Die Velospammer vom Progr

Schade. Wieso schaffen es coole Projekte immer wieder, mit dummen Aktionen wertvolle Sympathiepunkte zu verschenken?

Ein eifriger Progr-Befürworter pappte zum wiederholten Male in der Innenstadt die Velokörbe und Gepäckträger mit Spam voll:

In Flagranti erwischt: Velospammer vom Progr (Mai 2009)

Immerhin habe ich eine dieser Velospamtröten mal in Flagranti erwischt und meinen Ärger über solch unüberlegte Aktionen im Rahmen einer kurzen Standpauke loswerden können. Was wir von Velospammern halten, ist spätestens seit diesem und diesem Erlebnis klar. Was wir von Organisationen halten, die unsere Briefkästen trotz gegenteiliger Aufforderung mit Werbung füllen, auch – da haben sowohl Allreal als auch der Progr gesündigt.

Dabei hatte ich mir lange den Kopf zerbrochen, was ich im Progr-Dilemma stimmen soll. Die Sympathien liegen ganz klar bei den Progr-KünstlerInnen und Turnhalle-Leuten; die Beiz ist einer der heissesten Orte Berns.

Die papierne Zwangsbeglückung durch die beiden Kontrahenten bestärkt mich aber (leider?) in der Sichtweise der Grünen Freien Liste – Nein zur Künstlerinitiative, Nein zum Allreal-Projekt, oder wie es die GFL sagt: zurück auf Feld eins. Auch als Schuss vor den Bug der BastlerInnen unserer werten Stadtregierung, die scheinbar weder in der Lage sind, einen Wettbewerb sauber durchzuführen noch einen Rutschhang korrekt zu evaluieren (Stichwort Bärenpark).

Sympathische Initianten, schrottige Ausführung: Wir wollen keinen Abfall in unseren Velokörben! (Mai 2009)

Nope. Lasst solche kindischen Aktionen einfach sein. Zum x-ten Male: VelofahrerInnen mögen kein Papier auf ihren Gefährten. Ebenso wie AutofahrerInnen dämliche Werbung unter dem Scheibenwischer hassen. Minus 10 Punkte.

8 Kommentare

  1. Wie würdest Du, wenn Du Dich für den Fortbestand einer kulturellen Institution einsetzen müsstest, werberisch verhalten bzw. Deine Botschaft an die richtigen Leute bringen? Die Progr’s haben ihre Zielgruppe sicher schlau anvisiert: denn Radler könnten sich tatsächlich für Kunst und Kultur interessieren.

  2. GANZ sicher nicht mit Velospam, der heute Morgen nach dem Regen zu hunderten Müesli-artig an den Velos klebte. Danke auch!

    Solcher Unfug muss entschieden verurteilt werden, völlg egal, von wem er kommt, ob links oder rechts, ob Kultur oder Kommerz. Ich denke und hoffe, dass sie sich mit dieser Aktion selbst ein Ei gelegt haben.

    Tipp für andere Gelegenheiten: Unfrankiert per Post zurückschicken.

  3. habe mich gestern auch gefragt, ob diese Zettel nun wirklich bewirken, was sie bewirken sollen. Der worst case aus Sicht der Verteiler wäre natürlich, wenn ganz viele Leute die Aufforderung wörtlich nehmen würden: Mit einem Iu oder Yep oder Momou wären all die schönen Stimmzettel ungültig…

  4. Zur Erinnerung – so sieht Velospam nach ein paar Tagen mit Regen und Sonne aus:

    Den Hintern versohlen an Ort und Stelle sollte man Menschen, die sich für so eine Werbeform hergeben.

    Die rosaroten Velos in der ganzen Stadt fand ich eine tolle Idee! Aber das…

  5. Nun gut, was solls, zumal ich tief innen eh für die Künstlerinitiative war, geht das deutliche Resultat in Ordnung. An sich sitzen die Dummen ja eh in der Stadt: Machen einen Wettbewerb, küren einen Sieger und sagen diesem dann “oh, sorry, wir haben noch was vergessen! Wir müssen da noch schnell ne Abstimmung machen…” – Das wird sicher ein Nachspiel haben, das uns lieben SteuerzahlerInnen noch was kostet am Schluss.

    Das ist noch nicht alles. Punkto Website ist die Stadt Bern bekanntlich steinzeitlich. Nicht mal ein Abstimmungsresultat kann die Stadt korrekt aufschalten, sondern sorgt für Verwirrung – mal abgesehen davon, dass es jeweils etwa eine Stunde schneller ginge, wenn man sich etwas Mühe gäbe.

    “Variante I” ist mitnichten angenommen… Bastler auf der ganzen Linie!

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