Fresszettel und andere Reilquien

Ich gestehe: Ich bin auch einer dieser Menschen, die oft irgendwelche kleinen Notizen aufbewahren. Meine Mutter nannte und nennt die kleinen Informationshäppchen “Fresszettel”, und ihre Bezeichnung für solche Dinge aus meinem Sammlertick, den ich natürlich schon als Kind hatte, habe ich bis heute erhalten: “Reliquien”. Und endlich ist nach dem “Tagi”-Studium klar: Es gibt noch andere Menschen, die solche Devotionalien ähnlich verehren, und nicht nur all die Banausen aus meinem Umfeld, die immer alles grad wegwerfen – auf foundmagazine.com finden sich hunderte von Einkaufslisten, Notizen, Telefonmeldungen undsoweiter.

Wenns schon keine Zeitmaschine gibt: Fresszettel und Notizen sind wunderbare Gradmesser für Befindlichkeiten und Spleens, die sich Jahre zurück messen lassen. Anhand der Kassenzettel (heisst das so?) aus den 1990er-Jahren werde ich in der Alters-WG rausfinden, dass ich damals literweise Pesca-Eistee der Migros konsumierte. Die Kombination mit den Meteo-Daten wird aber zeigen, dass dies immer erst der Fall war, wenns im Juni so richtig warm wurde. Andere leiten aus Quittungen ab, wie sich die bestimmte Artikel kaufende Person grad so gefühlt haben muss.

Endszenen einer Beziehung, festgehalten auf FresszettelnAuch wenn ich heute nicht mehr ganz aus allem schlau werde – insbesondere nicht aus all den Notizen, die auf langen Zugfahrten entstanden sind und sich episch brütend mit der neusten Verflossenen befassen und dem Warum und Wieso und Weshalb vielleicht doch noch (siehe Beispiel links) -, das Zeug ist Gold Wert, und ich freu mich immens auf in rund 40 Jahren, wenn ich mit der Alltags- und Psychoanalyse meiner selbst beginne.

Sofern ich jemanden finde, der mir all den Plunder in besagte Alters-WG schleppt.

Sek-Skilager, Januar 1988: Notizen für den Schülerzeitungsbericht

Aus diesen Notizen für den Schülerzeitungsbericht aus dem Sek-Skilager 1988 lässt sich immerhin schon mal ableiten, dass es damals noch keine iPods gab, bloss Walkmen (in 1000 Jahren wird man wohl keine Ahnung mehr haben, wann welches Gadget genau auftauchte). Aber auch, dass die Basler “Touch el Arab” ihren Hit Muhammar dannzumal hatten – einer von denen ist übrigens heute wieder wahnsinnig aktiv.

Reliquiensammlung ca. 1998-2006

In diesen Biogemüse-Kisten liessen und lassen sich Reliquien wunderbar aufbewahren. Im Bild die gelegentlich ins Estrich-Archiv zu verschiebende Schachtel der Reliquien von ca. 1998 bis 2006.

5 Kommentare

  1. Für so Messis (Vorsicht, nicht zu verwechseln mit dem Lionel Messi!) wie der Blöker wäre die Killerapplikation schlechthin: Copernic Desktop Search. Nach der Installation ertappt man sich dabei, dass man Namen von eben solchen Verflossenen im Suchfeld eingibt und der virtuelle Kopernikus präsentiert einem Dateien aus Ecken auf der Platte die man schon lange vergessen glaubte und markiert bisher verschollene Textstellen in uralten verstaubten Word-Dokumenten.

  2. das ist eine beschissene Seite hier, ich versuche hier ein paar tipps zu finden für mein Schülerzeitungsbericht und bekomme hier nur Müll vorgesetzt. An eurer Stelle würde ich mir mal etwas einfallen lassen, ansonsten werdet ihr keine Besucher aof eurer Internetseite mehr haben!!!

  3. Ey diese Seite ist die beschissenste, die ich je gesehen hab!!! Lasst euch mal was einfallen. Langweiliger gehts echt nicht!! Sogar ich würde eine bessere Seite hinkriegen!! Gebt euch mal mühe. Also ich tauche auf jeden fall nie wieder auf dieser Seite auf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.