Die JacoBlök-Extension auf Twitter

Ich bin etwas Schizophren: Ich nerve mich über Leute, die mehrmals am Tag irgend einen Gedanken twittern, weil sie mir die Timeline mit Belanglosigkeiten verstopfen. Zugleich verspüre ich selbst manchmal das Bedürfnis, etwas gleich herauszuposaunen, das mir unmittelbar über den Weg läuft. Darum ergänze ich meinen privaten Twitteraccount @AndiJacomet seit einigen Wochen mit @JacoBloek.

Wer lieber etwas mehr Stoff von mir liest – und insbesondere gern mehr Bilder sieht – ist bei @JacoBloek genau richtig.

Ich weiss selbst noch nicht so recht, wie das weitergeht: Ist es kompletter Unsinn, einen Schwall-Twitter-Account zu führen und einen moderaten? Müsste man nicht sagen “ein Feed, basta, und wem das zuviel ist, soll einfach nicht followen”? Keine Ahnung. Mal schauen, wo das hinführt. Da mich aber Merfach- und Crossposts tendenziell nerven, könnte das ein guter Weg sein.

Lange wusste ich eh nicht so recht, was ich mit Twitter überhaupt anfangen soll, und war eher Beobachter als Zwitscherer. 140 Zeichen sind mir als Langfäderich eigentlich eh zu kurz. Hashtags und die kryptischen Abkürzungen gingen mir tendenziell auf den Keks.

Aber ich bin wohl eher ein Konservativer als ein Öali édopta: Facebook-Einladungen verweigerte ich jahrelang ebenso schnöde wie Smartphones. Heute gilt mein Nokia6233-Post als vermutlich am schnellsten über den Haufen geworfener Gedanke meines Technologielebens.

Mein Blog und das digitale Leben generell haben sich in den bald acht Jahren seines Bestehens eher in eine Richtung entwickelt, wo die klassischen Blogthemen vom Anfang (etwas Lustiges gesehen und am Abend schnell drüber schreiben) auf Social Media Sites wie Twitter “instantly” stattfinden, mobile Kommunikation sei Dank. Der Blog ist eher Ort der Vertiefung geworden (Ausnahmen bestätigen die Regel). Die Kadenz der Publikation hat abgenommen.

Man kommt sich zwar schröcklich kindisch vor dabei, aber manchmal will man wirklich nur die Schneewolke über Bern, die aussieht wie der grosse Stadtbrand, schnell der Welt zeigen. Oder die ersten Krokus im Garten. Den Vertipper in der Werbung, das Deppenapostroph Nummer 33421 am Laden.

Dafür ist der schöne, gepflegte Blog inzwischen irgendwie zu schade, die Zeiten ändern sich. Aber die alte Tradition von “Sehen-Nerven-Schreiben” oder “Sehen-Frohlocken-Teilen” möchte ich vermehrt wieder aufleben lassen. Am unmittelbarsten und schnellsten geht das heute via Twitter, ohne den Blog durch Kurzfutter zu verunstalten. @JacoBloek ist der Ort für “Quick and Dirty” – auch ohne einen Gedanken hundertmal zu wälzen und abzuwägen.

Also: Das feine Gipfeli vom Gnädinger, der Sonnentag auf der Piste, das antike Nachttischlämpli auf der Bäregghöchi – findet ab sofort auch (oder exklusiv) auf Twitter statt.

Noch kein Twitteraccount? Ist schnell eingerichtet und kein Mensch zwingt einen, selbst Tweets zu senden. Man kann auch einfach nur lesen. Sogar ohne irgend eine Registrierung. Also hopp.

4 Kommentare

  1. Nein, keineswegs – einfach viel anderes zu tun (was erfreulich ist, gute Auftragslage, oft mit Menschen unterwegs) und wenig Schreiblust. Themen gäbe es genug. Auf Twitter findest du aber fast täglich Eindrücke von unterwegs.

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