Darm-Hype?

Darm-Hype? (9. April 2008)Aha… war das amänd alles nur ein geschickter PR-Gag der Fleischindustrie und des Metzgermeisterverbandes?

Es wurde der Darm-Notstand ausgerufen, die Nation bangte um den schön eingeschnittenen und über der Glut brutzelnden Cervelat am Stäcke bei der Lieblings-Wald-Feuerstelle, da ortete man gar einen Anflug von Gram über die offenbar ach so desolate brasilianische Landwirtschaft. Womöglich gabs sogar Hamsterkäufe oder zumindest (wie beim Blöker) Lustkäufe – durch die zuverlässige Berieselung mit dem Wort “Cervelat” lief ihm täglich mehrmals das Wasser im Mund zusammen, und auch wenn er vorher jahrelang nie so eine Wurst gekauft hatte, verspürte er nun plötzlich eine unbändige Lust auf das so einfache, aber doch so köstliche Fleischerzeugnis.

PR-Heinis reiben sich die Hände: Genau so war das geplant. Und heute diese Kurzmeldung in unserem Leibblatt (samt Fehler) – also doch alles nur Darm-Hype?

Wir reiben uns dafür die Augen. Und wünschen uns den gemütlichen täglichen Schwatz in der Dorfmetzgerei Schafroth in Itingen zurück (unten ein Bild von 1985), wo klein Blöker stets ein Redli Lyoner geschenkt bekam (in Frau Schafroths unverkennbarem Baselbieter Dialekt: “Lijooooooonör”). Frau Schafroth hätte uns sicher die Wahrheit gesagt.

Als die Metzgerei und das Milchhüsli noch standen (heute: Bäckerei und Post) - Itingen BL im Herbst 1985

2 Kommentare

  1. Mir ist leicht kötzelig, wenn ich mir vorstelle, wie da tonnenweise Rinderdärme bis über die Sommermonate hinaus vor sich hin gammeln. Und sollten die nicht reichen, können ja immer noch die Därme der Produzenten herhalten, wie im vom Blöker beigefügten Artikelchen ‘Därme vorhanden’ zu lesen ist. Jetzt ist mir aber wirklich schlecht…
    Mein Zustand verbessert sich schlagartig, wenn ich durch das Zeittürchen blicke, das der Blöker für die Bloglesenden geöffnet hat: Ich sehe den Blökerbub genussvoll das Lyonerreedli kauen, das er von Frau Schafroth geschenkt bekommen hat. Dass Metzgersfrauen in so guter Erinnerung geblieben sind, muss mit der Grosszügigkeit zusammenhängen, mit der sie Wurstreedli in die bereits erwartungsvoll geöffneten Kinderhände gelegt haben. So wie unsere Frau Beer. Vor dem Wurstgeschenk jedoch – das höre ich noch gut – wurde die Mutter stets gefragt:”Darfs echli meh si?” Natürlich durfte es…

  2. Natürlich!

    Korrekt wäre aber: “Daaaarfs es bizzeli meeeeeh syyyyyy?” 🙂

    Hach, der feine Landjäger, der köstliche eigene Schinken, die Blut- und Leberwürste, das getrocknete Rindfleisch, das bei mir jeweils 90% des Sandwiches ausmachte, das Gnagi am Samstagmittag, das rosa Wachspapier um alles herum – und wir wohnten zwei Häuser daneben: Das Paradies!

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