Das etwas andere Wahlkampf-Video: The Making Of Franziska Teuscher

Im Laufe dieses Wahlkampfs entstanden bekanntlich zig YouTube-Videos. Ich habe mir gestern Abend etliche zu Gemüte geführt und bin inzwischen beruhigt: Auch wenn sich die Berner Journaille einen Spass draus machte, sich gegenseitig abzuschreiben, dass dieses eine Video da ach so grässlich sei – hey, da gibts echt noch Schlimmeres! Und zwar eigentlich das meiste.

Interessant dürfte darum heute Mittwoch um 22.50 Uhr die SF-Sendung “Kulturplatz” werden. Angekündigt ist ein Beitrag “Mit «YouTube» is Bundeshuus – die witzigsten Wahlvideos”. Ob die von mir gedrehten Videos von Franziska Teuscher auch dran kommen? Kaum. Dazu waren wir vermutlich zu seriös…

Und da versucht man dann mal was halbwegs Lustiges – und wird gleich massiv in die Pfanne gehauen: Zuerst habe mich über all die Medienleute genervt, die immer wieder über das Video zum Thema Familie hergezogen sind und grosszügig drüber hinweg gesehen haben, dass Franziska z.B. die einige Ständeratskandidatin mit einem Blog ist, den sie regelmässig pflegt und Fragen beantwortet. Dass kaum eine andere PolitikerInnenwebsite einen so grossen Serviceteil hat, der letztlich den recherchierenden Schurnis sehr entgegen kommt. Dass wir zig Stunden quer durch den Kanton Bern gereist sind für Aufnahmen auf Gletschern, vor AKWs, im Berner Jura, auf Solarzellendächern, in Beizen – und mehr bieten als verwackelte Filmchen vor der Haustüre oder populistische Effekthascherei. Die Wahlspots sind hier abrufbar.

Just for the record: Das inkriminierte Familienvideo war eine spontane Idee, da Franziskas Vater und Tochter zufällig daheim waren – wir fanden, es wäre noch lustig, die drei Generationen auf einem Sofa zu zeigen. Alle machten freiwillig mit, und der Sohnemann besorgte gleich die Lichttechnik. Das 34. Take gelang endlich aus einem Guss – nur klangen natürlich langsam alle etwas gestelzt. Klar hätte man bei strenger Beurteilung sagen müssen: OK, bringen wir nicht. Doch dass z.B. der “Bund” daraus ohne Rückfrage die Aussage “schreckt nicht davor zurück, Vater und Tochter einzuspannen” bastelt und alle anderen Elemente der Website frech ausblendet, fand ich schon etwas too much.

Aber eben: Der Journi durfte Motzen, wir hatten wie geplant die gewünschten Headlines – diese Rechnung ist aufgegangen, alle waren glücklich.

Und: Ich finde Leute sympathisch, die spontan handeln und auch mal “einfach machen” statt immer nur abzuwägen. Franziska Teuscher soll die erste grüne Ständerätin werden. Mehr Politikerinnen dieses Formates, und das Land wäre gerettet. Good luck!

Ach ja – “Kulturplatz” kommt nun leider nicht mehr in den Genuss von unserem obligaten “Pleiten, Pech und Pannen”-Making Of. An sich war das nur ein kleines Geschenk für unser Team als Auflockerung vor dem grossen Tag am Wochenende – aber wir fanden: Hey, sie kommt echt gut rüber, das bringen wir doch.

Hier ist für exklusiv alle Franziska-Fans eine etwas längere Fassung als die auf ihrer Website – und damit der endültige Beweis, dass angesichts der Schlaftabletten aus den Reihen der bürgerlichen Kandidierenden nicht nur traditionelle Grünen-WählerInnen Franziska getrost auf den Ständeratswahlzettel schreiben können.

Diese Frau hat Drive! Wählen!

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