf einen Chlapf”, hätte vermutlich niemand was gesagt – denn auch ich bin der Meinung, dass es rationeller ist, wenn 600 Leute die Arbeit für 600 Leute machen statt 800 (ich habe diese Zahlen nicht nachgeprüft).

    Es gibt aber manchmal auch mehr als Betriebswirtschaft. Zum Beispiel punkto Reaktionen über den Nasenspitz hinaus denken: Wer hätte gedacht, dass die Belegschaft so reagieren würde? Das war wohl allen klar – ausser der SBB-Spitze. Das war nicht nur hölzern und plump, sondern auch höchst unprofessionell; kommunikationstechnisch wie menschlich.

    @alle: Einfach dass es gesagt ist… was die Lega jetzt für einen Schrott rauslässt, dahinter kann ich keinen Millimeter stehen. Blockaden am Gotthard und ähnliche Aktionen bewirken genau das Gegenteil der Ziele.

  9. >> die vor dem Nichts stehen

    Dem würde ich widersprechen, das soziale Netz des Arbeitgebers ist relativ engmaschig. Siehe auch GAV G (erster Kommentar) Artikel 169 und 170. Innerhalb der Beruflichen Neuorientierung wird man AFAIK während 2 Jahren betreut.

    >> (ich habe diese Zahlen nicht nachgeprüft)
    Das sind nur Beispiele. Es muss doch all diesen Solidarisanten (?) durch den Kopf gehen, dass offenbar mit dem Zusammenzug in Yverdon vorhandene Synergien genutzt werden sollen. OK, dem Chef Personenverkehr wurde – zu Recht – in der letzten NZZaS vorgeworfen, dass er Überkapaziäten aufgebaut hat und sie nun elegant auslasten kann. Der Abbau eines Drittels (das Werk schliesst NICHT) der Belegschaft ist mit Sicherheit nicht einfach aus der Luft gegriffen.

    >> Altersgründen, natürliche Fluktuation
    Seit dem Herbst wurden keine Einstellungen mehr vorgenommen, was ca. 1/5 des gesamten Abbaus diskutiert.

    >> höchst unprofessionell; kommunikationstechnisch wie menschlich.
    Der neue CEO hat vielleicht nicht ein so gutes Gespüri, aber die Reaktionen der Geschäftsleitung, das Einlenken an einen runden Tisch, die Diskussionsbereitschaft, das alles zeugt davon, dass man sich der Lage bewusst geworden ist. Vom Streikkomitee höre ich seit drei Wochen nur Njet.

    Mich nervt, dass die Tessiner so ein (Medien-)Theater machen, während man von den Freiburgern (gleich viele Stellen abzubauen) und den Stellen in Basel nichts hört. Dieses regionalpolitische Theater ist auch nicht eben förderlich für das Image der Tessiner. Sie sind jetzt festgefahren und würden das Gesicht verlieren, darum machen sie stur weiter.

    Mit der aktuellen Verbarrikadierung, die sie heute beschlossen haben, sind sie bei mir völlig untendurch, da ist bei mir komplett Essig mit Solidarität. Drei Wochen Streik und keine Resultate, das ist kein Leistungsausweis für das Streikkomitee, besonders nicht in einer konsensorientierten Schweiz.

    Wie Meyer gestern abend gesagt hat: Eine Garantie, NIEMALS eine Veränderung durchzuführen, ist schlicht illusorisch.

  10. Ich muss mirko Recht geben. Die SBB hat ja jetzt angekündigt, alles nochmals zu prüfen. Das sollte Anlass genug sein, den Schraubenschlüssel wieder in die Hand zu nehmen. Wer vor den Verhandlungen Garantien will, der will nicht ehrlich verhandeln. Nochmals: Es wäre jetzt in der Verantwortung der Gewerkschaften, die Situation im Tessiner Werk konstruktiv zu lenken. Aber wie ich bereits im ersten Kommentar geschrieben habe, geht es hier um ein Machtspiel der Gewerkschaften – schliesslich auf dem Rücken der Beschäftigten.

