Geschickte Nachbarskatze

Sissi ist vermutlich das neugierigste Wesen dieses Planeten. Die geht überall rein – und rauf.

Kürzlich suchte sich die nette Katze unserer Nachbarn das Autodach unseres Sitzplatztüren-Monteurs zum Verweilen aus. Der wollte um 17 Uhr gehen, und Sissi merkte, dass sie da nicht so einfach wieder wegkommt…

Sissi will vom Autodach, Juni 2011

Also wurde zuerst mal laut in der Gegend herumgemaunzt, nach dem Motto “Könnt ihr mir helfen bitte?!”

Sissi will vom Autodach, Juni 2011

Mit der Zeit fand sie dann aber “momool, schaff ich schon, wie immer…”

Sissi will vom Autodach, Juni 2011

Aha, Teilziel erreicht. Nun aber… öhm… wie weiter? Ächz, ist das rutschig hier…

Sissi will vom Autodach, Juni 2011

Tja, da hilft nur ein weiter Sprung…

Sissi will vom Autodach, Juni 2011

… also Konzentration, und…

Sissi will vom Autodach, Juni 2011

… gerettet!

Ein Kommentar

  1. Zu Sissis Tod im Mai 2023

    Sissi ist nicht mehr. Sie musste letzte Woche von ihren Altersbeschwerden erlöst werden.

    Sissle – die 15 Jahre alt wurde – hatte ein ausgesprochenes Talent zur Alleinunterhalterin. Sissilein und Knüslihubel, das gehörte irgendwie zusammen! Sie unterhielt mit ihrer sozialen und neugierigen Art viele Menschen im Quartier.

    Sie war immer wieder “einfach da” als Begleiterin im Alltag, maunzte einen auf der Strasse an, wenn man nach Hause kam… strich mir oft, wenn ich alleine im Garten sass, plötzlich um die Beine und liess sich genüsslich kraulen, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Wenn sie vor dem Haus ihrer Besitzer – gleich gegenüber – auf der Mauer sass, sprach sie alle Passantinnen und Passanten an und liess sich streicheln. So hatte sie vermutlich einen recht grossen Fanclub. Ihre Maunzgeräusche waren so lustig, dass ich unsere Dialoge oft mit dem Handy aufgenommen habe.

    Ihre nach 2011 seltener gewordenen Besuche bei uns – auch ihre letzten diesen April – via Garagendach und Balkon verliefen immer gleich: Sie signalisierte Anwesenheit durch möglichst lautes Herunterplumpsen vom Tisch auf den Balkonboden. Wurde ihr die Balkontüre geöffnet, sprang sie mit einem “Murr” hinein und bat sofort um Einlass zu einem Mini-Zimmerchen vor der Estrichtüre. Irgendwie schaute sie das als “ihr Plätzli bei den Nachbarn” an; keine Ahnung, warum ausgerechnet da.

    Wurde der Zugang nicht gewährt, konnte sie zumindest verbal recht aggressiv werden. Wurde er ihr gestattet, legte sie sich dort auf die Decke, liess sich kraulen, putzte sich und schlief 2-3 Stunden, dann wollte sie – was sie sehr vehement signalisierte – wieder raus, am liebsten aber im Parterre, zumal Regina ihr den Weg durch ihren Garten so schwer wie möglich ausgestaltet hatte. Wenn ich sie vor dem Ablauf ihrer gewünschten Schlafzeit raus bugsieren wollte und zum Raustragen hochhob, weil ich selbst ins Bett wollte, quittierte sie das stets mit Fauchen und einem tiefen, gefährlich anmutenden “surren”, war bei der nächsten Begegnung kurz etwas säuerlich, aber dann wieder nett.

    Viele Büsis flattieren Menschen primär, da sie Futter erwarten und sind Fremden gegenüber eher scheu – bei Sissi war das anders, sie schien offen gegenüber allen, war ein echter Kumpel, eine treue Seele, die sich freute, einen zu treffen, auch wenn man sich monatelang nicht gesehen hatte und die auch nett war, wenn man mal keine Zeit für sie hatte. Manchmal war sie natürlich auch eine echte launische Katze, sagte einfach nur kurz Hallo und spazierte weiter. Aber sie “sagte” immer etwas.

    Ich werde sie wirklich vermissen. Kein anderes Büsi im Quartier war jemals annähernd so lustig und so ein charmanter Charakterkopf wie Sissi.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert