Formatierte E-Mails? Nein danke.

Ungestraft darf eine Chefsekretärin im “heute” vom 6. Oktober 2006 verbreiten, was sie an E-Mails nervt: “Tippfehler,wenn alles klein geschrieben ist, und wenn der Absender das E-Mail nicht formatiert hat. Ich gebe mir bei der elektronischen Post dieselbe Mühe wie bei einem Brief. (…) Aber dass ein Brief anständig aussehen muss, habe ich schon früh mitbekommen. Und das gleiche gilt für E-Mails.”

Tippfehler und Kleinschreibung mag ja im Geschäftsverkehr noch angehen. Aber dass man E-Mails formatieren soll (Schriftaren, Grösse und Farben vergeben), ist leider ein verbreiteter Irrtum. Viele Spamfilter stufen formatierte Mails automatisch als Junk-Mail ein, da Spammer oft formatierte Mails versenden. Zudem können viele Mailprogramme (gerade portable devices) die Formatierungen nicht darstellen; die Folge sind nicht oder schwer lesbare Mails.

Formatierungen entsprechen nicht dem ursprünglichen Mailstandard und sind darum zu vermeiden. Wer “ums verrecke” formatierte Texte will (wofür eigentlich?), soll den Brief schreiben und ihn (sauber datenreduziert) als PDF speichern und attachen. Oder noch besser: Auf einen Server legen. Dafür gibt es etliche Gratispogramme. Solche und weitere Tipps finden sich u.a. hier.

Ein kleines Beispiel aus dem Mail-Alltag: Das sehr häufig eingesetzte Filtersystem “Spam Assassin” vergibt für HTML-Mails fröhlich Punkte (erste Zahl) – und dabei gilt: Je Punkte, desto Spam.

0.6 HTML_IMAGE_ONLY_20 BODY / HTML: images with 1600-2000 bytes of words
0.2 HTML_MESSAGE BODY / HTML included in message
0.3 HTML_FONT_BIG / BODY: HTML tag for a big font size
0.1 HTML_SHOUTING7 / BODY: HTML has very strong “shouting” markup
0.2 MIME_HTML_ONLY / BODY: Message only has text/html MIME parts
0.9 HTML_10_20 / BODY: Message is 10% to 20% HTML

Eine komplette Auflistung aller Tests und Codes von SpamAssassin gibts übrigens hier.

Mails von Frau Chappelet hätten also grosse Chancen, nie gelesen zu werden, da sie mehr Wert aufs Aussehen der Botschaft statt auf den Inhalt legt. Mein Filter stuft beispielweise alles, was 1.4 Punkte und mehr hat, als Spam ein – und den Junk-Ordner überfliege ich höchstens grob alle paar Tage.

Wer aber ist diese Nathalie Chappelet? Offenbar die Assistentin von Chefredaktor Bernhard Weissberg, wie aus diesem Blog-Eintrag zu schliessen ist. “heute” scheint kein grosses Recherchebudget zu haben – lieber befragt man in der Kaffeepause Hausinterne.

Interessant war auch die Reaktion der “heute”-Redaktion auf meinen Hinweis via Mail: “Sie sind unser erstes Feedback per Mail, was uns natürlich sehr freut, aber auch herausfordert. Wir diskutieren intern noch, wo wir die Feedbacks jeweils platzieren können, ob im Blatt oder online.”

Whow. Welch Herausforderung im Zeitalter der Interaktivität.

9 Kommentare

  1. Warum denn so einseitig nur ganz das Eine? Ich mag auch keine HTML-EMails, das finde ich auch völlig unnötig und ich schreibe nie welche in diesem Format.

    Aber eine minimale Formatierung mit Absätzen, evtl. Einzügen – d.h. immer mal eine Leerzeile einschalten, ist schon richtig. Ein EMail soll ja auch einigermassen gut lesbar sein. Und dazu gehört für mich zwingend, die Rechtschreibregeln einzuhalten – aber ganz sicher die Gross- und Kleinschreibung in der Deutschen Sprache. Weiter finde ich auch Mundart-EMails scheusslich – das kann man kaum lesen.

