Das Silberhorn bekommt Flecken – Gletschervergleiche stimmen nachdenklich

Silberhorn mit FleckenSo langsam sorgt die Gletscherschmelze dafür, dass auch die schönsten Wahrzeichen der Schweizer Alpen immer mehr unschöne Flecken bekommen. Am Silberhorn im Berner Oberland habe ich gestern erstmals Felsen in der Westflanke gesichtet.

Auf diesem Vergleichsbild (Jungfrau und Silberhorn aus Wengen gesehen) von Juli 2001 (oben) und September 2009 (unten) ist trotz leider nicht identischer Schneeverhältnisse zu sehen, wie der Gletscher kleiner wird:

Jungfrau und Silberhorn 2001 und 2009

Zugegeben, der Verlust ist hier noch nicht dramatisch – reisen wir aber schnell ins Wallis: Die Zermatter behaupten in diesem TV-Beitrag (zuunterst in der Liste), ihr Gletschereis reiche noch für 50-100 Jahre. Angesichts der Entwicklung der letzten Jahre ist das sehr optimistisch.

Aus dem Munde eines Touristikers höre ich auch erstmals so etwas wie Einsicht, dass die Gletscher tatsächlich dereinst verschwinden. Wer eins und eins zusammenzählen kann, konnte an dieser Tatsache noch nie ernsthaft zweifeln – wobei natürlich offen ist, ob die nächste Eiszeit in einigen hunderttausend Jahren dafür sorgt, dass es wieder Gletscher gibt.

Eigentlich schade, dass bereits die überübernächste Generation junger Alpenbewohner von Gletschern sprechen wird wie wir von Mammuts und Dinosauriern.

Die folgenden Bilder wurden 1981 und 2008 am genau gleichen Ort (Trockener Steg, Theodulgletscher) aufgenommen – wer nicht weiss, dass genau der selbe Ausschnitt nach Süden abgebildet ist, muss zweimal schauen:

Theodulgletscher in Zermatt 1981 und 2008

Auch Bilder wie dieses (Vergleich Theodulgletscher 1984-2009) oder dieses (1981-2003) aus Zermatt lassen Sorgenfalten aufkommen.

Kumuliert man den Verlust seit den 1980er-Jahren mit der im Beitrag genannten Eisdicke von rund 50 Metern, kann man mit guten Erfolgsaussichten wetten, dass wir das (dannzumal ehemalige) Sommerskigebiet etwa im Jahr 2040 eisfrei sehen werden.

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