Einen Monat 1. Klasse getestet

Seit Mitte Juli war ich mit dem GA in der Ersten Klasse unterwegs – für 90 statt 180 Franken gibts via Mobilbonus derzeit einen Monatsklassenwechsel. Wer sich bei Mobilbonus anmeldet, kommt ab und zu in Genuss ganz brauchbarer Vergünstigungen.

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Monatsklassenwechsel zum halben Preis

Wie waren die Erfahrungen? – Nun, einen Augenblick lang habe ich mir tatsächlich überlegt, mir als oft im Zug arbeitender Freelancer für bestimmte Fahrten erstmals ein Erstklass-GA zu leisten. Ich fühle mich an sich beim Fussvolk wohler als in der Polsterklasse, aber womöglich werde ich langsam alt: Musikhörende Teenies, immer mehr andere Menschen, die keine Ahnung haben, wie man sich in der Öffentlichkeit verhält, teils recht enge Platzverhältnisse… diesen Groove habe ich manchmal satt.

So habe ich die zumeist wunderbaren Platzverhältnisse extrem genossen, die breiteren Sitze sind für Notebookproletarier eine Wonne, und die Ausstiegsplätze befinden sich meist näher bei den Treppen. Erstmals seit den 1990ern habe ich wieder “Arbeitsfahrten” gemacht: Einfach so mit Compi und einem Haufen Zeitungen in Bern einsteigen und schauen, wo einen der Wind hinträgt einige Stunden lang, buchhalten, schreiben, lesen…

Nur: Im Ruheabteil redende (oder schlimmer: flüsternde) Reisende gibts leider auch in der 1. Klasse. Die Laut-Telefonitis grassiert auch hier; selbst im Jahre 10 nach dem Handy-Durchbruch haben es viele noch nicht begriffen, dass man Telefonate im Zug wenn schon kurz hält und normal spricht. Die überflüssigen inflationären Ansagen der Anschlüsse beim nächsten Halt sind auch hier aktustischer Spam. Und ob Business-Talk von krawattierten Herren oder blondierten Bisnistussen angenehmer anzuhören ist als Techno aus schlechten Kopfhörern oder dümmliche Gespräche verzogener Jugendlicher?

230V-Steckdosen findet man fast eher in den neu ausgerüsteten EW IV zweiter Klasse (einstöckige IC-Wagen) als in der ersten Klasse, wo ich sowas durchwegs als Standard erachte. Das ist nicht der Fall; auch dafür gibts Abzug.

Aber trotzdem, grundsätzlich wäre ich dabei. Doch ist mir das echt 4850 statt 3100 Franken wert? Für 1750 Stutz mache ich einmal gaaaanz grosse Ferien oder kaufe mir zwei Ski-Saisonabos – Herr Meyer, die Schmerzgrenze liegt wohl bei rund 4400 Franken. Nur falls Sie die 2. Klasse doch etwas entlasten möchten.

9 Kommentare

  1. Übrigens, wenn wir grad dabei sind… falls jemand Angst hat, sein Gerät die die neuen Steckdosen anzuschliessen: Keine Sorge, der Stromer in der Familie hat das kürzlich sauber ausgemessen – und konstantere saubere 230 Volt liefert nicht mal das öffentliche Stromnetz!

  2. Dazu hätte es keiner messung bedarft: die EW IV steckdosen sind die staubsauger steckdosen fürs reinigungspersonal (immer hinter dem letzten sitz auf der rechten seite beim übergang zum nächsten wagen)

  3. Naja, bei den Steckdosen am Ende der Wagen (die auch nicht immer in Betrieb sind) hört man von gefährlichen Spannungsspitzen. Hier ist die Rede von den effektiv für die Fahrgäste gedachten Steckdosen zwischen den Sitzen, die seit einigen Monaten nachgerüstet werden.

  4. Datenschutzfreaks sollen bitte weghören – heute Abend hab ich dann wieder bereut, in der überfüllten 2. Klasse sitzen zu müssen und mir solche hochintelligenten Gespräche in voller Lautstärke anhören zu müssen – wurden solche Gören eigentlich nie erzogen? Solche Gespräche (MP3, 900 KB) führt man NICHT im Zug, N-I-C-H-T! Oder man entfernt sich zumindest vor die Türe raus.

    (So ging das rund 30 Minuten lang – ich weiss nun den gesamten Konsum illegaler Substanzen, ich weiss vom Einstieg ins Schlafzimmer zu nächtlicher Stunde, und in diesem Ausschnitt läutete auch noch das Handy eines zweiten Huhns im Abteil.)

    Verdammt, lasst es einfach sein! Haltet euch kurz, wenns denn unbedingt sein muss!

    Oder werde ich doch einfach alt?

  5. Was die Steckdosen und deren Spannungspitzen betrifft: wo hört man den sowas? Abgesehen davon würde dein Notebook-Netzteil auch mit Spannungsspitzen ganz gut zurechtkommen (man bedenke, dass du dein Notebook auch in Ländern mit nicht ganz so solidem Netz benutzen kannst – es it ja global mobil :-).
    Falls auf dem Bordnetz der EW IV / IC 2000 wirklich grobe Spannungsspitzen drauf wären, dann hätte weder der Industrie-Staubsauger des Reinigungspersonals noch dein Notebook eine Chance… (und Messen könnte man sie mit dem kleinen Universalmessgerät vom abgebildeten Stromer sowieso nicht). Auso: no worries, just use it.

    Aber ich habe mich im Wagen geirrt: die praktischen Steckdosen befinden sich natürlich nicht im EW IV, sondern in den IC2000-Wagen im oberen Stock beim Übergang hinter den letzten Sitzen (EW IV ist ja nicht doppelstöckig 🙂

  6. @teenie-talk: und SOWAS findest du doof? läck her jacoblök, da liegen aber die nerven sehr blank und die mitmensch-toleranz tief.

  7. @Spannungsspitzen: Hab ich bei This gelesen aber was du sagst, tönt einigermassen beruhigend, danke.

    @Teenietalk: Ich kenne erwachsene Leute, die ein Erstklass-GA gekauft haben, dass sie sich solchen und anderen Scheiss nicht mehr anhören müssen. Ist ein wenig wie mit dem Rauchen – wenn die Leute nicht von selbst auf die Idee kommen, dass das zu unterlassen ist, da unhöflich und egoistisch gegenüber den anderen, wird mans wohl eines Tages verordnen müssen, leider. Oder fährt Herr Obertolerant gerne zeitunglesend durchs Land, während solche Hühner daneben gackern?

  8. Es ist ganz offensichtlich, die 1750 Franken Aufpreis können nur zu einem Teil in “Ware gegen Geld” gemessen werden. Ein Teil ist auch “Lebensqualität gegen Geld”. Meine Wenigkeit wird in den verbleibenden Dekaden seines Lebens hoffentlich nur noch selten Gackerklasse fahren müssen.
    Und ja, ich amüsiere mich lieber über Bisnistussen und krawattierte Herren – die sind wenigstens anständig angezogen. Bitte einsteigen – im Sektor A!

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