  2. Ja klar… Absätze sind natürlich OK, versteht sich ja von selbst. Auf Rechtschreibefehler bin ich auch emfpindlich, doch das ist halt nicht jedem/jeder gegeben. Das mit der Gross/Kleinschreibung und Mundart sei jedem selbst überlassen – ich schreibe private Mails meistens im Minuskeln. Mundart ist für mich schon lange passé – aber sag das mal meinen Teenie-Cousinen, die würden das nicht verstehen 🙂

  3. @Blöker
    Also das mit den Absätzen und immer wieder mal eine leere Zeile haben noch längst nicht alle begriffen. Ich bekomme immer wieder Bandwurm-EMails- das ist obermühsam…

  4. ???
    Also das ist ja sehr merkwürdig..
    Auf Nachfrage bei "Heute" gibt’s da keine Nathalie Chappelet. Auch nicht als Autorin. Wo hast du das bloss her.. Das ist doch selbst für einen Blogger sehr fahrlässig recherchiert..
    Google mal ein wenig. Bernhard Weissberag ist
    a.) Chefredakteur der Abendzeitung "heute
    b.) Mitglied der Konzernleitung

    Und als Mitglied der Konzernleitung hat er ein Anrecht auf eine Assistentin. Die hat mit "heute" vermutilch soviel am Hut wie Du mit gründlicher Recherche.. haha, ich sollte wirklich anfangen zu bloggen, bei soviel Dummheit in dieser Sphäre. Meno bist du ne Pfeiife.

    Und übrigens:

    <<Interessant war auch die Reaktion der “heute”-Redaktion auf meinen Hinweis via Mail: “Sie sind unser erstes Feedback per Mail, was uns natürlich sehr freut, aber auch herausfordert. Wir diskutieren intern noch, wo wir die Feedbacks jeweils platzieren können, ob im Blatt oder online.”>>

    klar, wenn du die Mail an diese Nathalie Chappelet schickst. Herzliche Gratulation. Schick doch nächstes Mal n Mail an Frank A. Meyer oder so, der arbeitet ja vermutlich auch bei "heute", als News-Redakteur. Meine Fresse..

  5. "Weissberag"? Nie gehört. Wer ist da also die "Pfeiife"? Was ist das für eine interessante Interpunktion? Was ist “Meno”? Sag mal… kannst du schreiben? Oder lesen?

    Ja? Dann lies doch nochmals, was ich geschrieben habe und google selbst, dann siehst du "meine Assistentin", geschrieben von Bernhard Weissberg im heute-Blog. Ob sie bei “heute” oder bei Ringier ist, ist eigentlich unerheblich. Offensichtlich gibts da eine Verbindung. Es geht mir auch weniger DARUM, das ist ne Randspalte – sondern drum, dass im Jahre 2006 im Bereich Internet noch jemand zu etwas aufruft, das genau zum Gegenteil führt von dem, was man wollte. Soso – Du hast also bei “heute” nachgefragt… wieso denn?

    Und woher hast du die nilpige Behauptung, dass ich an sie direkt gemailt habe? Ist das Thesenjournalismus? – Oder anders: Wo haben sie dich genau rausgelassen, lieber Anonymus vermutlich deutscher Provenienz? Laut deiner IP-Adresse arbeitest du irgendwo bei der SRG… wusste gar nicht, dass die auch Primarschüler einstellen. Muss ich nun auch in den Reigen derer einsteigen, die gegen eine Erhöhung der Gebührengelder sind, damit sie Pfutterer wie dich einsparen können? Weiss Armin, dass du während der Arbeitszeit bloggst?

  6. Ein E-Mail-Programm, das mit E-Mail-Formatierungen nicht umgehen kann, ist ein schlechtes E-Mail-Programm. Was ist denn so schwierig daran, die HTML-Tages schlicht zu ignorieren???

  7. @Shark: Schön, wenn du "gute" Mailprogramme hast. Vielleicht möchten andere einfach ihr "schlechtes" behalten und sich nicht bevormunden lassen wegen ein paar, die meinen, sie müssten formatierte Mails versenden. Aber wenn ein Mail wegen den HTML-Tags im Spamfilter landet, kannst auch du es nicht lesen…

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