  11. Eine Mehrheit finden heisst noch lange nicht, auch im Recht zu sein. Lesenswert dazu der Kommentar im Bund:

    Bei aller Sympathie für die Arbeiterschaft kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die Streikenden, euphorisiert von der Unterstützung von Politik, Kirchen, Bevölkerung und Gewerkschaften, zu sehr auf Maximalforderungen versteifen. Einem «Weiter wie bisher» im Industriewerk Bellinzona werden sich die SBB aber verweigern. Gesucht ist wieder einmal ein guteidgenössischer Kompromiss. Doch der scheint nach dem gestrigen Schlagabtausch in ziemlich weiter Ferne.

    Wäre interessant zu schauen, ob nach dem Schlagabtausch vom Freitag/Samstag die Bevölkerung immer noch so hinter den Streikenden steht…

  12. Ich glaubs nicht, da werden schon Umfragen zu Firmenentscheiden gemacht, wo sind wir denn da? Aus dem selben Artikel: “Eine Mehrheit der Befragten findet jedoch auch, dass die SBB unrentable Arbeitsplätze abbauen dürfen. Nur 42 Prozent sind für eine Erhaltung von Arbeitsplätzen in Randregionen, auch wenn sie wirtschaftlich keinen Sinn machen. Da beschleicht mich der Eindruck dass diese Befragten (Grundgesamtheit? Stichprobengrösse?) nicht alle genau wissen, um was es geht (und um was nicht). Die Befragten haben sich wohl auch keine Gedanken gemacht zu den Kosten eines Streiks.

    Und noch einmal: Die Mitarbeitenden werden nicht von heute auf morgen auf die Strasse gestellt. Für manche ist eine Neuorientierung sogar eine Chance. Mich schockiert diese nun drei Wochen dauernde Solidarität jener zwei Drittel des Werks, die vom Abbau nicht betroffen sind. Was versprechen sie sich davon, ich meine, aufs Unternehmen bezogen (nicht im Hinblick auf politische Fragen)?

    Herzig übrigens, wie gestern, nachdem Meyer die Verhandlung in Luzern abgeblasen hat, diese Streiker gesagt haben, wir möchten doch gerne weiterverhandeln, das Gesagte war nur ein Missverständnis, aber jetzt will die böse SBB nicht mehr.
    Ein riesen Medienkindergarten ist das längst, und mit dieser Meinung bin ich sehr gerne in der Minderheit.

  13. Ins selbe Horn bläst am Samstag die Neue Luzerner Zeitung:

    Selbst im Lichte aller Fehlleistungen der SBB-Führung gilt es festzuhalten: Mit der totalen Blockadepolitik drohen Cargo-Arbeiter sich komplett aufs Abstellgleis zu manövrieren, und dies mutwillig. Der kollektive Streikrausch scheint ihnen den Blick für die Tatsachen zu vernebeln.

    Ich kann mich nur wiederholen: Es liegt in der Verantwortung der Gewerkschaften, konstruktiv Einfluss auf die Streikenden zu nehmen.

  14. @mirko: Das gäbe ganz sicher eine GANZ schöne Arbeit 😉

    Und ansonsten: Selbst ich bin der Meinung, dass nächste Woche langsam aber sicher wieder mal gearbeitet werden dürfte, so nach dem Motto “wir bleiben dabei, was wir gesagt haben – aber wir machen unseren Job schliesslich gerne, drum packen wir jetzt wieder an.”

  15. Darf ich auch noch mit Meyers Abzocke kommen…?

    Natürlich darfst Du das 🙂 (Der Kabelbrand in Gümligen wär’ sonst auch noch 😀 )

    Ich würde sonst noch den Link zur NZZ machen.

    Und man darf auch bei der Gesamthöhe nie vergessen, dass die Chose transparent ist (und bei diesem einmaligen! Millionengehalt sowieso…). Kann das ein Vasella (Lohnsumme Faktor funfundzwanzig) auch von sich behaupten. Und was ist mit der UBS, wo die Angestellten – Anteilscheinen sei dank – 10 Milliarden verloren, unverschuldet, da bleibt die Volksseele ruhig, klar, ist ja eine Bank, die haben eh genug.

    Ich würd’ meinen, die Herren Walpen, Gygi, Meyer, Wicki und die Landesexekutive sind angemessen entlöhnt.

