Frisch gestrichen

Das war irgendwie verwirrend am Boden, abseits von jeglichen frischen Farben…

San Franciso (September 2008)

… oder bezog sich das auf die Werbung einige Meter weiter in der Market Street?

San Franciso (September 2008)

Themenwechsel: Obamas Kampagne tuckert derzeit wohl ebenso rostend vor sich hin wie dieser Vintage-Käfer an der Ecke Sutter und Leavenworth:

San Franciso (September 2008)

Mehr Bilder dieser Tage aus San Francisco hier.

Nebst dem Präsidentschaftswahl-Overflow (wo man zum Beispiel lernt, dass die Sichtung Russlands aus Alaska matchentscheidend für die Aussenpolitik sein kann) interessiert sich der Blöker eher für die lokalen Geschichten, die wir doch auch aus der Heimat kennen: Pläne für höhere S-Bahn-Tarife in den Peak Hours, die Volksabstimmung über eine Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke zwischen San Francisco und Los Angeles, die Vorschriften für das Errichten von Handy-Antennen und das Verschwinden einer Lokalzeitung in Novato, im Norden der Bay Area.

Der Bericht im heutigen “Chronicle” schliesst mit dem Satz des Verlegers: “But, because readers still rely on newspapers as a primary source of online information, Hutcheson questions where the public will turn when the watchdogs of the Fourth Estate are gone. “Do we look to the 16-year-old who is blogging from his mother’s basement? That’s scary.”

6 Kommentare

  1. dem Satz des Verlegers: “But, because readers still rely on newspapers as a primary source of online information, Hutcheson questions where the public will turn when the watchdogs of the Fourth Estate are gone.

    Diesen Satz verstehe ich jetzt grad gar nicht. Eventuell ist mein Englisch sehr schlecht, aber wie ist der genau zu verstehen? Wenn ich das übersetze, dann bekomme ich sowas wie: “Aber weil die Leser immer noch auf Zeitungen als ihre primäre online Informationsquelle vertrauen, frägt sich Hutcheson wie sich die Öffentlichkeit informieren wird, wenn die 4. Gewalt des Staates verschwunden ist”

    das eingeschobene ‘online’ ist für mich nicht mit Sinn zu füllen: meint der Verleger nun Offline-Zeitungen und verwechselte online mit offline meinte er die Online-Ausgabe der Zeitungen? Wenn er online meint, warum frägt er sich, dass diese verschwinden könnten? Das ergibt dann mit dem restlichen Inhalt des Artikels keinen Sinn: das Internet wurde ja als Sündenbock für den Niedergang des Lokalblattes identifiziert (und warum das Lokalblatt dann nicht auf diese Bedrohung reagierte, bleibt auch unbeantwortet).

    Strange. Mir ist nicht klar, was uns der Verleger da mitteilen wollte… Vielleicht weiss der Blöker ja wo ich den Übersetzungs-Sinnfehler gemacht habe?

  2. Auch frei, aber etwas näher am Original: “Da die LeserInnen immer noch auf Zeitungswebsites als Online-Infoquelle vertrauen, fragt sich Hutcheson, wo sich Publikum denn informiert, wenn die Wachhunde der vierten Gewalt [der “traditionellen” Medien] verschwunden sind.”

    (Medien werden ja gemeinhin als “fourth estate“, eingedeutscht als “vierte Gewalt” bezeichnet; ich weiss nicht recht, wo Du da den Staat siehst.)

  3. Ja das mit dem Staat ist schon dabei, den in der modernen Demokratie stellt die freie Berichterstattung (e.g. Presse) eben die 4. Gewalt im Staat dar (Ursprung ist die Gewaltentrennung im Rechtstaat, so viel ich weiss).

    Deine Übersetzung machts aber die Aussage auch nicht logischer. Sind denn Zeitungswebsites nicht Bestandteil der freien Presse?
    Die 4. Gewalt bezieht sich nicht auf gedruckte Presse, sondern auf freie Berichterstattung.

    Und die Formulierung “Da die LeserInnen immer noch auf Zeitungswebsites als Online-Infoquelle vertrauen” ist für mich komisch. Was heisst das? Das der Trend zu gedruckten Zeitungen geht und leider immer noch Leute auf Online-Websites gucken? Oder was sollte das ‘immer noch’ bedeuten? Ich glaube da hat sich jemand verschreiben und der Hutcheson meinte nicht ‘online’ sondern eben traditional und dann ergibt es auch Sinn.

  4. Er bezieht die vierte Gewalt auf die “traditionellen” Medien wie eben Zeitungen und deren Onlineauftritte.

    Hutcheson wollte sagen, dass es ihm Sorgen macht, wenn immer mehr Zeitungen eingehen und sich die Leute dann via Blogs von 16jährigen informieren statt bei (hoffentlich gut) ausgebildeten JournalistInnen.

    Heute etwas spitzfindig oder was?

  5. Okay, ich hab jetzt den originalartikel nochmals gelesen und das dazugehörende zitat. Man kann das tatsächlich so verstehen wie du das jetzt geschrieben hast. Aber ich kann die angst des verlegers immer noch nicht recht nachvollziehen: im aktuellen SPIEGEL ist ein artikel über blogger im us-wahlkampf. Einigen blogger wird sogar mehr macht als die nyt eingeräumt. Ob diese blogger nicht auch die 4. Gewalt darstellen? Und man sich vielleicht gar nicht so fürchten muss vor ‘ambitionierten’ bloggenden bürger?

  6. Da ist aber ein Kleinstblatt (wohl mit dem früheren “Burgdorfer Tagblatt” vergleichbar) eingegangen, nicht die NYT… Du verkennst wohl den Unterschied zwischen den “grossen”, bekannten Bloggern (denen Novato, sorry, scheissegal ist) und den hunderten Kleinbloggern, die über Gott und die Welt schreiben, vielleicht manchmal ein interessantes Thema aufreissen, aber weder finanziell noch (meist) fachlich in der Lage sind, eine adäquate Lokalberichterstattung zu leisten. Nichts gegen Blogger (selbstredend), aber das sind halt schon zwei paar Schuhe.

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