    Zynischerweise hoffe ich beinahe auf irgendeine Katastrophe, damit die Medien endlich wieder was anderes zu schreiben haben…

  16. Angemessen entöhnt?!

    Das ist doch vollkommener Unsinn – NICHTS rechtfertigt eine derartig unverfrorene Geldnachschmeisserei. Selbst als Freund der Marktwirtschaft und Bekannter von einigen wenigen Personen, die mehr als das verdienen, finde ich, dass Maximallöhne ruhig auf… sagen wir, 150’000 pro Jahr netto begrenzt werden sollten. Keine Boni, keine Beteiligungen, keine faulen Tricks – Steuern und Krankenkasse schon abgezogen (letzteres bei allen Löhnen; Krankenkasse nach Einkommen berechnet).

    Alles andere ist einfach bloss eine Frechheit. Ich hätte keine Ahnung, was ich auch nur schon mit 100’000 im Jahr netto anfangen sollte. 20 Wochen Ferien machen? Alle Ski-Saisonabos der Schweiz lösen? Uff. Nein danke. OK, ein Erstklass-GA. Gut.

    Bald kommt ja immerhin die Abzockerinitiative vors Volk. Zum Glück.

    Kabelbrand… yeah, die IC-Fahrt durchs Gürbetal war cool gestern – war glaubs das erste Mal seit 1994, als ich das mal tat, um meine neue Wohngegend etwas besser kennen zu lernen 🙂

  17. Maximallöhne ruhig auf… sagen wir, 150′000 pro Jahr netto begrenzt

    Ok, gerne kann man eine Grundsatzdiskussion führen, aber Meyer- und SBB-Bashing basierend auf seinem Lohn ist einfach nicht das Thema.

    Ich hätte keine Ahnung, was ich auch nur schon mit 100′000 im Jahr netto anfangen sollte.

    Das ist schon die untere Grenze. Auch ohne dicken Benz und Zweitwohnung im schönen Engadin (oder in der Surselva….) gibt es ganz interessante Sachen, welche die 100’000 Fränkli sofort fortputzen. Von denen gibts hübsche Sächeli, das hier wär ein toller Benz-Ersatz. Und wer’s gescheiter mag: Auch NZZ Ferien schlucken schon mal 1/10 Deines Maximaljahreslohns 😉

    meine neue Wohngegend

    So? Ein Gürbetaler? Kein Altstädler mehr?

  18. Lieber Blöker, ich weiss nicht in welcher Traumwelt Du lebst:

    Ich hätte keine Ahnung, was ich auch nur schon mit 100′000 im Jahr netto anfangen sollte. 20 Wochen Ferien machen? Alle Ski-Saisonabos der Schweiz lösen? Uff. Nein danke. OK, ein Erstklass-GA. Gut.

    Ich verdiene etwas über 100’000 Franken netto, kann aber nicht 20 Wochen pro Jahr in die Ferien (auch aus finanziellen Gründen), kann mir gar kein Ski-Abo leisten und das GA habe ich aus finanziellen Gründen gestrichen. Stattdessen ernähre ich mit meinem Geld eine fünfköpfige Familie. Und ich bin mir sicher, dass Du im übrigen mit Deinem Lohn auf 100% hochgerechnet nicht weit von der 100’000er-Grenze entfernt bist.

    Für 150’000 Franken netto würde ich so ein Amt, wie es Meyer inne hat, niemals antreten, da die Verantwortung und das was sonst ein solcher Chef-Posten noch an Unannehmlichkeiten mit sich bringt schlicht zu wenig berücksichtigt wird. Denen da oben wird oft vorgeworfen, keine Ahnung zu haben, wie es denen da unten geht. Aber umgekehrt sieht es nicht anders aus. Wir sehen nur die Villas und die Mercedes, den Weg dahin aber nicht.

    Meyer kann ich nur gratulieren, denn er hat sich gut verkauft. Und wer jetzt mit den 1,3 Millionen Franken rumwinkt, handelt unlauter, da dies nicht sein Lohn ist. Darin sind einmalige Beträge enthalten. Schau Dir mal den Beitrag in der heutigen 10vor10-Sendung an. Der Mann hat in Deutschland 500’000 Euro (786’000 Franken) verdient und verdient nun 500’000 Franken Grundlohn plus 200’000 Franken Bonus.

    Nun kommt der Vorwurf, der Bonus sei nicht gerechtfertigt. Warum denn nicht? Nur weil bei einer Sparte der SBB schlecht gewirtschaftet wurde? Ich versteh, dass die Betroffenen im Tessin sich schwer damit tun, aber trotz allem sollte der Bezug zur Realität nicht verloren gehen.

    Lediglich die Sache mit dem Hauskauf gilt es gründlicher anzuschauen. Aber offenbar war der SBB Meyer so wichtig, dass sie ihm den Weg ebnen wollten. Da kann ich dem Meyer nur gratulieren für sein Verhandlungsgeschick.

    Und übrigens: Lies mal den Lebenslauf von Meyer: Der Mann hat sich aus eigener Kraft nach oben gearbeitet. Der hat als Wagenreiniger bei der SBB begonnen und ist nun Vorsitzender der Geschäftsleitung der SBB.

  19. @ Mirko:

    Ok, gerne kann man eine Grundsatzdiskussion führen, aber Meyer- und SBB-Bashing basierend auf seinem Lohn ist einfach nicht das Thema.

    Oh doch – denn es ist schlicht unanständig, Leute rauszuwerfen, wenn man derart viel Kohle abscheffelt. Ich hätte dabei ein sehr, sehr, SEHR schlechtes Gewissen und würde allein deswegen klein beigeben. Ich will nicht mit grossen Worten wie “Ethik” um mich werfen, ich bleibe beim volkstümlicheren “unanständig”. Ich finde so ein Verhalten hochgradig unanständig.

    Und da war noch die Geschichte mit dem Haus… aber Mirko hat schon ein Stück weit recht, es geht hier wirklich primär um die SBB und Cargo und nicht um Meyer. Es gibt aber noch andere Dinge, die ihn mir unsympathisch machen.

    @omo sherif: Von mir aus kann man zu den 150’000 gerne noch Kinderzulagen geben, kein Problem. Ich bin von 100’000 sehr weit entfernt, ausser, liebe Leserinnen und Leser, ihr löst alle brav ein Server-Abo bei mir, dann komm ich irgendwann vielleicht mal in diese Gegend. Und wie gesagt, ich rede von NETTO, nicht brutto. Mein steuerbares Einkommen ist sogar sehr, sehr weit unter 100’000. Auf meiner zweiten und dritten Säule liegt noch viel weniger – ich könnte nicht im Traum dran denken, z.B. eines der Häuser in der Familie zu übernehmen; ich wüsste nicht, womit. Und trotzdem bin ich happy…

    Das ist schon die untere Grenze. Auch ohne dicken Benz und Zweitwohnung im schönen Engadin (oder in der Surselva….)

    Also wenn schon in der Surselva 🙂

    So? Ein Gürbetaler? Kein Altstädler mehr?

    Momoool – das war eben 1994, als ich meine neue Wohngegend (sprich: die Umgebung von Bern) kennenlernte. 2008 wurde ich wieder auf die Gürbetal-Strecke umgeleitet, auf dem Weg aus der Surselva in die Berner Altstadt.

    @omo sherif:

    Wir sehen nur die Villas und die Mercedes, den Weg dahin aber nicht.

    Kein Mensch zwingt irgend jemanden, solche Dinge zu tun. Unser System zwingt niemanden, irgendwelche Führungspositionen anzustreben. Ich weiss auch nicht, wie man Verantwortung mit Geld abwiegen will – das halte ich für einen grossen Irrsinn. So werden eben nicht jene, die fähig sind, zu Chefs, sondern jene, die eine grosse Schnure haben und Kohle machen wollen. Man sollte nebenbei gesagt auch keine CEO-Posten anstreben, um eine grosse Familie zu ernähren (ich finde es auch daneben, wenn man in einer Position von Meyer & Co. Familie hat, die man dann eh nie sieht). Und von der schönen Altersvorsorge, die man sich angehäuft hat, hat man auch nix, da man überspitzt gesagt mit 65 an einem Herzinfarkt stirbt (die Frau ist mitsamt den Kindern eh schon über alle sieben Berge, da sie einen gefunden hat, der mehr Zeit für sie hat).

    Ich kenne zufälligerweise einen sehr reichen Mann, der es sich leisten konnte, mit 55 drei Jahre mit Arbeiten aufzuhören – er hatte schlichtweg genug vom ständigen unterwegs Sein, von all den Belastungen, Entbehrungen, dem Getrenntsein von seinen Liebsten, gesundheitlichen Problemen. Ich ziehe den Hut von ihm, dass er nicht einfach “dürezoge het”, sondern rechtzeitig die Notbremse gezogen hat. Das sollte uns eine Lehre sein: Lieber auf etwas kleinerem Fuss leben. Dafür aber happy. Natürlich würde ich auch gerne so zum Spass ein Haus kaufen, eine Eigentumswohnung mit Seeblick, mal eine etwas teurere Webcam… aber hey – das Leben lebt sich auch, wenn man zwar nicht grad jeden Rappen umdrehen muss, aber eben schon auf den Stutz schauen; wenn ein Luxus wirklich einer ist und nicht einfach die x-te-es-ist-mir-fucking-egal-wie-hohe Kreditkartenabrechnung. Ein etwas teureres Velo (teuer heisst 1700 Franken…). Längere, luxuriösere Ferien alle 2-3 Jahre. Alle paar Wochen mal ein Rindsfilet statt Lammragout. Einen iPod Touch! Schon Anfang Jahr genug Geld für die Steuern haben. Eine Städtereise mehr. Das ist schon ein recht hohes Niveau, denk ich – ich erachte das aber als mehr als genügend und glücklich machend. Hätt ich eine Familie, müsste ich das alles schon arg zusammenstreichen. Und ich würde das gerne tun.

    DAS ist die Traumwelt, in der ich lebe, omo sherif. Mir gehts drum, dass die Kohle dieser Welt einfach nur ein klein wenig vernünftiger verteilt wird. Mit einem Zehntel von Meyers Klotz könnten wir zwei (von mir aus gern auch Mirko) den Gürtel ein wenig öffnen, und Meyer würde nicht mal etwas merken!

    Ich weiss, dass ihr daheim beinahe jeden Rappen umdrehen müsst – aber sonderlich unglücklich scheint ihr mir deswegen nicht zu sein. Es gibt auch glückliche fünfköpfige Familien mit einem sehr viel tieferen Grundeinkommen.

    Back to Bellinzona: Und da kommt so ein krawattierter Schnösel (der sich zweitausendmal am Tag Rindsfilet leisten kann und der hunderte viel teurere Velos haben könnte) und wagt es, auch nur annähernd das Leben von solchen glücklichen Familien durcheinander zu bringen?

    Nein, sorry – “unanständig” ist da ein Euphemismus. So gesehen ist das eben schon ein nicht unwesentlicher Teil der Diskussion (auch wenns nicht nur Meyer betrifft).

    Der Mann hat in Deutschland 500′000 Euro (786′000 Franken) verdient und verdient nun 500′000 Franken Grundlohn plus 200′000 Franken Bonus.

    Eben: Das ist in meinen Augen völliger Irrsinn. Es ist für mich irrelevant, wer wo wieviel verdient hat; niemand wird zu irgend einem Job gezwungen. Und diese birnenweiche Spirale lässt sich nur stoppen, wenn der Staat Maximalsaläre festsetzt. Das Land wird deswegen nicht untergehen.

    Da kann ich dem Meyer nur gratulieren für sein Verhandlungsgeschick.

    Ich nenne das Abzockerei, punkt.

    Der Mann hat sich aus eigener Kraft nach oben gearbeitet.

    Von mir aus – na und? Hab ich auch, hast Du auch, haben wir alle irgendwie – einfach in anderen Bereichen und Positionen. Wir haben alle unsere Lebensläufe, unsere Erfolge und Misserfolge. Nochmals: Nichts in der Welt rechtfertigt derart hohe Löhne.

    Ich beginne nun schon gar nicht davon zu reden, was wahres Lebensglück wäre – sonst wird das gar filosooofisch. Jedenfalls sicher nicht, Millionen en masse auf die Seite zu schieben. Das sind doch alles Irre, die in diesem Umfeld komplett die Relationen verloren haben.

    Wenn jemand Lust hat, etwas zu tun, und Spass, und das Charisma, Menschen zu führen und zu Höchstleistungen anzutreiben, macht er das auch, wenn er 150’000 dafür bekommt und mit seiner Familie in einer adäquaten Mietwohnung lebt.

  20. Soli da haben wir’s ja schon – und hier regt sich niemand auf? 5’500 Stellen futsch bei der …UBS. Ich höre den Stammtisch schon: “Sind ja nur diese arroganten Bankschnösel, erst die Taschen füttern, jetzt müssen sie halt schauen.” Ach ja, und was genau sind denn die Gründe für den Abbau? Voilà: Das wirtschaftliche Überleben des Unternehmens. Huch, ist ja dasselbe wie bei der SBB Cargo?!

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